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Raul Spank holte bei der Weltmeisterschaft 2009 in Berlin die Bronzemedaille © getty

Beim Diamond-League-Meeting überzeugt Hochspringer Spank mit persönlicher Bestleistung. Auch Harting und Obergföll sind top.

Eugene/München - Erstmals drei deutsche Triumphe über die Weltelite in der Diamond League, drei Welt- und Europarekorde der Langstrecken-Stars und die Kampfansage der Konkurrenz an Usain Bolt.

Das waren die Höhepunkte elf Wochen vor der WM im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September).

Beim vierten Saisonmeeting der 2010 eingeführten Diamond League schlug die Stunde der Deutschen. Diskus-Weltmeister Robert Harting (Berlin) bleibt nach seinen 68,40 m über Litauens zweimaligen Olympiasieger Virgilijus Alekna (67,19), Polens Europameister Piotr Malachowski (65,95) und Estlands Peking-Olympiasieger Gerd Kanter (65,51) 2011 weiter ungeschlagen.

"Mein Ziel sind eine erneute WM-Medaille und die Steigerung auf 2,36 m", sagte der Dresdener WM-Dritte Raul Spank, der mit 2,32 m beim Erfolg über Russlands Olympiasieger Andrej Silnow und den Amerikaner Jesse Williams (alle 2,32) seine Saisonbestmarke einstellte.

Im Speerwerfen siegte die WM-Zeite Christina Obergföll (Offenburg) mit 65,48 m vor der russischen Olympiazweiten Maria Abakumowa (65,30) und fand: `Das gibt Auftrieb."

Zwei Weltrekorde durch Mosop

Der Brite Mo Farah steigerte den 10.000-m-Europarekord auf 26:46,57 Minuten und löschte damit die elf Jahre alte Marke des Belgiers Mohammed Mourhit (26:52,30).

"Jetzt weiß ich auch, dass ich bei der WM gegen die Afrikaner eine Chance habe", sagte der aus Mogadischu stammende Farah (28) nach dem Triumph in einem historischen Rennen, in dem 26:55,29 Minuten für Patrick Komon (Kenia) nur Rang neun bedeuteten.

Auf selten gelaufenen Distanzen erzielte Moses Mosop (Kenia) in 1:12:25 Stunden über 25.000 m und 1:26:47 über 30.000 m Weltrekorde. Die Bestmarken hielt seit 1981 der Japaner Toshihiko Seko in 1:13:55,8 bzw. 1:29:18,8.

Niederlage für Semenya

Hallen-Europarekordler Sebastian Bayer (Hamburg) belegte im Weitsprung mit 8,03 m (zu starker Rückenwind) beim Sieg des Briten Greg Rutherford (8,32) Platz drei.

Zu den insgesamt zehn Jahresweltbestmarken zählten auch die glänzenden 10,70 Sekunden von Carmelita Jeter über 100 m.

Zwei weitere gab es über 110 m Hürden, wo David Oliver (ebenfalls USA) Chinas offenbar immer noch mit Fußproblemen belasteten Athen-Olympiasieger Liu Xiang (13,00) schlug, sowie über 800 m.

Hier erlitt Südafrikas Weltmeisterin Caster Semenya trotz Saisonbestzeit von 1:58,88 Minuten die erste Niederlage 2011. Kenia Sinclair (Jamaika) lief 1:58,29.

Gay läuft Jahresweltbestzeit

Für die Kampfansage an den 2011 zweimal in 9,91 gestoppten Weltstar Usain Bolt sorgten gleich drei Rivalen: In Eugene steigerten sich sein Landsmann Steve Mullings bei 1,3 m Rückenwind auf 9,80 Sekunden und Mike Rodgers (USA) auf 9,85.

Nur Rang sechs blieb trotz 9,97 dem früheren britischen Dopinsünder Justin Gatlin.

Kurz zuvor war der 2010 ungeschlagene Ex-Weltmeister Tyson Gay (USA) in Clermont/Florida bei 1,1 m Wind in 9,79 Jahresweltbestzeit gelaufen (News).

Sailer "muss erst wieder reinkommen"

Europameisterin Sandra Perkovic hat derweil mit der weltweit besten Diskusweite einer Frau seit 12 Jahren aufgewartet.

Im heimischen Varazdin steigerte sich die Kroatin um über zwei Meter auf 69,99 und führt die Weltrangliste 2011 klar vor Li Yanfeng (China/66,18 m) und Nadine Müller aus Halle/Saale (66,05) an.

Nach ihrem kurzfristig beschlossenen Regensburger Comeback startet 100-m-Europameisterin Verena Sailer am Donnerstag bereits beim Diamond League-Meeting in Oslo.

"Ich muss erst wieder reinkommen", kommentierte die Mannheimerin nach Achillessehnenproblemen ihre 11,63 Sekunden als Dritte bei starkem Gegenwind. WM-Norm lief die deutsche 4x100-m-Staffel der Männer in guten 38,66 Sekunden.

Portugiesen siegen

Mit dritten Plätzen für Sabrina Mockenhaupt und Andre Pollmächer endete der 10.000-m-Europacup in Oslo.

Die 30-Jährige von der LG Sieg lief bei hohen Temperaturen 31:57,23 Minuten, der Düsseldorfer 28:39,57. Sieger waren für Portugal die EM-Zweite Sara Moreira (31:39,11) und Youssef El Kaliali (28:20,03).

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