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Usain Bolt (r.) holte bei den Olympischen Spielen 2008 in Peking drei Goldmedaillen © getty

Vor seinem dritten Saison-Meeting in Oslo ist der Rückstand des Weltrekordlers auf Tyson Gay enorm. Doch Bolt kennt seine Stärken.

Oslo/München - Sein drittes Saisonrennen am Donnerstag in Oslo steht für Usain Bolt unter einem besonderen Stern.

Nur wenn Jamaikas Weltstar die 200 m beim Diamond League-Meeting im Bislett-Stadion (Do., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1 und auf SPORT1+) in mindestens 19,95 Sekunden läuft, kann er 2011 erstmals an die Spitze der Weltrangliste stürmen. Über 100 m rennen nämlich drei Rivalen deutlich vor ihm her.

"Ich habe mehr Muskulatur, weniger Gewicht. Das müsste sich schon positiv auswirken. Aber die lange Pause hat mich ein bisschen unsicher gemacht. Ich war seit Olympia nicht mehr so nervös", sagte Usain Bolt vor einer Woche.

Obwohl er in jeweils 9,91 Sekunden am 26. Mai in Rom Ex-Weltrekordler Asafa Powell (9,93) und fünf Tage später im tschechischen Ostrau den Weltranglisten-Zweiten Steve Mullings (beide Jamaika/9,80) bezwungen hatte, ist der Knoten noch nicht wirklich geplatzt.

"Ich werde hart trainieren"

"Die Leute haben mehr von mir erwartet - und ich hatte ein bisschen mehr erhofft. Ich werde in den nächsten Wochen vor allem zu Hause hart trainieren, speziell am Start arbeiten. Vielleicht laufe ich darum meine ersten großen Zeiten erst Ende Juli", sagt Bolt, der sich vor den 200 m in Oslo auf keine Prognose einlassen will.

"Aber unter 20 ist mein Ziel", verrät der 24-Jährige, der seine Rückenprobleme vom bekannten Münchener Orthopäden Dr. Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt anscheinend mit Erfolg behandeln ließ.

Gay hat Nase vorn

Nach zehn Monaten Pause seit der Stockholmer Niederlage vom 6. August 2010 in 9,97 gegen Ex-Weltmeister Tyson Gay (USA/9,84) fehlen Bolt noch die Lockerheit und die Souveränität von früher.

"Man muss immer sehen, dass ich seitdem erst zwei Rennen hatte", sagt der 24-Jährige. Doch Gay startete immerhin in Jahres-Weltbestzeit von 9,79 ins WM-Jahr, und neben Mullings (9,80) war auch Mike Rodgers (USA) in 9,83 bereits deutlich schneller als Bolt.

Doch auf dem langen Weg zur WM im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) ist noch längst nichts verloren - falls Bolt im Training nicht doch falsche Akzente gesetzt hat.

Wildcard als letzte Rettung

Niemand muss ernsthaft fürchten, dass der schillernde Star von Olympia 2008 in Peking (Weltrekorde 9,69 und 19,30) und der WM 2009 in Berlin (9,58 und 19,19) bei Jamaikas WM-Trials Ende des Monats (23. bis 26.) in Kingston auf der Strecke bleibt - denn zur Not dürfte er als Titelverteidiger mit einer Wildcard antreten.

Eher könnte Asafa Powell Probleme bekommen, der mit seiner Saisonbestzeit von 9,93 nur Nummer vier des Inselstaats hinter Mullings, Bolt und Nesta Carter (9,92) ist.

Und hinter ihm lauern noch seine Landsleute Michael Frater (9,94) und Nickel Ashmeade (9, 96), dessen 200-m-Jahres-Weltbestzeit von 19,95 in Oslo erst einmal der große Orientierungspunkt für Usain Bolt ist.

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