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Olympiasieger Usain Bolt startete in Oslo erstmals seit 13 Monaten wieder über 200 Meter © imago

Auch ohne zu glänzen beherrscht der Olympiasieger die Konkurrenz in Oslo. Zweifel an der Form bleiben. Drei Deutsche überzeugen.

Oslo - In einem Rennen ohne nennenswerte Konkurrenz ist Usain Bolt im Osloer Regen an die Spitze der 200-m-Weltrangliste gestürmt. (Bericht)

Beim fünften Meeting der Diamond League feierte Jamaikas Leichtathletik-Star in Jahres-Weltbestzeit von 19,86 Sekunden seit Juni 2008 den 14. Sieg in Serie auf dieser Distanz.

Doch zum großen Gradmesser für den Dreifach-Weltrekordler werden 2011 nur die 100 m: Auch weil es nur hier in Daegu (27. August bis 4. September) ein WM-Duell mit Tyson Gay (USA) gibt.

"Es war mein erster 200-m-Start seit 13 Monaten, und ich bin sehr glücklich mit meiner Zeit unter 20 Sekunden", sagte der zuletzt verunsicherte Jamaikaner, der bei seinem Junioren-Weltrekord 2004 mit 17 Jahren nur wenig langsamer war (19, 93).

Ashmeade abgelöst

Doch für Bolt war an an diesem Abend vor 14.800 Zuschauern im ausverkauften Bislett-Stadion vor allem wichtig, dass er seinen 20 Jahre alten Landsmann Nickel Ashmeade (19,95) von der Spitze der Weltrangliste verdrängt hatte.

"Ich werde in den nächsten Wochen vor allem am Start und an meiner Technik arbeiten", sagt der 24-Jährige mit Blick auf Jamaikas WM-Ausscheidungen Ende Juni in Kingston.

Dort will er den neuen hungrigen Aufsteigern von der Karibik-Insel die Hacken zeigen und im Duell mit Steve Mullings (9,80), Nesta Carter (9,92), Ex-Weltrekordler Asafa Powell (9,93), Michael Frater (9,94) oder Yohan Blake (9,95) in die Schranken weisen. In die Diamond League kehrt Bolt erst am 7. Juli in Paris zurück.

[kaltura id="0_3rjqweui" class="full_size" title="Bolt Show in Oslo"]

Gefahr durch Gay

Auf Ex-Weltmeister Tyson Gay wird Bolt erst bei der WM treffen - und nur über 100 m, denn der Weltranglisten-Erste (9,79) erklärte seinen Verzicht auf den 200-m-Start in Daegu. "Aber über 100 m ist nur das Gold mein Ziel, schließlich bin ich Amerikaner", ließ Gay wissen, der noch leichte Hüftprobleme beklagt.

Er kann Bolt bei der WM gefährlich werden, falls dieser nicht zur Topform findet.

De Zordos erster Sieg

Deutschlands Leichtathleten konnten sich nach dem Dreifach-Triumph bei der Diamond League in Eugene/USA erneut in die Siegerliste eintragen. Der EM-Zweite Matthias de Zordo siegte im Speerwurf erstmals in der Königsklasse. Dass 83,94 m reichten, lag an schwierigen Bedingungen und dem Fehlen des angeschlagenen norwegischen Olympiasiegers Andreas Thorkildsen.

Junioren-Weltmeister Till Wöschler kam mit seine 78,22 m nur auf Rang acht. Hochsprung-Dritter höhengleich mit seinen Bezwingern wurde wie bei der WM 2009 in Berlin Raul Spank, der in Eugene zusammen mit Diskus-Weltmeister Robert Harting und Speerwerferin Christina Obergföll für den deutschen Dreifach-Erfolg gesorgt hatte.

Demut mit WM-Norm

Das Bislett-Stadion war für zwei deutsche Europameister ein schlechtes Pflaster. Erst lief Verena Sailer nach ihren Achillessehnenproblemen der internationalen 100-m-Konkurrenz als Siebte trotz zu starkem Rückenwind von 2,2 m in 11,46 Sekunden hinterher. Dann wurde Christian Reif ein Jahr nach dem EM-Gold im Weitsprung nur Neunter mit 7,71 m.

Grund zur Freude hatten ansonsten nur wenige der 13 Deutschen in Oslo.

Vor allem noch Dreispringerin Katja Demut, die als Vierte mit 14,17 m deutsche Jahresbestleistung und erstmals die zweimal nötige WM-B-Norm schaffte. Im Schatten von Bolt lief Sebastian Ernst als 200-m-Sechster in 20,70 Sekunden persönliche Jahresbestzeit.

Lehrgeld für Wierig

Zu Beginn hatte der Weltranglisten-Dritte Martin Wierig mit 61,14 m als Achter im Diskusring Lehrgeld gezahlt.

Jeweils Fünfte wurden die WM-Zweite Nadine Kleinert mit bescheidenen 18,50 m im Kugelstoßen und der Erfurter 1500-m-Läufer Stefan Eberhardt, der die WM-Norm in 3:39,09 Minuten um gut vier Sekunden verpasste. Im Stabhochsprung scheiterte Carolin Hingst dreimal an ihrer Anfangshöhe von 4,20 m.

Weitere Jahres-Weltbestzeiten neben Bolt gab es über 3000 m Hindernis durch den Kenianer Paul Kipsiele Koech in 8:01,83 Minuten und Halima Hachlaf beim 800-m-Sieg in 1:58,27 Minuten.

Südafrikas Weltmeisterin Caster Semenya meinte als Dritte (1:58, 61): "Ich bin auf einem guten Weg nach Daegu. Ich steigere mich ständig und kann bald deutlich mehr."

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