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Betty Heidler hält mit 79,42 Metern den Weltrekord im Hammerwerfen © getty

Bei der Team-EM in Stockholm gibt sich die Weltrekord-Halterin bescheiden. Sieben Siege und ihre Bestzeit machen Mut.

Stockholm - Deutschlands Leichtathleten sind am Donnerstag zur Mannschafts-EM nach Stockholm gejettet, doch selbst die neuen Überflieger im Team bleiben vor dem ersten Saisonhöhepunkt in Schwedens Hauptstadt auf dem Boden.

Auch Hammerwerferin Betty Heidler, die im Mai für den ersten deutschen Weltrekord seit der Vereinigung 1990 sorgte, verspricht trotz der Siegchance für das Team nur: "Wir wollen Platz drei verteidigen." ´

Gut zwei Monate vor der WM in Südkorea (27. August bis 4. September) halten auch die DLV-Funktionäre bei der Nachfolge-Veranstaltung des früheren Europacups im Olympiastadion den Ball flach.

Bis auf drei Leistungsträger alle an Bord

"Wir wollen um einen Top-3-Platz kämpfen", sagt Präsident Clemens Prokop. Sportdirektor Thomas Kurschilgen macht deutlich: "Titelverteidiger Russland ist Favorit - die Ukraine kann neben Großbritannien und Frankreich gefährlich werden."

Neben Hochspringerin Ariane Friedrich (LG Frankfurt/Achillessehnenriss) und den nach nach Verletzungen ebenfalls fehlenden Mannheimer Europameisterinnen Verena Sailer (100 m) und Carolin Nytra (Hürden/Halle) stehen alle Leistungsträger im Team.

So auch die sechs Athleten, die bei bisher sechs Meetings der Diamond League für sieben deutsche Siege sorgten:

Elf Deutsche mit Top-Platzierungen

Diskus-Weltmeister Robert Harting (Berlin/68,99), im Speerwurf die Vize-Europameister Christina Obergföll (Offenburg/65, 48) und Matthias de Zordo (Saarbrücken/85,78), im Stabhochsprung der Hallen-WM-Zweite Malte Mohr (München/5,81) und die EM-Zweite Silke Spiegelburg (Leverkusen/4,60) sowie im Hochsprung der WM-Dritte Raul Spank (Dresden/2,32).

Für die Stärke des Teams spricht, dass wie dieses Sextett fünf weitere deutsche Athleten unter den Stockholm-Teilnehmern in 36 Einzelwettbewerben Nr. 1 oder 2 der Saison sind:

[kaltura id="0_3rjqweui" class="full_size" title="Bolt Show in Oslo"]

Der wie Heidler (79,42 m) bei der EM 2010 in Barcelona siegreiche Weitspringer Christian Reif (Ludwighshafen/8,26 m), im Kugelstoßen die WM-Zweite Nadine Kleinert (Magdeburg/19,16), im Diskuswurf die EM-Sechste Nadine Müller (Halle-Saale/66,05) und überraschend im 400-m-Lauf Thomas Schneider (Potsdam/45,56).

"Viel Aussagekraft hat die EM nicht"

"Stockholm ist unter dem Gesichtspunkt Teambildung mit Blick auf die WM ein wichtiger Wettkampf. Aber viel Aussagekraft hat die Mannschafts-EM für den Saisonhöhepunkt nicht. Hier geht es um Punkte für das Team, in Korea um Medaillen", sagt Sportdirektor Kurschilgen.

Er baut wie in der Vergangenheit auf die Stärke der Werfer und gute Resultate der Springer: "Unser Laufbereich wird deutlich ausgeglichener sein als in den Jahren zuvor."

Insgesamt haben bereits 34 Athleten die A-Norm für die WM geschafft. Doch nur 14 von ihnen stehen in Stockholm im deutschen Team, weil es für jedes der zwölf stärksten Länder Europas in je 20 Männer- und Frauen-Disziplinen nur einen Teilnehmer gibt.

Zwei Nominierungs-Etappen

Das WM-Team für Daegu wird in zwei Etappen nominiert. Kurschilgen: "Die Athleten mit A-Norm benennen wir bereits nach den deutschen Meisterschaften am 24. Juli in Kassel. Ausnahme sind die Disziplinen, in denen mehr als drei Athleten die A-Norm oder auch die B-Norm geschafft haben."

Diese können sich durch einen Leistungsnachweis für die endgültige Nominierung bis zum 14. August empfehlen.

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