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Betty Heidler hält mit 79,42 Metern den Hammerwurf-Weltrekord © getty

Die Hammerwerferin siegt bei der Team-EM vor leeren Rängen. Danach kritisiert sie Ungleichbehandlung und Terminplanung.

Stockholm - Weltrekordlerin Betty Heidler übt massive Kritik an der schlechten Behandlung der Hammerwerfer in der internationalen Leichtathletik.

"Der Weltverband IAAF hat mit dieser Ungleichbehandlung angefangen und der Europäische Leichtathletik-Verband macht damit weiter", kritisierte die Europameisterin nach ihrem Auftaktsieg am Samstag bei der Team-Europameisterschaft. (Trio hält Deutschland auf Podestkurs)

"Es hat sich einiges angesammelt, jetzt kocht es über", hatte die 27-Jährige zuvor verlauten lassen.

Sieg vor leeren Rängen

Den sechsten Sieg seit ihrem Weltrekord vom 21. Mai (79,42 m) musste die Europameisterin von der LG Frankfurt vor dem eigentlichen Auftakt der Veranstaltung vor leeren Rängen im Stockholmer Olympiastadion erringen.

"Ich wüsste gern, warum das so sein muss. Sicherheitsbedenken können es nicht mehr sein. Denn seit es die neuen Wurfkäfige gibt, ist es unmöglich, dass ein Hammer jemanden treffen kann", kritisierte die 27-Jährige.

In Diamond League außen vor

"Kathrin Klaas hat in allem recht", unterstützt Betty Heidler die Tage zuvor schon geäußerte Kritik der Weltranglisten-Zweiten.

Ihre Klubkameradin hatte angeprangert, dass die Hammerwerfer und Hammerwerferinnen als einzige olympische Wurf-Disziplin nicht Teil der Diamond League sind und bei vielen Wettkämpfen im Vorprogramm werfen müssen.

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"Wo gibts denn sowas?"

Betty Heidler ärgerte aktuell in Stockholm. "Da bist du längst fertig mit dem Wettkampf und kannst dir dann in Ruhe die Eröffnung anschauen. Wo gibt's denn sowas? Bei Welt- und Europameisterschaften sind wir mitten im Programm, warum geht es nicht bei einer Team-EM?"

Auch in finanzieller Hinsicht fordert Betty Heidler eine Gleichberechtigung. Während die Sieger der Diamond League-Serie 40.000 US-Dollar erhalten, sind es für Platz eins bei der ausgelagerten Hammerwurf-Challenge nur 30.000.

Heidler hat hierfür kein Verständnis: "Warum auch hier ein Unterschied?"

Kritik am Terminplan

Mehr ärgert die erste Deutsche, die vor vier Wochen in Halle/Saale für den ersten deutschen Weltrekord in einer olympischen Leichtathletik-Disziplin seit der Wende sorgte, ein chaotisch anmutender Terminplan bei der Challenge.

"Da gibt es innerhalb einer Woche drei Wettkämpfe auf drei Kontinenten. Es ist unmöglich, überall dabei zu sein. Und dann werden Wettkämpfe auch noch kurzfristig verlegt."

Fehlende Spannung

Sie selbst führt ihre eher schwachen 73,43 m am Samstag in Stockholm jedoch nicht auf den Motivationsverlust durch die Verbannung ins Vorprogramm zurück:

"Es gab im Grunde nur eine nennenswerte Konkurrentin, irgendwie fehlte die Spannung. Es ging ja vor allem auch um Punkte. Und nach einer Serie von Wettkämpfen geht eh das Niveau wieder runter. Nächste Woche steige ich wieder voll ins Training ein."

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