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Robert Harting wurde 2009 in Berlin Weltmeister im Diskuswerfen © getty

In den Wurfdisziplinen sind die deutschen Leichtathleten bei der Team-EM kaum zu schlagen. Gold geht in den Osten Europas.

Stockholm - Sechs Werfer-Siege brachten Silber in der Regenschlacht:

Deutschlands Leichtathleten haben durch Platz zwei bei der Team-Europameisterschaft hinter Titelverteidiger Russland ihre erste große Bewährungsprobe im WM-Jahr bestanden.

Im nasskalten Stockholm überzeugten gut zwei Monate vor dem Saison-Höhepunkt in Daegu/Südkorea (27. August bis 4. September) vor allem die deutschen Siegertypen um Hammer-Weltrekordlerin Betty Heidler (Bericht: Trio hält Deutschland auf Podestkurs) und Diskus-Weltmeister Robert Harting.

"Überdurchschnittlich gut"

"Unser Team kämpfte am ersten Tag wie Russland überdurchschnittlich gut, am Sonntag litt dann Vieles unter Dauerregen und Temperaturen um 14 Grad. Darum musste der Stabhochsprung sogar in die Halle verlegt werden", kommentierte Leistungssport-Direktor Thomas Kurschilgen.

Er erlebte etliche deutsche Schwachpunkte in Laufdisziplinen. Dennoch reichte es mit 331,5 Punkten hinter Russland (385) klar zu Platz zwei. Bei der Team-EM-Premiere 2009 hatte das deutsche Team überraschend gesiegt und war 2010 Dritter geworden.

Star der 3. Team-EM war Frankreichs Sprintstar Christophe Lemaitre, der am Samstag in 9,95 Sekunden über 100 m Landes- und U23-Europarekord lief. Über 200 m bremsten ihn dann 2,8 m Wind bei seinen 20,28 Sekunden. Nur über 4x100 m unterlag er knapp gegen die Briten.

Esser sorgt für erfolgreichen Auftakt

Markus Esser gewann zum Auftakt des Schlusstages wie 24 Stunden zuvor Betty Heidler den Hammerwurf (Bericht: Heidler lässt Dampf ab). "Diese 79,28 m waren angesichts der Bedingungen bärenstark", lobte Kurschilgen den Leverkusener.

Danach genügten der WM-Zweiten Nadine Kleinert 17,81 m, um die Kugelstoß-Konkurrenz in Schach zu alten. "Nur der Sieg zählte, die Weite ist mir bei diesem Wetter egal", meinte die Magdeburgerin.

Harting ist Chef im Ring

Dann zeigte Harting einmal mehr, wer Chef im Diskusring ist. Mit 65,63 m verwies der Berliner die Konkurrenz in die Schranken und bekräftigte mit Blick auf die WM: "Ich will den Titel verteidigen."

Gleich zum Auftakt am Samstag hatte Betty Heidler 28 Tage nach ihrem Weltrekord-Hammer von Halle/Saale (79,42 m) mit 73,43 m die Richtung gezeigt.

"Mein schwächster Saison-Wettkampf. Es gab nur eine nennenswerte Konkurrentin, irgendwie fehlte die Spannung", meinte die Europameisterin nach ihrem sechsten Sieg in Serie.

Wenig später freute sich Kugelstoßer David Storl nach 20,81 m im letzten Versuch über den ersten Sieg gegen den Polen Tomasz Majewski. "Den Olympiasieger schlägt man nicht alle Tage", meinte der Sachse, der eine Woche zuvor mit 21,03 m in den Kreis der 21-m-Kugelstoßer vorgedrungen war.

Obergföll mit Jahres-Weltbestweite

Christina Obergföll sorgte am ersten Tag für den dritten deutschen Einzelerfolg. Mit Jahres-Weltbestweite von 66,22 m schlug die Offenburgerin nach zwei Siegen in der Diamond League stärkste Konkurrenz und setzte sich wie zuvor in diesem Jahr Harting (68,98) und Heidler an die Spitze der Weltrangliste 2011.

Nummer vier im Bunde unter den deutschen Weltranglisten-Spitzenreitern ist Silke Spiegelburg. Die EM-Zweite aus Leverkusen wurde höhengleich mit Polens Weltmeisterin Anna Rogwska (je 4,75) Zweite im Stabhochsprung.

Stark in Szene gesetzt hatten sich am ersten Tag auch zwei Läufer mit zweiten Plätzen: Georg Fleischhauer (Dresden) in persönlicher Bestzeit von 49,56 Sekunden über 400 m Hürden und Thomas Schneider (Potsdam/45,98) über 400 m.

De Zordo und Müller nur Vierte

Bei den Frauen wurde Jana Sussmann (Nordheide) starke Dritte über 3000 m Hindernis.

Nur Vierte statt Erste wurden lediglich zwei der acht deutschen Werfer: Etwas enttäuschend präsentierten sich der EM-Zweite Matthias de Zordo (Saarbrücken) mit 77,86 m im Speerwurf und Nadine Müller (Halle/Saale) mit 57,78 m im Diskuswurf.

Die schwächsten Platzierungen im Team verzeichneten unter zwölf Gegnern als Elfter Miguel Rigau (Köln) über 200 m sowie als Zehnte Arne Gabius (Tübingen) über 5000 m und Hochspringerin Marie-Laurence Jungfleisch (Kornwestheim). Vor allem auf den Laufdistanzen gab es zu viele schwache Platzierungen.

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