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Asafa Powell (l.) und Usain Bolt liefern sich seit Jahren packende Duelle. © getty

Asafa Powell will nach seiner Jahresweltbestzeit noch schneller werden. Blanka Vlasic ist nach Platz sechs frustriert.

Lausanne - Der "Schattenmann" von Usain Bolt will es noch einmal wissen. Asafa Powell stürmte beim siebten Diamond League-Meeting in Lausanne in Jahresweltbestzeit von 9,78 Sekunden über die Piste - so schnell wie seit der Zeit seiner vier Weltrekorde nicht mehr.

"Asafa hat im Winter erstmals wieder Krafttraining absolviert", sagt Trainer Stephen Francis mit hintergründigem Lächeln.

Der Coach macht deutlich: Der Mann, den Bolt aus den Schlagzeilen verbannte, strebt wieder ins Rampenlicht.

Powell will noch schneller werden

"Nicht perfekt, es war etwas kalt. Aber alle Zeiten unter 9,8 sind wirklich gut. Nun will ich hart trainieren, um noch schneller zu werden", sagte Asafa Powell.

Der 28-Jährige verdrängte den verletzten Tyson Gay (USA/9,79) von der Spitze der Weltrangliste. Zwei Monate vor der WM im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) ist er damit 0,13 Sekunden schneller als Bolt, der am 9. Juli in Paris in die Diamond League zurückkehren will.

Lücke zu Jamaikanern wird größer

Powell (2), Bolt und Steve Mullings beherrschten die bislang vier Saisonrennen der Diamond League 2011.

In Lausanne steigerte sich außerdem der am WM-Start gescheiterte Michael Frater (Jamaika) auf 9,88.

Als Dritter stellte Frankreichs Europameister Christophe Lemaitre in 9,95 zwar seinen Landesrekord ein, war aber dennoch unzufrieden: Er wollte die Distanz zu den Jamaikanern verkürzen, doch die Lücke wurde größer.

Vlasic stürzt ab

Jahresweltbestmarke Nummer zwei besorgte Frankreichs Hallen-Weltmeister Teddy Tamgho, der im Dreisprung fünf ungültige Versuche und famose 17,91 m fabrizierte.

Frustriert schlich dagegen Kroatiens Hochsprung-Weltmeisterin Blanka Vlasic aus der Arena: Statt des 100. Zwei-Meter-Sprungs gab es beim Sieg der Russin Anna Tschitscherowa (1,95) mit 1,90 m den Absturz auf Platz sechs.

Nur Letzte im 1.500-m-Rennen wurde Südafrikas 800-m-Weltmeisterin Caster Semenya.

Mohr knapp geschlagen

Die Deutschen verpassten beim siebten Saison-Meeting der "Königsklasse" ihren achten Sieg.

Malte Mohr wurde wie bei der Hallen-WM 2010 Zweiter, mit 5,73 m besiegt von Frankreichs Europameister Renaud Lavillenie (5,83). Beide scheiterten zuletzt an der Jahresweltbestmarke von 5,88 m.

Vierter war der Olympia-Achte Raphael Holzdeppe mit 5,53 m, Fünfter Fabian Schulze (5,43).

Thorkildsen revanchiert sich

Auf Platz drei landeten Speerwerfer Matthias de Zordo und Diskuswerferin Nadine Müller. Der Vize-Europameister ließ den 83,65 m im ersten Versuch fünf ungültige Würfe folgen.

Norwegens Olympiasieger Andreas Thorkildsen, der die Jahresweltbestmarke um nur drei Zentimeter verfehlte, gelang mit 88, 19 m problemlos Revanche für seine Osloer Niederlage gegen den Deutschen.

Die EM-Sechste Nadine Müller lag mit 63,58 m nur 71 Zentimeter hinter der Kubanerin Yarelis Barrios (64,29).

Deutsche Siege gab es in Rahmen-Wettbewerben durch Cathleen Tschirch, die über 100 m in 11,45 Sekunden vor Marion Wagner (11,46) lag, und die 4x100-m-Staffel, in der Tschirch und Wagner zusammen mit Johanna Kedzierski und Karoline Köhler 43,35 sprinteten.

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