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Speerwerferin Christina Obergföll holte 2005 und 2007 WM-Silber, 2010 EM-Silber © imago

Christina Obergföll glänzt beim Meeting in Paris und spricht vom WM-Sieg. Auch Diskus-Werfer Harting unterstreicht seine Ansprüche.

Paris - In der Nacht von Paris ist bei Speerwerferin Christina Obergföll der Traum vom WM-Gold erwacht.

Die Olympia-Dritte von Peking 2008 steigerte sich bei ihrem dritten Diamond-League-Sieg in Serie (Bericht) auf die Jahres-Weltbestleistung von 68,01 Meter.

Sie stellte damit vor 49.174 Zuschauern sogar den leicht verschnupften Sprintstar Usain Bolt in den Schatten, der die 200 m in 20,03 Sekunden gewann.

Für den zweiten deutschen Sieg in der französischen Hauptstadt sorgte Diskus-Weltmeister Robert Harting.

Obergföll träumt von WM-Gold

"Ich wusste, heute geht was, aber 68 Meter habe ich nicht erwartet. Von daher bin ich mehr als zufrieden", sagte Obergföll: "Ich denke, 68 Meter reichen in Daegu für eine Medaille, aber mein Traum ist es, dort zu gewinnen."

Nach Silber bei den Titelkämpfen 2005 und 2007 ist die Offenburgerin jetzt die Gold-Favoritin bei den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September).

Molitor weit zurück

Die 29-Jährige machte bereits mit ihrem ersten Wurf den dritten Diamond-League-Erfolg nach den Siegen in Eugene und New York perfekt.

Obergföll gewann vor der tschechischen Olympiasiegerin Barbora Spotakova (67,57) und der Russin Maria Abakumowa (65,12), der bisherigen Nummer eins des WM-Jahres (67,98).

Nur Platz sieben belegte die Deutsche Meisterin Katharina Molitor (61,74).

Harting trumpft auf

Diskus-Riese Harting, mit 68,99 m Weltjahresbester, schockte die Konkurrenz bereits im ersten Durchgang mit der Siegweite von 67,32 m, hatte anschließend aber wegen leichter Knieprobleme keinen gültigen Versuch mehr.

Der polnische Europameister Piotr Malachowski (67,26) kam bis auf sechs Zentimeter an den Berliner, der damit weiter in diesem Jahr ungeschlagen bleibt, heran und wurde vor Olympiasieger Gerd Kanter (Estland/67,24) Zweiter. Auf Platz sechs landete Martin Wierig (Magdeburg/64,20).

Bolt mit Grippe

Eine leichte Grippe und Verzögerungen beim Start wegen technischer Probleme mit der Startanlage ("da ist mir kalt geworden") verhinderten die große Bolt-Show.

"Ich habe mich nicht gut gefühlt, mich aber entschieden zu laufen", sagte Bolt. (NEWS: Leichtathletik)

"Die ersten 150 Meter waren okay, die letzten 50 aber nicht", so der Jamaikaner. Im Gefühl des sicheren Sieges trudelte der 24-Jährige aus und verpasste so eine deutlich bessere Zeit.

Stabhochspringer enttäuschen

Leer ging das deutsche Stabhochsprung-Quartett aus.

Doha-Sieger Malte Mohr (München/5,53) scheiterte an 5,73 m und musste seinem großen Konkurrenten Renaud Lavillenie (5,73) beim Heimspiel den Sieg überlassen.

Raphael Holzdeppe (Zweibrücken/5,53), Fabian Schulze (München/5,53) und Alexander Straub (Filstal/5,33) spielten ebenfalls keine Rolle im Kampf um die Podiumsplätze.

EM-Champ Reif nur Siebter

Auch Hochspringer Raul Spank (Dresden) enttäuschte mit 2,23 m und Platz neun.

Weitsprung-Europameister Christian Reif (Ludwigshafen) belegte mit 7,99 m Platz sieben beim Sieg von Olympiasieger Irving Saladino (Panama/8,40).

Carsten Schlangen (Berlin) lief über die 1500 m in 3:35,74 Minuten knapp an der A-Norm für die WM (3:35,00) vorbei und belegte Platz 14.

Demut verpasst Podium

Im Dreisprung landete die deutsche Rekordhalterin Katja Demut (Jena) mit 14,06 m auf Platz sieben. Die Kubanerin Yargelis Savigne siegte mit der Jahres-Weltbestleistung von 14,99 m.

Ebenfalls Siebte wurde Kugelstoßerin Nadine Kleinert (Magdeburg) mit 18,01 m beim Sieg von Olympiasiegerin Valerie Vili (Neuseeland/20,78).

Über 400 m Hürden schnappte sich die Tschechin Zuzana Hejnova in 53,29 Sekunden den Sieg und die Jahres-Weltbestleistung.

Semenya siegt

Ebenfalls eine neue Bestmarke setzte Athen-Olympiasiegerin Meseret Defar aus Äthiopien über 5000 m in 14:29,52 Minuten.

Kelly-Ann Baptiste (Trinidad und Tobago) setzte sich über 100 m in 10,91 Sekunden gegen das jamaikanische Duo Veronica Campbell-Brown (10,95) und Kerron Stewart (11,04) durch.

Über 800 m siegte Weltmeisterin Caster Semenya (Südafrika) in 2:00,18 Minuten.

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