vergrößernverkleinern
Verena Sailer holte 2010 in Barcelona bei den Europameisterschaften die Goldmedaille über 100 m © getty

Sprinterin Verena Sailer sagt wegen Achillessehnenbeschwerden die komplette Saison ab. Olympia soll nicht in Gefahr sein.

Berlin - Aus der Traum von der WM - für Deutschlands Top-Sprinterin Verena Sailer ist die Sommersaison gelaufen.

Wegen Achillessehnenproblemen kann die 100-m-Europameisterin bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (26. August bis 4. September) nicht an den Start gehen.

Sailer steckt zurück, um eine mögliche Teilnahme an den Olympischen Spielen 2012 in London nicht infrage zu stellen.

"Das ist mir verdammt schwer gefallen, eine Saison abzusagen. Und das auch noch in einem WM-Jahr", sagte Sailer dem "Mannheimer Morgen".

"Bin keine Maschine"

"Ich bin keine Maschine. Wenn der Körper sagt, dass es nicht geht, dann geht es nicht. Ich würde riskieren, dass die Verletzung schlimmer wird, wenn ich diese Signale überhöre", fügte sie hinzu.

"Ihr Arzt Dr. Müller-Wohlfahrt sieht keine Gefährdung für die Olympischen Spiele 2012 in London", teilte Sailers Managerin Vera Michallek am Montag via "leichtathletik.de" mit.

Viel Potenzial vorhanden

Beruhigend, denn Verena Sailer hat viel Potenzial. 2010 war ihr Jahr: In 11,10 Sekunden lief die Mannheimerin bei den Europameisterschaften in Barcelona zu Gold.

Sie ist Europas Schnellste in der Königsdiziplin der Leichtathletik.

Körperliche Probleme

Dem ruhmreichen Sommer folgte aber ein harter Winter. Wegen Rückenproblemen musste sie ihre Teilnahme an der Hallen-EM absagen.

Die Wintersaison war ein Fiasko, der Start in die diesjährige Freiluftsaison nicht besser: Europas schnellste Frau lief der Konkurrenz hinterher, sagte ein Meeting nach dem anderen ab.

Ein Abbruch der Saison kam für die 25-Jährige dennoch lange nicht infrage. Nun musste sie doch auf ihren Körper hören und Prioritäten setzen.

Sobald die Beschwerden vollständig abgeklungen sind, will Verena Sailer mit der Vorbereitung für London 2012 beginnen.

Nytra braucht Ruhe

Auf ihrem Leidensweg ist Sailer nicht allein. Auch ihre Vereinskollegin von der MTG Mannheim, Carolin Nytra, Hallen-Europameisterin über 100 Meter Hürden, musste schmerzlich feststellen, dass der Körper irgendwann Ruhe benötigt.

Sie schiebt ihren Saisonstart immer weiter hinaus, die WM-Teilnahme ist akut in Gefahr.

Die Zeit drängt

"Wir sind hier nicht bei Wünsch' dir was, sondern bei So isses", schreibt die 26-Jährige auf ihrer Homepage.

Zwar ist der Muskelfaserriss, den sie Anfang des Jahres erlitten hatte, ausgeheilt. Doch jetzt sind anhaltende Beuger- und Rückenschmerzen das Problem.

Den anvisierten Start am vergangenen Wochenende in Birmingham musste sie absagen.

Die Zeit wird knapp für Carolin Nytra, um die WM-Norm bei den deutschen Meisterschaften am 23. und 24. Juli in Kassel zu knacken. Es wäre die nächste Medaillenhoffnung, die zu Hause bleibt.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel