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Iwan Tichon wurde schon 2007 Hammerwurf-Weltmeister © imago

Die weißrussischen Medaillengewinner Dewjatowski und Tichon sind im olympischen Hammerwurf-Wettbewerb gedopt gewesen.

München - Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat den beiden weißrussischen Hammerwurf-Olympiamedaillengewinnern Wadim Dewjatowski und Iwan Tichon ihre in Peking gewonnen Medaillen wegen Dopings aberkannt.

Die IOC-Exekutive strich das Duo aus den Ergebnislisten. Dewjatowski, der als Wiederholungstäter zudem lebenslang von Olympia ausgeschlossen wurde, hatte Silber gewonnen, der dreimalige Weltmeister Tichon Bronze.

Die beiden waren nach dem Hammerwurf-Finale am 17. August positiv auf das männliche Sexualhormon Testosteron getestet worden.

Neuer Silbermedaillen-Gewinner hinter dem Slowenen Primoz Kozmus ist der ursprünglich viertplatzierte Ungar Krisztian Pars. Bronze bekommt der Japaner Koji Murofushi, Olympiasieger von Athen 2004.

Esser rückt auf Rang 7 vor

Der Leverkusener Markus Esser rückt auf Rang sieben vor.

Der Leichtathletik-Weltverband IAAF wurde aufgefordert, weiterführende Sanktionen gegen das Duo zu verhängen.

Dewjatowski steht vor einem lebenslangen Bann, Tichon muss voraussichtlich zwei Jahre pausieren.

Auch ein Rennkanute überführt

Aus den Ergebnislisten von Peking wurde auch der polnische Rennkanut Adam Seroczynski gestrichen, der Platz vier im Zweier-Kajak über 1000 m mit seinem Partner Mariusz Kujawsk belegt hatte.

Seroczynski wurde die Einnahme des anabolen Steroids Clenbuterol nachgewiesen.

"Entscheidung nicht nachvollziehbar"

"Wir werden die Entscheidung in jedem Fall vor dem Sport-Schiedsgericht CAS anfechten", sagte Tichon: "Wir haben erhebliche Zweifel an den Analysemethoden."

Unterstützung erhalten die beiden Athleten von Weißrusslands Sportminister Alexander Grigorow. "Die Entscheidung des IOC ist nicht nachvollziehbar", erklärte er gegenüber der Nachrichtenagentur "Reuters".

15 Dopingfälle bei Olympia

Insgesamt gab es bei den Sommerspielen 15 Dopingfälle, sechs bei Pferden, neun bei Athleten. Dabei wurden bislang fünf Medaillen aberkannt.

Vor Dewjatowski und Tichon hatten Siebenkämpferin Ludmilla Blonska (Ukraine) ihr silbernes Edelmetall und Sportschütze Kim Jong-Su (Nordkorea) seinen zweiten Platz mit der freien Pistole sowie sein gewonnenes Bronze mit der Luftpistole wieder hergeben müssen.

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