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Christina Obergföll holte sich 2007 und 2008 den deutschen Meistertitel © getty

In der Diamond League ist die Speerwerferin derzeit ungeschlagen. Auf ihrem Weg zu Olympia hat sie einen Rekord stets vor Augen.

Offenburg - Die Diamond League als Aufwärmübung für die deutschen Meisterschaften:

Nach drei Siegen in Folge in der Leichtathletik-Königsserie in Eugene/Oregon, New York und zuletzt in Paris ist das Meeting am Freitag in Monte Carlo (Fr., ab 20 Uhr LIVE im TV auf SPORT1) für Christina Obergföll der Aufgalopp für die nationalen Titelkämpfe am Samstag und Sonntag in Kassel.

"Bei großen internationalen Meisterschaften gibt es die Qualifikation und dann das Finale. So ähnlich wird das jetzt für mich sein", sagt die Olympiadritte, die von Kassel aus gleich zum Sporthilfe-Event "Gold macht Deutschland stolz" nach Berlin weiterreist.

Die Bronzemedaillengewinnerin von Peking gehört zu den etwa drei Dutzend "Elite Plus"-Athleten, die von der Stiftung Deutsche Sporthilfe bis August 2012 monatlich mit 1500 Euro unterstützt werden.

Saisonbestleistung in Paris

"Das beruhigt ungemein. Auch wenn mal ein Wettkampf nicht so läuft oder vielleicht eine kleine Verletzung dazwischenkommt, brauche ich mir keinen Kopf zu machen", sagt die Offenburgerin.

So wie es derzeit läuft, muss sich die Vize-Weltmeisterin von 2005 und 2007 wirklich keine Sorgen machen.

In Paris schleuderte sie den 600 Gramm schweren Speer Anfang Juli auf 68,01 Meter - so weit wie noch keine andere Athletin in dieser Saison.

Starke Konkurrenz in Daegu

Klar, dass sie bei den Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) möglichst weit vorn landen möchte.

"Um den Sieg kann ich dort mitwerfen, doch mit Barbora Spotakova und Maria Abakumowa ist die Konkurrenz sehr stark", sagt die Lebensgefährtin von Boris Henry, dem Speerwurf-Bundestrainer der Männer, in Anspielung auf Tschechiens Weltrekordlerin und die russische Olympiazweite.

Weniger stark trat bisher Europameisterin Linda Stahl in den Blickpunkt, die 2010 in Barcelona überraschend EM-Gold vor Christina Obergföll gewann (BERICHT: Öbergölls Traum vom WM-Gold wird greifbar)

Vision 7229

Eine andere Vision grüßt von ihrem Auto-Kennzeichen mit der amtlichen Nummer 7229. Das Schild zielt auf den Weltrekord, den Olympiasiegerin Spotakova seit dem Triumph von Peking mit 72,28 Meter innehat.

Durch das KfZ-Kennzeichen ist Christina Obergföll diese Weite stets präsent.

"Dieses Ziel habe ich, aber es ist nicht so, dass ich sage: Dieses Jahr will ich das erreichen. In erster Linie will ich natürlich bei den großen Wettkämpfen Medaillen gewinnen und das Optimum erreichen."

Olympia hat Priorität

Deswegen hat Obergföll, die weltweit als Zweite die 70-m-Marke geknackt hat, das Fernstudium an der BSA-Akademie Saarbrücken in den Fächern Fitness, Ernährung und Gesundheitsförderung erstmal zurückgestellt.

Olympia hat Priorität.

Die Abschlussarbeit in ihrem Master-Studiengang, die bis zum nächsten Sommer fällig wäre, wird sie erst nach der Rückkehr aus London in Angriff nehmen - womöglich mit olympischen Meriten als Ansporn fürs Berufliche.

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