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Betty Heidler holte bei der WM in Berlin 2009 Silber im Hammerwurf © imago

Die Hammerwerferin ist derzeit das Maß der Dinge und dominiert die Konkurrenz. Vor der WM will sie noch "viel Schmerzen" ertragen.

Kassel - Weit, weiter, Heidler: Mit einem sanften Lächeln strahlte Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler die Wolken über dem Auestadion weg und versprühte den goldenen Glanz von Erfolg.

Das neue Gesicht der deutschen Leichtathletik drückte den deutschen Meisterschaften in Kassel mit ihrem siebten Sieg in Serie ihren Stempel auf und unterstrich ihre Titelambitionen für die WM im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September).

"Es läuft, ich bin glücklich. So kann es bleiben", sagte die 27-Jährige.

"Passe auf, dass keine weiterwirft"

Zwar war sie mit ihrem Wettkampf in Kassel nicht hundertprozentig zufrieden ("Der Hammer ist mir weggelaufen"), doch letztlich stand mit 76,04 m eine Weite zu Buche, die in dieser Saison noch keine andere Athletin auf der Welt übertroffen hat.

Außer Heidler selbst.

"Ich bin in der Rolle der Gejagten. Ich fühle mich wohl darin und werde schon aufpassen, dass keine weiterwirft", sagte die Weltmeisterin von 2007, die am 21. Mai mit 79,42 m beim Meeting in Halle an der Saale Weltrekord geworfen hatte.

Positiver Druck

Die daraus resultierenden Drucksituationen setzt Heidler im Gegensatz zu früheren Jahren positiv um:

"Mittlerweile ist es eher so, dass ich sie mag, weil sie mich motivieren und vorantreiben. Ich weiß, dass ich nicht aufhören darf zu kämpfen."

Fast vier Meter liegt Heidler vor der Nummer zwei in der Welt, der Chinesin Zhang Wenxiu (75,65).

Bescheidenes WM-Ziel

Trotzdem gibt die gebürtige Berlinerin als Ziel für Daegu bescheiden "eine Medaille" an. Auf Medaillenjagd geht Heidler aber nicht allein.

Kathrin Klaas, ihre Teamkollegin von der LG Eintracht Frankfurt, liegt mit 75,48 m auf Platz drei der Weltjahresbestenliste.

Es könnte also doppeltes Edelmetall geben. "Die Chancen stehen gut, wenn wir beide unser Potenzial abrufen", sagte Heidler.

Sicher ist sich die smarte Polizistin und Jura-Studentin auch in ihrer Unterstützung für Klaas' Engagement, den Hammerwurf mehr ins Rampenlicht zu rücken.

"Preisgelder ein Witz"

Klaas hatte in Kassel ihren durchtrainierten Bauch mit der Aufschrift "Nicht gut genug für die Diamond League" verziert.

"Wir bekommen international nicht die Anerkennung, die wir verdienen", sagte auch Heidler. Das macht sich auch bei den Preisgeldern bemerkbar:

"Ein Witz zu dem, was andere Disziplinen bekommen. Portokasse, oder so."

"Viele Schmerzen"

Mit Wettkämpfen ist bis zur WM jetzt aber sowieso Schluss:"Wir haben keinen Wettkampf mehr und gehen komplett in die Vorbereitung rein."

Dort warten auf die Europameisterin "viel Krafttraining, viele schwere Geräte werfen, hohe Umfänge." Und, wie sie lachend gesteht, "viele Schmerzen".

Die Belohnung für die Schinderei soll es in Südkorea geben, in Goldglanz.

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