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Christina Obergfölls Saisonbestweite liegt bei 68,86 Metern © dpa Picture Alliance

Die Speerwerferin gilt nach ihren Erfolgen in der Diamond League als eine der wenigen Medaillen-Kandidaten bei der WM in Daegu.

Kassel - Wenn es um Gold ging, fehlte ihr oft die Lockerheit.

Doch gut vier Wochen vor der Weltmeisterschaft in Daegu (27. August bis 4. September) strahlt Christina Obergföll gleich im doppelten Sinne des Wortes eine neue Leichtigkeit aus:

Nachdem sie ein paar Kilo an Gewicht verloren und rein optisch an Attraktivität gewonnen hat, könnte "leichter, hübscher, weiter" ihre neue Devise sein.

"Ich bin super zufrieden. Meine 68,86 m von Kassel haben gezeigt, dass ich mithalten kann. Bei der WM wird die bessere Tagesform über Gold entscheiden", sagt die 29-jährige Speerwurf-Olympiadritte (BERICHT: Obergföll grandios - Fleischhauer kurios).

Am Freitag hatte Obergföll nach drei Siegen in der Diamond League in Monte Carlo ihre Spitzenposition in der Welt an Tschechiens Olympiasiegerin Barbora Spotakova (69,45) verloren.

Zwei Operationen im Winter

"Mit ihr ist ganz stark zu rechnen in Daegu. Für mich ist Barbora die Favoritin. Sie kann weit werfen und kontern, wenn es sein muss. Aber auch bei Maria Abakumowa ist alles möglich, wenn sie voll trifft", sagt Obergföll mit Blick auf die russische Olympiazweite.

Woher kommt sie nun, diese neue Lockerheit, die Christina Obergföll ausstrahlt?

"Ich bin mit weniger Erwartung in die Saison gegangen, nachdem ich im vergangenen Winter zwei Knie-Arthroskopien hatte", sagt die Offenburgerin und fügt an: "Und ich habe seit Februar ein neues Krafttrainingsgerät, mit dem ich sehr gute Erfahrungen mache. Das hat mir mein Sponsor finanziert, keine Werferin könnte es selbst bezahlen."

"Nur" Bronze bei Olympia

Kein Wunder, dass auch Spotakova bereits die "neue Wunderwaffe" bestellt hat, zu deren Weiterentwicklung Christina Obergfölls Trainer und Manager Werner Daniels beitrug.

"Über eine Schiene wird der Abwurf simuliert. Es spricht genau die Muskulatur an, die man als Speerwerferin braucht", sagt die Ex-Europarekordlerin.

[kaltura id="0_wbnggyb9" class="full_size" title=" Zidane ismus in der Leichtathletik"]

Vor drei Jahren war sie in Peking erst traurig, weil es hinter Spotakova und Abakumowa nur Bronze bei Olympia gab.

"Weil es am Ende die einzige Medaille für die deutschen Leichtathleten war, hatte sie besonderes Gewicht. Ohne dieses Bronze hätten wir heute in Offenburg die für uns sehr wichtige neue Halle nicht", sagt Werner Daniels.

Linda "tut alles weh"

Der Trainer sieht die veränderte Christina Obergföll so: "Sie ist einfach reifer geworden. Ihre Selbststeuerung klappt besser. Vor der WM müssen wir nur den Ball flach halten. Am 6. August wird es noch einen Wettkampf geben, ansonsten werden wir uns zuhause gezielt auf Daegu vorbereiten."

Seine Athletin sieht es so: "Gesund bleiben, locker sein wie bisher - und tranieren."

Gesund und locker - das trifft nicht zu auf die deutsche Rivalin, die ihr 2010 das EM-Gold vor der Nase wegschnappte.

"Linda sagt, ihr tue alles weh", berichtete Christina Obergföll mit Blick auf Europameisterin Stahl und deren enttäuschende 57,67 m beim erneuten Scheitern an der WM-Norm (61,50).

Stahls letzte Chance

Deren Trainer Helge Zöllkau sagt: "Linda hat bessere Trainingswerte als vergangenes Jahr.

Aber sie will zu viel, und mit Gewalt klappt es nicht. Hinzu kommt, dass das Ischiosakralgelenk immer wieder Probleme macht, wenn sie einen Wurf in der Hüfte verdreht."

Nach zwei Wochen Trainingslager in Kienbaum steht am 13. August für Linda Stahl die Stunde der Wahrheit an. Zöllkau: "Ihre letzte Chance auf die Norm."

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