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Oscar Pistorius' Bestzeit über die 200 Meter sind 21,58 Sekunden © getty

Der südafrikanische Verband nominiert Prothesensprinter Oscar Pistorius für die WM. Chancenlos ist er in Daegu nicht.

Johannesburg - Er sagt von sich selbst, er sei "der schnellste Mann ohne Beine".

Und seit Montag hat Oscar Pistorius es schwarz auf weiß: Der "Blade Runner", der als erster beinamputierter Leichtathlet die Qualifikation für die Titelkämpfe der Nichtbehinderten geschafft hat, steht über 400 und 4x400 m im südafrikanischen Team für die Leichtathletik-WM in Daegu/Südkorea (27. August bis 4. September). 434833(Der DLV-Kader für die WM)

Der 24-Jährige war begeistert von seiner Nominierung: "Davon habe ich immer geträumt. Ich will mein Bestes für mein Land geben im Kampf gegen die Elite des Planeten. Es wäre eine gute Leistung, wenn ich die Vorläufe überstehen und persönliche Bestzeit laufen würde", meinte der 24 Jahre alte Prothesensprinter.

Halbfinale ist drin

Pistorius hatte am 19. Juli im italienischen Lignano nach der geradezu sensationellen 400-m-Steigerung auf 45,07 Sekunden die WM-Norm unterboten. (BERICHT: "Blade Runner" schafft WM-Norm)

Derzeit ist er 18. der Weltrangliste, die Kirani James (Grenada) in 44,61 anführt.

Das WM-Halbfinale (beste 16) scheint nicht ausgeschlossen, wenn Pistorius einen weiteren Traumlauf erwischt. Er hatte in Lignano die A-Norm des Leichathletik-Weltverbandes IAAF (45,25) um 0,18 Sekunden unterboten.

Amputation nach Gendefekt

Pistorius hatte von Geburt an durch einen Gendefekt keine Wadenbeine und keine äußere Seite der Füße, sondern nur zwei Zehen, die Knochen auf der Innenseite des Fußes und die Ferse. Im Alter von elf Monaten wurden ihm die Beine unterhalb der Knie amputiert.

Nun endete für ihn ein Jahre währender Wettlauf um Normen. Der Südafrikaner war mit 17 Jahren schon 200-m-Sieger bei den Paralympics 2004 in Athen, doch er strebte 2008 vergeblich den Start bei den Nicht-Behinderten in Peking an.

Erfolg vor Gericht

Damals fehlte ihm letztlich die Norm, nachdem er vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen die IAAF durchgesetzt hatte, dass er auch bei Wettkämpfen der Nicht-Behinderten zugelassen wird. (Alles zum Behindertensport)

Seine Karbon-Prothesen würden Pistorius keinen Vorteil verschaffen, hieß es am 16. Mai 2008 in der Urteilsbegründung.

Angst vor "Techno-Doping"

Die IAAF scheiterte damals mit ihren Argumenten aus einer Studie des Kölner Biomechanikers Gert-Peter Brüggemann, der im Herbst 2007 beauftragt worden war, herauszufinden, ob Pistorius durch die Stelzen einen Vorteil hat.

Dabei wurde die IAAF offenbar aus einer Angst vor "Techno-Doping" getrieben. "Sie haben die Fragen so gestellt, dass sie die Antworten bekommen haben, die sie hören wollten", bemängelte Pistorius, machte Brüggemann aber keinerlei Vorwürfe: "Wir haben uns gut verstanden."

Auch Olympia 2012 als Ziel

Nach einem schweren Bootsunfall war für Pistorius 2009 noch der Traum von der WM-Teilnahme in Berlin am Fehlen der Norm von 45,95 gescheitert. Nachdem es mit Daegu klappte, hat der 24-Jährige schon neue Ziele.

2012 will Pistorius erst bei Sommer-Olympia in London starten und drei Wochen später bei den Paralympics an gleicher Stelle die WM-Titel über 100, 200 und 400 m in der Schadensklasse T44 verteidigen.

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