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Linda Stahl gewann bei der Europameister- schaft 2010 Gold im Speerwurf © imago

Zwei Härtefälle haben gute Chancen, ein WM-Ticket zu ergattern. Stabhoch- springer Björn Otto ist offenbar der große Pechvogel.

München - Speerwurf-Europameister Linda Stahl steht trotz nicht erreichter Norm im gut 70-köpfigen WM-Team des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV).

Zu diesem gehört als dritter Stabhochspringer beim Saisonhöhepunkt in Daegu/Südkorea (27. August bis 4. September) auch der Wattenscheider Karsten Dilla. (434833Der DLV-Kader für die WM)

Pechvogel der Jagd um die WM-Tickets bleibt dessen Disziplin-Kollege Björn Otto.

Dies zeichnete sich 24 Stunden vor Bekanntgabe des endgültigen Teams am Montag ab.

"Linda kann mehr"

"Ich habe Linda Stahl als dritte Speerwerferin neben Christina Obergföll und Katharina Molitor für die Nominierung vorgeschlagen. Sie hat zwar auch am Freitag beim Meeting in Kienbaum die deutsche Norm von 61,00 m mit 59,99 wieder knapp verpasst. Aber sie kann auf Basis der bei 59,00 m liegenden B-Norm des Weltverbandes IAAF nominiert werden", sagt Jürgen Schult, Teammanager der Werfer.

Entscheidend für Schult, noch immer Diskus-Weltrekordler, war dabei: "Wie Lindas Trainer Helge Zöllkau glaube auch ich, dass Linda aufgrund der Trainingswerte mehr kann als sie bisher zeigte. Auch letztes Jahr ist der Knoten erst spät vor ihrem EM-Gold geplatzt."

Elberding schlägt Dilla vor

Völlig klar ist auch der Nominierungsvorschlag, den Stab-Bundestrainer Jörn Elberding hinsichtlich des dritten Platzes im Team der Männer abgab.

"Ich war mir mit dem für die Springer zuständigen Cheftrainer Herbert Czingdon einig, dass Karsten Dilla nominiert werden soll", sagte Elberding:

"Er war war bei den deutschen Meisterschaften, die ein wichtiges Kriterium sind, vor Björn Otto. Er hat den besseren Schnitt in den stärksten drei bzw. stärksten sechs Wettkämpfen."

[kaltura id="0_wbnggyb9" class="full_size" title="Pr gelei in Monte Carlo"]

"Und er hat die Norm zweimal erreicht, Björn Otto nur einmal. Beiden wurde übrigens eine in Landau erzielte Norm wegen der nicht erfolgten Vermessung der Anlage aberkannt."

Schaf knackt die Norm

Für das bislang 64-köpfige Team (Stand 26. Juli nach DM) haben sich am Samstag in Mannheim auch Alexander John (Leipzig) als dritter Hürdensprinter mit A-Norm in 13,45 Sekunden und Alex Schaf (Stuttgart) qualifiziert.

Schaf unterbot mit der Steigerung auf 10,20 Sekunden über 100 m bei optimalem Rückenwind die B-Norm des DLV um 0,01 Sekunden.

Schaf gehörte noch nicht zum Kreis der Nominierten für die 4x100-m-Staffel. Jeweils zwei weitere Läufer werden über die bereits benannten Athleten hinaus am Montag über 4x400 m der Männer und Frauen ins Team rücken.

Über 200 m schaffte Alexander Ernst (Wattenscheid) in 20,51 die Deagu-A-Norm.

Gollnow muss zuhause bleiben

Diese verpasste in 49,66 Sekunden über 400 m Hürden Georg Fleischhauer (Dresden). Da nur ein Athlet pro Disziplin mit B-Norm benannt werden kann, muss David Gollnow (Erding) zu Hause bleiben.

Dieser war Ende Juli in Kassel deutscher Meister geworden, nachdem Fleischhauer wegen zu spät abgegebenen Startkarte nicht zum Finale hatte antreten dürfen.

Macht der DLV über die IAAF-B-Norm schon eine Ausnahme für Linda Stahl, so könnte dies auch für Anne-Kathrin Elbe (Leipzig) gelten.

Exakt diesen Richtwert (13,15 Sekunden) schaffte die Freundin des WM-Dritten im Hochsprung, Raul Spank, in Mannheim über 100 m Hürden nach zuvor verpasster DLV-B-Norm.

Bartels und Moguenara dabei

Auch die anderen unter Vorbehalt Nominierten werden im WM-Team stehen.

Dazu gehören auch Kugelstoß-Halleneuropameister Ralf Bartels (Neubrandenburg) nach dem aus persönlichen Gründen verpassten DM-Start und Weitspringerin Sosthene Moguenara (Wattenscheid), die in Mannheim alle Zweifel mit ihrer Steigerung auf 6,83 m beseitigte.

Ihre Klubkameradin Sabine Krantz erhielt im 20-km-Gehen Startrecht durch die IAAF, nachdem ihre Qualifikationszeit erst aus formalen Gründen nicht anerkannt worden war.

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