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Europameisterin Linda Stahl (r., mit Christina Obergföll) wurde 2009 WM-Sechste © getty

Der Leichtathletik-Verband gibt seinen Kader für die WM in Daegu bekannt. Zwei Härtefälle werden nominiert, ein Athlet hat Pech.

München - Speerwurf-Europameisterin Linda Stahl steht trotz fehlender Norm im 75-köpfigen WM-Team, das der Deutsche Leichtathletik-Verband (DLV) bekannt gegeben hat. Diesem gehört als dritter Stabhochspringer beim Saisonhöhepunkt in Daegu/Südkorea (27. August bis 4. September) Karsten Dilla an. (Alle 75 Athleten: Der komplette DLV-Kader)

Pechvogel bei der Jagd nach den WM-Tickets bleibt dessen nicht nominierter Klubkamerad und Disziplin-Kollege Björn Otto (Uerdingen/Dormagen).

"Björn ist jetzt natürlich sauer auf mich und den DLV. Vor allem auch, weil seine 5,80 m von Landau nicht zählen. Aber ich kann nichts dafür, wenn der Wettkampf wegen der zuvor nicht ordnungsgemäß vermessenen Anlage nicht gewertet werden kann", sagte Stab-Bundestrainer Jörn Elberding. (434833Der DLV-Kader für die WM)

Dilla konstanter

Er hatte Björn Otto bereits am Samstag nach dessen Mannheimer Sieg über Dilla (beide 5,72 m) mitgeteilt, dass er in Daegu nicht der dritte Mann neben Malte Mohr (München) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken) sein wird.

Karsten Dilla (22) erhielt den Vorzug gegenüber dem elf Jahre älteren Rivalen aus mehreren Gründen.

Elberding war sich mit dem für die Springer zuständigen Cheftrainer Herbert Czingon einig: "Er war bei den deutschen Meisterschaften, die ein wichtiges Kriterium sind, vor Björn Otto. Er hat den besseren Schnitt in den stärksten drei bzw. stärksten sechs Wettkämpfen. Und er hat die Norm zweimal erreicht, Björn Otto nur einmal."

Beiden wurde übrigens eine in Landau erzielte Norm wegen des Problems mit der Anlage aberkannt.

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Zehn Medaillenhoffnungen

Der DLV, der seine größten Goldkandidaten unter rund zehn Medaillenhoffnungen in Hammerwurf-Weltrekordlerin Betty Heidler (LG Frankfurt/79,42 m) und Diskus-Weltmeister Robert Harting (Berlin) hat, erweiterte den Kreis der bisher 64 Nominierten um 12. Dafür fällt einer wieder raus: Der Wattenscheider Christian Blum, der bereits für die 4x100-m-Staffel nominiert war, muss wegen muskulärer Probleme passen.

Neben sechs Staffelläufern sowie Stahl und Dilla rückten auch die drei Hürdensprinter Alexander John, Eric Balnuweit (beide Leipzig) und Willi Mathiszik (Wattenscheid) über die nachgelieferte A-Norm ins Team. Mit deutschem Jugendrekord hatte sich U20-Europameisterin Gesa Felicitas Krause (LG Frankfurt) als Jüngste des Teams für einen Hindernisstart in Daegu empfohlen.

"Hoher Anspruch"

"Wir haben mit hohem Anspruch und perspektivischem Weitblick nominiert. Die Ergebnisse der vergangenen Wochen haben gezeigt, dass wir eine leistungsstarke DLV-Nationalmannschaft zur WM nach Daegu senden", sagte DLV-Sportdirektor Thomas Kurschilgen.

Der DLV bestätigte die Nominierung aller, die wie der aus persönlichen Gründen bei der Kasseler DM nicht angetretene Kugelstoß-Hallen-Europameister Ralf Bartels (Neubrandenburg) am 26. Juli unter Vorbehalt nominiert worden waren.

Dabei sein darf auch Sabine Krantz (Wattenscheid), die im 20-km-Gehen das Startrecht durch den Weltverband IAAF erhielt, nachdem ihre Qualifikationszeit erst aus formalen Gründen nicht anerkannt worden war.

Stahl mit B-Norm

Linda Stahl hatte zwar auch am Freitag beim Werfermeeting in Kienbaum/Brandenburg mit 59,99 m die deutsche WM-Norm (61,00) verpasst, wurde aber auf Basis der bei 59,00 m liegenden B-Norm des Weltverbandes IAAF als dritte Speerwerferin nach der EM-Zweiten Christina Obergföll (Offenburg) und Katharina Molitor (Leverkusen) nominiert.

Jürgen Schult, Teammanager Wurf: "Wie ihr Trainer Helge Zöllkau glaube auch ich, dass Linda aufgrund der Trainingswerte mehr kann, als sie bisher gezeigt hat. Auch letztes Jahr ist der Knoten erst spät vor ihrem EM-Gold geplatzt."

Bei der letzten WM 2009 in Berlin hatte der DLV mit 92 Athleten zwei Gold-, drei Silber- und vier Bronzemedaillen gewonnen. Aus dem Kreis der vier Europameister von Barcelona 2010 fehlt nur die verletzte 100-m-Spezialistin Verena Sailer.

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