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Silke Spiegelburg holte bei der EM 2010 in Barcelona die Silbermedaille © getty

Die Führende der Diamond League will bei der WM in Deagu zu Edelmetall springen. Sorge macht sie sich um ihre Ausrüstung.

Leverkusen - Hoffentlich bleiben die neuen Sprungstäbe heil.

Das ist der größte Wunsch von Vize-Europameisterin Silke Spiegelburg vor ihrem Abflug zur Leichtathletik-WM im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September). (Alle 75 Athleten: Der komplette DLV-Kader)

Keine guten Stäbe, keine Medaillenchance.

"Manchmal waren von zehn Stäben nur noch zwei zu gebrauchen, wenn sie vom Hersteller aus bei mir ankamen. Beim Umladen auf irgendeinem Flughafen kann immer etwas passieren", sagt die 25 Jahre alte Weltklasse-Stabhochspringerin von Bayer Leverkusen.

Längere Stäbe für neue Rekorde

Ihre neuesten Spezialanfertigungen aus Fiberglas messen 4,60 m. Sie sind zehn Zentimeter länger als jene Stäbe, die sie in diesem Jahr in der Halle (4,76) und im Freien (4,75) zu persönlichen Rekorden schweben ließen.

"Ich will im WM-Finale Bestleistung springen", sagt Spiegelburg voller Selbstbewusstsein. (434833Der DLV-Kader für die WM)

Dies hat sie sich auch in der Diamond League erarbeitet. In der hochkarätigsten Serie der Leichtathletik liegt die WM-Vierte von 2009 an der Spitze.

"WM-Konkurrenz wird noch stärker"

Beim großen Finale am 8. September in Zürich können ihr noch drei Athletinnen den Gesamtsieg streitig machen. "Auch das zeigt, wie eng es bei uns zugeht. Und die WM-Konkurrenz wird ja mit Jelena Issinbajewa noch zusätzlich stärker."

Die russische Weltrekordlerin (5,06) wird nach ihrem WM-Debakel von Berlin 2009 und der Hallen-WM 2010 erstmals wieder in den Kampf um Medaillen eingreifen und gilt in Südkorea eher als "große Unbekannte".

Zum Saison-Abschluss wartet am 11. September das ISTAF in Berlin. Danach wäre für Silke Spiegelburg die Zeit da, ihre kickenden Fußball-Kollegen von der 04-Werkself öfter im Stadion zu besuchen.

[kaltura id="0_wbnggyb9" class="full_size" title="Pr gelei in Monte Carlo"]

Dank and die Bundesliga-Stiftung

"Ich würde in Leverkusen auch gern mal ein Spiel in der Champions League sehen", so der Schützling von Trainer Leszek Klima. Sie hat dabei selbst eine Verbindung zum Fußball. "Die Bundesliga-Stiftung hat im Rahmen der Sporthilfe-Förderung eine Patenschaft für mich übernommen."

Während Silke Spiegelburg sich heute über den sicheren Transport ihrer Wettkampfgeräte Gedanken macht und pro Flug bis zu 150 Euro Zusatz-Gebühr für ihr unvermeidliches Übergepäck zahlen muss, so war sie früher froh, überhaupt einen Stab in Reichweite zu haben.

"Verwöhnt waren wir damals bestimmt nicht", sagt sie mit Blick auf jene Zeiten, als sie an der Seite ihrer drei älteren Brüder und unter den Augen ihres Vaters Ansgar zu üben begann. Zumeist nebenan in Ibbenbüren oder Münster, weil es zuhause in Lengerich keine Anlage gab.

Abgesichert durch "Elite Plus"

Umso mehr schätzt die Athletin, die nach dem Abitur 2005 nach Leverkusen wechselte und so erst spät zum Leistungssport mit täglichem Training fand, das neueste Sporthilfe-Fördermodell "Elite Plus".

Es garantiert ihr bis Olympia 2012 anderthalb Jahre lang zusätzlich 1500 Euro pro Monat und eine sorgenfreie Vorbereitung. "So gut abgesichert war ich noch nie. Die Sporthilfe ist für die geförderten Athleten schon deshalb eine tolle Sache, weil wir dadurch ein gesichertes kleines Grundeinkommen haben", sagt Spiegelburg.

Kein Zeitdruck beim Studium

Dank "Elite Plus" kann die Athletin ihr 2006 begonnenes Diplom-Studium im Fach Gesundheitsökonomie an der Universität Köln beruhigt etwas zurückfahren.

"Jetzt, da ich bis zu den Sommerspielen abgesichert bin, kann ich es etwas entspannter angehen und ohne Zeitdruck auf zwei, drei Klausuren pro Semester reduzieren", sagt Spiegelburg mit Blick auf London.

Dort will sie nach dem 13. Platz 2004 in Athen und dem 7. Rang 2008 in Peking zu Edelmetall springen.

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