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Jelena Issinbayewa gewann in Athen 2004 und in Peking 2008 Olympisches Gold © getty

Nach zwei Jahren voller Rückschläge meldet sich die Russin eindrucksvoll zurück und verbessert den Hallen-Weltrekord.

Hamburg/Stockholm - Nachdem Jelena Issinbajewa spektakulär über 5,01 m gesegelt war und ihren 28. Weltrekord aufgestellt hatte, konnte sie sich einen Seitenhieb auf die Konkurrenz nicht verkneifen.

Ob ihr denn bei den Olympischen Spielen in London eine Springerin gefährlich werden könnte, wollte ein Reporter wissen.

"Ich denke, die Frage können Sie sich selbst beantworten", sagte die einzige 5-m-Stabhochspringerin der Welt, zuckte mit den Schultern und lachte, "natürlich kann ich noch höher springen."

Keine Frage, Jelena Issinbajewa ist zurück.

"Mein endgültiges Comeback"

Die Königin des Frauen-Stabhochsprungs sitzt nach einer langen Durststrecke wieder fest auf ihrem Thron.

"Das war mein endgültiges Comeback", sagte sie nach dem achten 5-m-Wettkampf ihrer Karriere und strahlte.

In diesem Moment schienen all ihre Rückschläge der vergangenen Jahre zu verblassen.

Zwei Jahre voller Rückschläge

2009 bei der WM in Berlin gelang Issinbajewa, die zuvor über Jahre ihre Disziplin nach Belieben dominierte hatte, kein gültiger Versuch, sie reagierte mit einem Sturzbach an Tränen. Es folgte eine ebenso enttäuschende Hallen-WM.

Danach zog die 29-Jährige die Reißleine: ein Jahr Pause. Um danach ebenso verunsichert zurückzukehren. Issinbajewa hatte ihre Leichtigkeit verloren.

Bei der WM 2011 in Daegu kam die Frau, die mit ihrer Freiluft-Rekordmarke von 5,06 m 14 Zentimeter vor der besten Rivalin liegt, nicht über Platz sechs hinaus.

"Es war wie im Traum"

Nun hat sie sich im Olympiajahr mehr als eindrucksvoll zurückgemeldet.

In Stockholm konnte sich Issinbajewa endlich wieder von den 10.000 begeisterten Zuschauern feiern lassen.

"Es war wie im Traum", sagte sie, "das war meine Nacht. Ich hatte keine Schmerzen, keine Verletzung. Ich bin einfach gesprungen."

Und wie sie gesprungen ist.

Ohne Tadel zum Rekord

Wie selbstverständlich stieg die Russin erst bei 4,72 m ein, überflog 4,82 m und hatte erst bei 4,92 m einige Probleme - ehe die Diva nach ihrem lupenreinen Versuch über 5,01 m alle Selbstzweifel endgültig beiseite wischte und ihrem alten und neuen Trainer Jewgeni Trofimow um den Hals fiel.

"Im Training bin ich die Höhe schon zweimal gesprungen", sagte sie, "und mein Trainer meinte, dass ich es auch locker im Wettkampf schaffe - wenn ich technisch sauber springe."

Mit Obamas Slogan an die Spitze

So richtig an die Chance zum Rekord geglaubt hat sie aber erst nach dem Sprung über 4,92 m.

Sie sagt, da habe sie in ihren Körper hineingehorcht. Und dieser habe geantwortet: "Yes, we can!"

Mit diesem Slogan gewann Barack Obama die Wahl zum Präsidenten der USA.

Die Botschaft lautete damals: Alles ist möglich.

Drittes Olympia-Gold als Ziel

Und auch für Issinbajewa soll es in diesem Jahr noch höher hinausgehen.

"5,01 m sind schon ziemlich hoch", sagte sie, "aber als ich am Anlauf stand, kam es mir gar nicht mehr so hoch vor. Manchmal empfinde ich solche Höhen, als wären nur 4,15 m aufgelegt. Und diesmal hatte ich das Gefühl, dass die Latte deutlich niedriger liegt als normal."

Die Botschaft an die Konkurrentinnen ist klar: In London will Issinbajewa ihren dritten Olympiasieg holen.

Da versteht sie keinen Spaß.

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