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David Storl will kein Risiko eingehen
David Storl holte 2011 in Daegu WM-Gold mit 21,78 Metern © getty

Storl setzt bei der deutschen Hallen-DM eine europaweite Jahres-Bestmarke. Bayer überrascht sich selbst und segelt über 8 Meter.

Karlsruhe - Kugel-Koloss David Storl und Weitspringer Sebastian Bayer waren bei den deutschen Hallen-Meisterschaften in Karlsruhe die umjubelten Stars am ersten Tag.

Weltmeister Storl wuchtete sein 7,25 Kilo schweres Arbeitsgerät auf starke 21,40 m und riss damit die Zuschauer in der Halle von den Sitzen. In Europa hat in diesem Jahr noch kein Athlet weiter gestoßen.

"Drei Stöße über 21 Meter, das war schon gut", sagte Storl. Jetzt will der Chemnitzer bei der Hallen-WM in Istanbul (9. bis 11. März) um eine Medaille kämpfen.

"Es wird auf die Tagesform ankommen, denn fünf Athleten haben das Potenzial für eine Medaille", meinte Storl, "es haben noch nicht alle gezeigt, was sie drauf haben."

Bayer verteidigt Titel

Bayer segelte auf 8,12 m und verteidigte seinen Titel erfolgreich. "Mit dieser Weite habe ich nie gerechnet", sagte der zweimalige Halleneuropameister.

Für ihn war es der erst zweite Wettkampf in diesem Jahr. In Düsseldorf war er zuletzt nicht über 7, 68 m hinausgekommen.

Nytra geschlagen und verletzt

Hinter ihren Möglichkeiten blieb auch seine Freundin Carolin Nytra. Die Hürdensprinterin musste sich überraschend Cindy Rohleder geschlagen geben.

Die Leipzigerin siegte in deutscher Jahresbestleistung von 7,96 Sekunden. Nytra, die sich während des Rennens einen Muskelfaserriss zuzog, blieb nur der zweite Platz (7, 98).

"Für mich ist es phänomenal, dass sie durchgelaufen ist, fast übermenschlich. Zwei, drei Wochen wird es dauern, bis die Verletzung behoben ist", sagte ihr Trainer Rüdiger Harksen.

Kleinert sammelt 13. Titel ein

Im Stabhochsprung kam Silke Spiegelburg, die dieses Jahr den deutschen Hallenrekord schon auf 4,77 m geschraubt hatte, bei ihrem Sieg nicht über 4,57 m hinaus.

Im Kugelstoßen der Frauen sicherte sich Nadine Kleinert ihren insgesamt 13. nationalen Titel. Die 36-Jährige gewann mit 19,13 Metern vor Christina Schwanitz (18,68) und Denise Hinrichs (18,06).

"Die alte Dame hat wieder zugeschlagen", sagte Kleinert, die mit dem Gewinn der Silbermedaille bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen ihren größten Triumph gefeiert hatte.

Blum und Sailer sprinten zum Sieg

Christian Blum und Verena Sailer sicherten sich die Titel über die prestigeträchtigen 60 m. Blum setzte sich in 6,62 Sekunden durch und verteidigte seinen Titel vor Tobias Unger (6,69) und Maximilian Kessler (6,70) erfolgreich.

Europameisterin Sailer war in 7,15 Sekunden nicht zu schlagen.

Nach überstandenen Problemen an der Achillessehne gewann sie mit deutlichem Vorsprung vor Yasmin Kwadwo (7,28) und Tatjana Pinto (7,34). Sailer rangiert mit ihrer Zeit jetzt auf Platz acht in der Welt.

Überangebot für DLV

Obwohl bereits 24 Athleten die Norm für Istanbul erfüllt haben, wird der Verband nur ein Mini-Team zur Hallen-WM schicken.

Guenther Lohre, Vizepräsident Leistungssport im DLV, rechnet mit 15 bis 17 deutschen Startern. "Wir werden in der ein oder anderen Disziplin stark besetzt sein", sagte er.

Die zu erwartende Mannschaft sei "klein, aber fein". Ein erfolgreiches Abschneiden bei den Olympischen Spielen habe "oberste Priorität", sagte Lohre.

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