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Ariane Friedrich gewann bei der WM 2009 in Berlin die Bronzemedaille © getty

Hochspringerin Ariane Friedrich sichert sich den Titel bei der Hallen-DM. Stab-Oldie Otto springt Meisterschaftsrekord.

Karlsruhe - Ein überragender Kugel-Koloss David Storl, die schnelle Sprinterin Verena Sailer und Stabhochspringer Björn Otto mit einer spektakulären Flugshow haben bei den deutschen Hallen-Meisterschaften der Leichtathleten für die Highlights gesorgt.

Hochsprungkönigin Ariane Friedrich kommt 14 Monate nach ihrem Achillessehnenriss immer besser in Form.

Dagegen musste Hürden-Ass Carolin Nytra in Karlsruhe einen bitteren Rückschlag hinnehmen.

Insgesamt haben die DLV-Asse mit ihren Leistungen Hoffnungen auf eine erfolgreiche Olympia-Saison geschürt.

Storl setzt Ausrufezeichen

Fünf Monate vor den Spielen in London wuchtete Weltmeister Storl sein 7,25 Kilo schweres Arbeitsgerät auf starke 21,40 m und riss damit die Zuschauer in der Halle von den Sitzen.

In Europa hat in diesem Jahr noch kein Athlet weiter gestoßen.

"Drei Stöße über 21 Meter, das war schon gut", sagte Storl. Jetzt will der Chemnitzer bei der Hallen-WM in Istanbul (9. bis 11. März) um eine Medaille kämpfen.

"Es wird auf die Tagesform ankommen, denn fünf Athleten haben das Potenzial für eine Medaille", meinte Storl, "es haben noch nicht alle gezeigt, was sie drauf haben."

Otto mit Meisterschaftsrekord

Vor 5000 begeisterten Zuschauern am Sonntag sicherte sich Stab-Oldie Otto seinen zweiten Titel nach 2007.

Der 34-Jährige von der LAV Bayer Uerdingen/Dormagen gewann den hochklassigen und spannenden Wettkampf mit Meisterschaftsrekord von 5,92 m vor Malte Mohr (Wattenscheid/5,87) und Raphael Holzdeppe (Zweibrücken/5,82).

Otto, der sich noch vergeblich am deutschen Rekord von 6,01 m versuchte, hat damit seinen Anspruch auf eine Medaille bei der Hallen-WM in Istanbul (9. bis 11. März) untermauert.

"Das wird eine spannende Sache", meinte der Biologie-Student.

Nur der Franzose Renaud Lavillenie (5,93) ist in der Welt bisher höher gesprungen als Otto.

"Habe noch weiten Weg vor mir"

Friedrich steigerte sich auf 1,91 m und sicherte sich ihren insgesamt elften nationalen Titel.

"Es war unheimlich anstrengend und sehr spannend", sagte Friedrich: "Ich habe noch einen weiten Weg vor mir, damit es im Sommer dann richtig knallt."

Einen Start bei der Hallen-WM kommt für die deutsche Rekordhalterin aber nicht in Frage.

Bei den Männer steigerte sich Raul Spank (Dresden) bei seinem Sieg auf 2,32 m. Der WM-Dritte von 2009 schob sich damit auf Platz sechs der Jahresweltbestenliste.

Tränen bei Nytra

Sailer rannte die prestigeträchtigen 60 m in hervorragenden 7,15 Sekunden. Nach überstandenen Problemen an der Achillessehne schob sich die Europameisterin damit auf Rang acht der Weltjahresbestenliste.

"Mir fällt ein riesen Stein vom Herzen", sagte Sailer, "ich bin Bestzeit gelaufen. Das ist Motivation für den Sommer, der steht im Vordergrund."

Während Sailer das Lächeln gar nicht mehr aus dem Gesicht bekam, verließ Hürden-Ass Nytra die Halle mit Tränen in den Augen.

Grund war nicht ihr Zweiter Platz hinter Cindy Roleder, sondern der im Rennen erlittene Muskelfaserriss in der linken Wade.

"Für mich ist es phänomenal, dass sie durchgelaufen ist, fast übermenschlich. Zwei, drei Wochen wird es dauern, bis die Verletzung behoben ist", sagte ihr Trainer Rüdiger Harksen.

Die Hallen-Europameisterin war bereits in der vergangenen Sommersaison wegen Rückenproblemen komplett ausgefallen.

Bayer überrascht

Besser machte es ihr Freund Sebastian Bayer.

Der Weitspringer segelte auf 8,12 m und verteidigte seinen Titel erfolgreich.

"Mit dieser Weite habe ich nie gerechnet", sagte der zweimalige Halleneuropameister. Für ihn war es der erst zweite Wettkampf in diesem Jahr. In Düsseldorf war er zuletzt nicht über 7,68 m hinausgekommen.

Olympia hat "oberste Priorität"

Obwohl 28 Athleten die Norm für Istanbul erfüllt haben, wird der Verband nur ein Mini-Team zur Hallen-WM schicken.

Guenther Lohre, Vizepräsident Leistungssport im DLV, rechnet mit 15 bis 17 deutschen Startern.

"Wir werden in der ein oder anderen Disziplin stark besetzt sein", sagte er. Die zu erwartende Mannschaft sei "klein, aber fein". Ein erfolgreiches Abschneiden bei den Olympischen Spielen habe "oberste Priorität", sagte Lohre.

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