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Silke Spiegelburg steigerte ihre Bestleistung im Juli in Monaco auf 4,82 m © imago

Nach Platz 4 bei Olympia will die Stab-Artistin beim Diamond-League-Finale abkassieren. 15 Disziplinsieger werden noch gesucht.

München/Brüssel - Bei Olympia entluden sich Schmerz und Verzweiflung vor den Fernsehkameras in dramatischer Weise: "Warum werde ich denn immer Vierte? Immer! Das kann doch nicht wahr sein", brüllte die weinende Silke Spiegelburg völlig entnervt.

In der Form ihres Lebens war die Stabhochspringerin in London zum vierten Mal um nur einen Rang an einer Medaille gescheitert.

Nach der Niete in der Windlotterie des Olympiafinals hofft die 26 Jahre alte Leverkusenerin beim Diamond League-Zahltag der Leichtathleten am Freitag in Brüssel (ab 20 Uhr LIVE auf SPORT1+) auf das Happy End.

Auf dem kurzen Weg nach Moskau?

"Diese Chance von London wird wohl nie wiederkommen. Sie war in fantastischer Form und hatte so viel Pech. Das wird sie noch lange bedrücken", sagt Trainer Leszek Klima und lässt wissen: "Zumindest ist Silke jetzt wieder kämpferisch eingestellt. Die letzte Technik-Einheit lief sehr gut. Sie weiß, worum es geht."

40.000 Dollar, die sie bereits 2011 als Siegerin der Stab-Saisonwertung der Königsklasse kassiert hatte, könnten nach einem Jahr mit deutschem Hallenrekord im Januar (4,77 m) und Freiluft-Rekord im Juli in Monte Carlo (4,82 m) und andererseits frustrierenden Plätzen bei EM und Olympia krönender Abschluss werden.

Neben einem diamantbesetzten Pokal lockt die Leverkusenerin auch eine Wild Card für die WM 2013 in Moskau.

"Ich will mir nächstes Jahr den Qualifikations-Stress vor der WM ersparen", sagt Spiegelburg, die ihren deutschen Stab-Kolleginnen durch die Wild Card Chancen eröffnen könnte.

Zwei Punkte hinter zwei Konkurrentinnen

Wie stark ihre Disziplin ist, bewies Olympia: Hinter Spiegelburg (4,65) belegten Vizeweltmeisterin Martina Strutz aus Neubrandenburg (4,55) und Lisa Ryzih aus Ludwigshafen (4,45) die Plätze fünf und sechs.

Um ihren Vorjahreserfolg zu wiederholen, muss die Leverkusenerin (bisher acht Punkte) nach dem Saisonabbruch von Russlands Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa in Brüssel an Brasiliens Weltmeisterin Fabiana Murer und Kubas Vize-Weltmeisterin Yarisley Silva (beide 10) vorbeiziehen.

"Wenn Silke gewinnt, sind ihr die 40.000 Dollar auf alle Fälle sicher", sagt Klima.

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Deutsches Duo fordert Spotakova

Die Saison beendet hat bereits Diskus-Olympiasieger Robert Harting (Berlin), der nach nur einem Auftritt in der Diamond League 2012 nur eine vage theoretische Chance auf 40.000 Dollar gehabt hätte.

Am Start ist in seiner Disziplin der Magdeburger Olympiasechste Martin Wierig.

Im Speerwurf trifft die Olympia-Medaillengewinnerinnen Linda Stahl sowie Katharina Molitor (beide Leverkusen) erneut auf die bereits als Gesamtsiegerin feststehende tschechische Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Barbora Spotakova.

Infekt: Obergföll sagt Teilnahme ab

Christina Obergföll dagegen musste Stunden vor dem Start ihre Teilnahme absagen.

"Mich hat ein ganz schlimmer Magen-Darm-Infekt erwischt. Ich war sechs Stunden im Krankenhaus, nachdem der Arzt im Hotel nicht wirklich helfen konnte, habe Infusionen erhalten. Keine Ahnung, wie ich mir das eingehandelt habe", sagte die Offenburgerin.

Nun will sie nur noch ausspannen. "Erst eine Woche Champions Club, dann Thailand", meinte die 31-Jährige, die bei einem erneuten zweiten Platz in Brüssel hinter Tschechiens Olympiasiegerin Barbora Spotakova immerhin 6000 Dollar erhalten hätte.

15 Disziplinsieger noch offen

Nachdem vor acht Tagen in Zürich bereits 17 Disziplinsieger im Diamond Race feststanden, werden jetzt die 15 anderen 40.000-Dollar-Prämien verteilt. Keine Frage, dass sich Weltstar Usain Bolt neben 300.000 Dollar Startgage noch ein Trinkgeld verdienen will.

Der sechsmalige Olympiasieger wechselt gegenüber Zürich die Distanz und läuft die 100 m, Weltmeister Yohan Blake (ebenfalls Jamaika) 200 m.

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