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Steven Hooker gewann 2008 bei den Olympischen Spielen die Goldmedaille © getty

Hochspringerin Ariane Friedrich siegt beim Sportfest in Thüringen mit einer Weltklasse-Höhe. Auch Christian Blum überrascht.

München - Drei knapp verpasste Weltrekorde durch Kroatiens Hochsprung-Star Blanka Vlasic, Äthiopiens Langstrecken-Ass Meseret Defar und Stab-Aufsteiger Steven Hooker prägten das Leichtathletik-Wochenende.

Da ging es fast unter, dass Deutschlands Hochsprung-Hoffnung Ariane Friedrich beim Sportfest im thüringischen Arnstadt mit der Weltklasse-Höhe von 2,02 m siegte und zum 14. Mal in ihrer Karriere die 2,00 überflog.

Vor 7500 Zuschauern in Stuttgart fehlten 5000-m-Weltmeisterin Defar in 8:26,99 Minuten nur 3,27 Sekunden zur 2007 an gleicher Stelle aufgestellten Bestmarke (8:23,72). Nur hauchdünn scheiterte Vlasic in Abwesenheit von Friedrich nach 2,04 m am Versuch, einen Zentimeter höher zu springen als die Schwedin Kajsa Bergquist vor drei Jahren beim Hallen-Weltrekord in Arnstadt (2,08).

"Ich fühlte mich in Weltrekord-Form", meinte Vlasic, der wie Defar eine Rekordprämie von 25.000 Dollar entging.

Neue Nummer zwei

Olympiasieger Hooker brachte erneut den Thron von Stab-Weltrekordler Sergej Bubka ins Wanken. Mit 6,06 m schwang sich der Australier in Boston zur Nummer zwei der ewigen Weltbestenliste (drinnen wie draußen) hinter dem Ukrainer auf, dessen 16 Jahre alter Weltrekord bei 6,15 steht.

Wie vor Wochenfrist in New York scheiterte Hooker erst an 6,16. "Im dritten Versuch war ich mit meiner Hüfte schon drüber, habe dann aber die Latte mit Brust und Armen berührt", meinte der 26-Jährige: "Jetzt steht zwischen mir und dem Weltrekord niemand mehr."

"Zwei Meter sind ein Wahnsinnsgefühl"

Für Friedrich, die 2,04 knapp riss und hinter Vlasic die Nummer zwei der Welt ist, war der Sieg in Arnstadt etwas Besonderes: "Ich bin in Thüringen geboren und habe eine ganz besondere Verbindung zu diesem Meeting. Jedes Mal, wenn es über zwei Meter geht, ist das ein Wahnsinnsgefühl."

Eine Jahres-Weltbestleistung von 2,36 erzielte bei den Männern der Russe Iwan Uchow.

Mit sieben Jahres-Weltbestleistungen war das 600.000 Euro teure Stuttgarter Meeting besser als das Bostoner (sechs).

Blum sorgt für Überraschung

Die große deutsche Überraschung war Christian Blum mit dem 60-m-Sieg und der Steigerung auf 6,56 Sekunden. Damit ist er vier Wochen vor der Hallen-EM in Turin Nummer zwei auf dem alten Kontinent.

"Irgendwann musste der Knoten ja mal platzen", meinte Blum. Den Generationswechsel im Stabhochsprung vollzog der 23-jährige Tobias Scherbarth mit seinem Sieg und 5,76 m.

Jones siegt mit Bestmarke

Höhepunkte waren außerdem die Jahres-Weltbestmarken von David Oliver (USA) und Jewgeni Borissow (Russland) über 60 m Hürden (7,45 Sekunden) sowie von Hallen-Weltmeisterin Lolo Jones (USA) (7,85).

Drei weitere Saisonbestzeiten gingen auf das Konto dreier gebürtiger Afrikaner. Weltmeister Bernard Lagat (USA) lief über 3000 m 7:35,41 Minuten, der Äthiopier Deresse Mekkonen 3:36,42 über 1500 m und der Sudanese Ismail Ahmad Smail über 800 m 1:45,73.

Insgesamt sieben deutsche Athleten erfüllten in der Schleyer-Halle erstmals die Norm für Turin (6. bis 8. März).

Niklaus mit drei ungültigen Versuchen

In Boston lieferte neben Hooker die Stab-Olympiazweite Jennifer Stuczynski (USA) mit 4,82 m die beste Leistung ab. Sie scheiterte erst beim Weltrekord-Versuch von 4,96.

Derweil vergab der frühere Hallen-Weltmeister Andre Niklaus beim Mehrkampf-Meeting im estnischen Tallinn seine Siegchancen schon am ersten Tag durch drei ungültige Weitsprünge. Er wird dennoch bei der Hallen-EM starten, hierfür ist er aufgrund seiner Zehnkampfleistung des vergangenen Sommers (8273) qualifiziert.

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