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Olympiasieger Mo Farah feixt in London für die Fotografen © getty

London verstärkt nach dem Terror von Boston die Polizeipräsenz. In Hamburg lässt sich nur ein Bruchteil abschrecken.

München - Ein toter Polizist, ein toter Verdächtiger, der zweite mutmaßliche Attentäter nach einer dramatischen Verfolgung gefasst.

Amerika ist noch einmal aufgewühlt worden bei der Jagd auf die Männer hinter den Bomben-Anschlägen in Boston.

Die Marathon-Gemeinde sucht derweil nach Normalität am ersten Rennwochenende nach den für drei Menschen tödlichen Explosionen.

Prinz Harry wird in London demonstrativ die Siegermedaillen überreichen. Auch beim Hamburg-Marathon soll am Sonntag alles so laufen, als hätte es die Ereignisse sechs Tage zuvor nicht gegeben.

Nur acht Absagen

Nach Angaben der Organisatoren des Hamburg-Marathons haben auch nur acht der 15.000 gemeldeten Läufer aus diesem Grund auf den Start in der Hansestadt verzichtet.

Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamts, hat vor dem Hamburg-Marathon vor Panikmache gewarnt. "Eine hundertprozentige Sicherheit kann es nicht geben", sagte Ziercke dem "Hamburger Abendblatt".

Die Einsatzkräfte seien sensibilisiert und die Sicherheitskräfte gut aufgestellt: "Konkrete Hinweise auf mögliche Anschläge in Deutschland liegen uns allerdings nicht vor."

Weltmeisterin Edna Kiplagat (Kenia) sagt vor dem Lauf in London: "Ich glaube, die Sicherheit hier ist die beste. Das haben wir im Vorjahr bei Olympia gesehen. Ich denke, die Veranstalter sind auf alles vorbereitet."

Polizeipräsenz erhöht

Das Sicherheitskonzept ließen Sportminister Hugh Robertson und Londons Bürgermeister Boris Johnson von Experten noch einmal genau überprüfen. Die Polizeipräsenz entlang der 42,195 km langen Strecke wurde um 40 Prozent bzw. etliche Hundert Beamte verstärkt.

Wie die rund 15.000 Marathonis in Hamburg werden auch die rund 35.500 erwarteten Läuferinnen und Läufer in London im Gedenken an die Opfer des Anschlags beim ältesten Stadtmarathon der Welt Armbändchen mit der Aufschrift "Run for Boston" tragen.

Schweigeminute für die Opfer

Dem Start geht an beiden Schauplätzen eine Schweigeminute voraus. In London stellen die Organisatoren zwei britische Pfund pro Läufer (insgesamt 80.000 Euro) für die Opfer von Boston zur Verfügung und haben wie die Hamburger ein Spendenkonto eingerichtet.

Das Geld soll den Angehörigen der drei Toten und den weiteren Opfern zugutekommen. Insgesamt waren über 170 Leute verletzt worden, als die mit Nägeln gefüllten Bomben auf der Zielgeraden detonierten.

Brutal getroffen wurde die Familie Richard: Während der Vater auf der Strecke unterwegs war, wurde der achtjährige Sohn getötet, die sechsjährige Schwester und die Mutter erlitten schwere Verletzungen.

In Boston, wo außerdem die 29 Jahre alte Restaurantmanagerin Krystle Campbell und eine chinesische Studentin ums Leben kamen, sind die Organisatoren weit vom Aufgeben entfernt.

"Boston ist unverwüstlich"

"Boston ist stark. Boston ist unverwüstlich. Boston ist unser Zuhause. Wir setzen uns dafür ein, diese Tradition mit dem 118. Boston-Marathon in 2014 aufrechtzuerhalten", sagte Thomas Grilk, Chef der Boston Athletic Association. Zugunsten der Opfer vertreibt der Sportartikelhersteller adidas ein T-Shirt mit der Aufschrift "Boston stands as one" (Boston steht einmütig zusammen).

Vollkommen aus der Welt ist das große Geld am Ende doch nicht: Der britische Langstrecken-Doppelolympiasieger Mo Farah soll für seinen Start in London laut Daily Mail 1,1 Millionen Dollar erhalten.

Und dies, obwohl er nur die Hälfte der Strecke absolviert. "Ich bin nicht auf einen kompletten Marathon eingestellt, nächstes Jahr wird das der Fall sein", sagt der Läuferstar.

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