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Tsegay Kebede gewann 2012 den Chicago-Marathon mit Streckenrekord © getty

In London, Hamburg und Nagano steht nach den Anschlägen von Boston der Sport im Vordergrund. An der Themse siegt ein Äthiopier.

München - Sechs Tage nach der Tragödie von Boston gab es bei den Marathons weltweit keine Zwischenfälle - doch die Trauer um die drei Todesopfer und 176 Verletzten lief überall mit.

Mit Schweigeminuten und Trauerflor gingen die Teilnehmer beim weltgrößten Rennen in London sowie in Hamburg und der ehemaligen Olympiastadt Nagano/Japan an den Start.

Die positive Bilanz des Sonntags: Der Sport stand nach den schrecklichen Ereignissen in Massachusetts am vergangenen Montag wieder im Blickpunkt.

An der Themse feierte der Äthiopier Tsegay Kebede in 2:06:04 Stunden seinen zweiten London-Triumph nach 2010. Der Sieger des Chicago-Marathons 2012 fing knapp einen Kilometer vor dem Ziel den bis dahin führenden Kenianer Geoffrey Mutai noch ab und verwies den Gewinner von 2011 um eine halbe Minute auf Platz zwei.

Sechster wurde Olympiasieger Stephen Kiprotich aus Uganda unmittelbar hinter Vorjahressieger Wilson Kipsang (Kenia).

Jeptoo verpasst Bestzeit

Das Frauenrennen entschied die Olympiazweite Priscah Jeptoo für sich.

Acht Monate nach ihrem Silberlauf verfehlte die 28-Jährige Kenianerin in 2:20:15 Stunden ihre persönliche Bestzeit aus dem Vorjahr nur um eine Sekunde. Zweite wurde wie 2012 Edna Kiplagat (Äthiopien/2:21:32).

Anteilnahme für Boston-Opfer

Vor dem Start des Männerrennens wurde mit 30 Schweige-Sekunden den Opfern von Boston gedacht.

Die schwarzen Binden hatten die Läufer in einer Messehalle erhalten, wo auch die Startnummern und die Versorgungspakete verteilt wurden. Auf Info-Wandtafeln bekundeten Teilnehmer ihre Anteilnahme mit den Opfern.

"Wir denken an die Menschen in Boston" oder "Wir beten für Boston" stand dort geschrieben.

Die Veranstalter spenden für jeden der rund 36.000 Läufer zwei britische Pfund (2,33 Euro), dies sind umgerechnet etwa 84.000 Euro.

Mit einem um 40 Prozent erhöhten Aufgebot an Polizisten hatten sie die Sicherheit gewährleistet. Auch Spürhunde kamen zum Einsatz.

Prämie für Kipchoge

In Hamburg gewann der Kenianer Eliud Kipchoge die 28. Austragung in Rekordzeit.

Der Olympiazweite über 5000 m kam in 2:05:30 Stunden ins Ziel und verbesserte die Bestzeit des Äthiopiers Shami Dawit aus dem Vorjahr um 28 Sekunden. Kipchoge erhielt dafür eine Extraprämie in Höhe von 50.000 Euro.

"Ich bin sehr glücklich, weil ich unbedingt den Rekord laufen wollte", sagte Kipchoge im "NDR"-Fernsehen.

Hahner stürzt und beißt sich durch

Bei den Frauen siegte die Litauerin Diana Lobacevske in 2:29:17 Stunden.

Lisa Hahner verpasste als Vierte (2:31:49) die WM-Norm um 1:19 Minuten.

"Meine Beine liefen nicht so gut, wie ich es wollte. Ich musste ziemlich hart kämpfen", sagte die 23 Jahre alte Hessin, die von einem Sturz ab der Minute 30 gehandicapt war und mit blutenden Knien die Ziellinie überquerte.

Kurze Aufregung um Karton

Vor dem Beginn der Veranstaltung mit rund einer halben Million Zuschauer hielten die Sportler für 60 Sekunden inne.

Danach erklang das Lied "Sweet Caroline" von Neil Diamond, die Hymne der Veranstaltung in Boston. Zudem gingen die mehr als 15.000 Läufer mit gelb-grünen Armbändern an den Start, die mit der Aufschrift "Run for Boston" bedruckt worden waren.

Die Veranstalter hatten außerdem ein Spendenkonto eingerichtet.

Mehr als 400 Beamte waren im Einsatz, nur ein leerer Karton sorgte kurz für Aufregung.

Russin gewinnt in Nagano

In Nagano durchbrach Yuki Kawauchi die kenianische Siegesserie und triumphierte als erster Japaner.

Der 25-Jährige setzte sich in der Stadt der Olympischen Winterspiele von 1998 in 2:14:17 Stunden durch.

Bei den Frauen gewann die Russin Natalia Putschkowa in 2:30:40 Stunden. Vor dem Start gedachten die 10.000 Läuferinnen und Läufer den Boston-Opfern.

650 Polizisten sorgten für die Sicherheit, es gab keine besonderen Vorfälle.

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