vergrößernverkleinern
Silke Spiegelburg belegte bei den Olympischen Spielen in Peking Rang 7 © getty

Auch der Stabhochsprung beschert dem DLV ein Medaillen-Double. Danny Ecker verpasst das Finale, Ariane Friedrich ist auf Kurs.

Turin - Deutschlands Leichtathleten haben bei der Hallen-EM in Turin nach dem Kugelstoß-Doppelsieg der Frauen (Goldener Start in die Hallen-EM) bereits das zweite Medaillen-Double gefeiert: Im Stabhochsprung holte Silke Spiegelburg mit Steigerung ihres deutschen Hallenrekordes von 4,71 auf 4,75 m Silber und Anna Battke mit 4,65 m Bronze.

Beide verhalfen dem DLV dazu, dass er schon vor dem Finaltag die Zahl der vier Medaillen von 2007 erreichen konnte.

Gold ging in Abwesenheit von Weltrekordlerin und Olympiasiegerin Jelena Issinbajewa 66833(Diashow: Die Königin der Lüfte) an deren russische Teamkameradin Julia Golubtschikowa (4,75 m). Fünfte wurde Kristina Gadschiew (4,35 m).

"Gänsehaut am ganzen Körper"

"Ich bin glücklich und platt mit Rekord und Medaille, habe Gänsehaut am ganzen Körper", meinte Silke Spiegelburg in der ersten Freude, die gescheiterten Versuche über 4,80 m waren ihr da egal.

Anna Battke sagte: "Ich habe mein Ziel Bestleistung erreicht und Bronze geholt. Vor den 4,75 m hatte ich einfach Angst."

Europarekordzeit für Chambers

Gold gewannen jeweils mit Jahres-Weltbestmarken der Italiener Fabrizio Donato mit 17,59 m im Dreisprung, der Schwede Johan Wisman in 45,89 über 400 m und die Estin Ksenija Balta mit 6,87 m im Weitsprung.

Den fünften Titel für Russland holte Iwan Uchow, der mit 2,32 m den Hochsprung gewann.

In Europarekordzeit von 6,42 Sekunden stürmte der Brite Dwaine Chambers (Chambers nahm Doping-Cocktail) ins 60-m-Finale. Der Ex-Doper löschte die vier Jahre alten Karlsruher 6,45 des Franzosen Ronald Pognon aus den Listen.

Bayer auf Gold-Kurs

In den Vorentscheidungen gab es ein deutsches Wechselbad der Gefühle.

Erst floppte die von einer Erkältung gehandicapte Ariane Friedrich mit einem einzigen Versuch über 1,89 m souverän ins Hochsprung-Finale, dann machten die Weitspringer Sebastian Bayer mit 8,12 m und Nils Winter (8,04 m) mit den besten Qualifikationsweiten aller ihre Ambitionen deutlich.

Spank "nur" auf Rang sieben

Im letzten Versuch wendete Europameister Ralf Bartels im Kugelstoßen das drohende Aus mit Tagesbestweite von 19,94 m ab.

Im Hochsprung landete der Olympiafünfte Raul Spank nach 2,30 m in der Qualifikation mit 2,25 m dagegen nur auf Rang sieben.

Ecker "patzt"

Für die große Enttäuschung sorgte Stab-Titelverteidiger Danny Ecker, der das Finale verpasste. (Alle Leichtathletik-News)

"Vielleicht war der Auftakt um 9.35 Uhr für mich zu früh. Ich kam einfach nicht ins Rollen und bin sehr enttäuscht, denn ich wollte wieder gewinnen", meinte der Leverkusener, der von seiner Schulterverletzung "nur noch ein Zwicken" spürte. Weiter kam nur Alexander Straub (Filstal) mit 5,70 m, an denen Ecker und sein Klubkamerad Malte Mohr nach 5,65 m knapp scheiterten.

Große Konkurrenz

Ariane Friedrich meinte angesichts der ihrer abgeflauten Halsentzündung: "Die wirkliche Sicherheit fehlte mir noch etwas, aber der Boden ist gut für mich. Nun brauche ich Ruhe."

Trainer Günter Eisinger lobte den 1,89-m-Sprung und versicherte ihr: "Am Sonntag hast Du vier große Gegnerinnen." Damit meinte er neben der kroatischen Weltmeisterin Blanka Vlasic die Russinnen Wiktoria Kljugina und Irina Gordejewa sowie die Spanierin Ruth Beitia.

Niklaus rettert sich auf Rang sechs

Über 60 m stürmte Verena Sailer überraschend als Halbfinalsiegerin in Europa-Jahresbestzeit von 7,17 Sekunden ins Finale am Sonntag, dagegen scheiterte Stefan Schwab als Fünfter in 6,68 Sekunden (Vorlauf 6,64 s).

Einen schwachen Siebenkampf-Auftakt hatte Andre Niklaus. Der Hallen-Weltmeister von 2006 lief über 60 m magere 7, 21 Sekunden. Gute 7,39 m im Weitsprung und Kugel-Bestleistung von 14,95 m brachten ihn dann auf Rang sechs.

Während Wolfram Müller das 1500-m-Finale erreichte, stieg die Zahl der Erstrunden-Ausfälle im 38-köpfigen deutschen Team auf zehn durch die Kugelstoßer Marco Schmidt (19,38 m) und Andy Dittmar (19,10 m), 1500-m-Läufer Carsten Schlangen sowie den Wolfsburger Christoph Stolz.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren! Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel