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Usain Bolt ist siebenmaliger Weltmeister. © getty

Der Sprintstar aus Jamaika bringt in Brüssel eine fabelhafte Zeit auf die Bahn. Auch ein 1,60 Meter großes Kraftpaket glänzt.

Brüssel - Superstar Usain Bolt und seine blitzschnelle Landsfrau Shelly-Ann Fraser-Pryce haben es zum Saisonfinale noch einmal krachen lassen: Der achtmalige Weltmeister Bolt stürmte beim Diamond-League-Meeting in Brüssel in starken 9,80 Sekunden zum 100-m-Sieg. Fraser-Pryce, mit drei WM-Titeln die Sprintkönigin von Moskau, zauberte noch einmal bemerkenswerte 10,72 Sekunden auf die Bahn.

Bolt, der das Ende einer kraftraubenden Saison herbeigesehnt hatte, blieb im König-Baudouin-Stadion bei leichtem Rückenwind nur knapp über seiner Saisonbestzeit, die er beim WM-Titelgewinn in Moskau mit 9,77 Sekunden aufgestellt hatte.

Weltjahresschnellster über die Königsstrecke bleibt der mittlerweile wegen Dopingverdachts aus dem Verkehr gezogene Amerikaner Tyson Gay mit 9,75 Sekunden.

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Zwei Hundertstel über Bestzeit

Der 27 Jahre alte Weltrekordler (9,58) Bolt verwies in Brüssel US-Sprinter Michael Rodgers (9,90) und seinen jamaikanischen Landsmann Nesta Carter (9,94) auf die Plätze.

Der Weltmeisterschaftszweite Justin Gatlin aus den USA wurde mit ebenfalls 9,94 Vierter. Kurz zuvor hatte das nimmermüde Kraftpaket Fraser-Pryce noch einmal ihre Ausnahmestellung in dieser Saison bestätigt.

Die nur 1, 60 m große Olympiasiegerin blieb bei leichtem Gegenwind nur eine Hunderstel über ihrer Siegerzeit aus dem WM-Finale und zwei Hundertstel über ihrer persönlichen Bestzeit aus dem Vorjahr.

Sailer wird Sechste

Schneller als 10,72 sind in der Leichtathletik-Geschichte nur vier Sprinterinnen gelaufen. Zweite in Brüssel wurde die Amerikanerin Alexandria Anderson (10,97) vor Carrie Russell aus Jamaika (10,99).

Die frühere Europameisterin Verena Sailer aus Mannheim wurde in ordentlichen 11,28 Sekunden Sechste.

Jamaikas 200-m-Weltmeister Warren Weir siegte auch in Brüssel über die halbe Stadion-Runde in hochklassigen 19,87 Sekunden bei leichtem Gegenwind. Weltmeister Bolt lief in Brüssel nur über 100 m.

Storl verzichtet auf Start

Ebenfalls einen Sieg eines Weltmeisters gab es über 400 m Hürden durch Jehue Gordon (Trinidad/Tobago) in 48,32 Sekunden.

Kugelstoß-Weltmeister David Storl hatte derweil kurzfristig auf den Start in Brüssel verzichtet und seine Saison beendet.

"David war letztendlich so platt, dass wir gemeinsam entschieden haben, in Brüssel nicht mehr anzutreten", sagte Storls Trainer Sven Lang. "Er musste letzte Woche in seiner Funktion als Bundespolizist von Ehrung zu Ehrung hetzen. Schon beim ISTAF in Berlin hatte er die Müdigkeit gespürt."

Deutsche enttäuschen

Storl, der in Moskau seinen WM-Titel erfolgreich verteidigt hatte, hätte beim letzten "Königsklassen"-Meeting der Saison noch einmal die Chance auf den Tagessieg und damit 10.000 Euro gehabt. Als Gesamtsieger stand der Amerikaner Ryan Whiting bereits fest.

Der Weltjahresbeste (22,28 m), der in Moskau überraschend hinter Storl nur Zweiter geworden war, siegte in Brüssel mit 21,45 m.

Bei den deutschen Diskuswerferinnen war in Belgiens Haupstadt indes die Luft raus: Die WM-Vierte Nadine Müller (Halle/Saale) und Junioren-Weltmeisterin Anna Rüh (Neubrandenburg) belegten die beiden letzten Plätze.

Beim Sieg der kroatischen Olympiasiegerin und Weltmeisterin Sandra Perkovic (67,04 m) wurde Müller mit indiskutablen 60,40 m Siebte, Rüh kam mit 58,39 m auf den achten Rang. Perkovic, die bereits als Gesamtsiegerin feststand und damit 40.000 Dollar kassiert, feierte bei ihrem siebten Diamond-League-Auftritt in diesem Jahr den siebten Sieg.

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