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Die Rügenerin Steffi Nerius holte 2003, 2005 und 2007 jeweils WM-Bronze © getty

Steffi Nerius stellt nach der WM die Speere in die Ecke, um Trainerin zu werden. An den Titelkämpfen hat sie etwas zu mäkeln.

Berlin - Europameisterin Steffi Nerius stellt nach der Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) die Speere in die Ecke.

Die WM-Dritte bekräftigte im Interview mit "ARD-Online" ihren Plan: "Ab Oktober 2009 bekomme ich eine volle Trainerstelle in der Leverkusener Behindertensport-Abteilung, in der ich schon seit 2002 tätig bin."

"Es ist wie ein Sechser im Lotto, wenn man nach der Karriere einen fließenden Übergang zum Beruf hat", ergänzte die 36-Jährige.

Potenzial für eine Medaille

Diese Saison gehe sie aber noch einmal hochmotiviert an: "Ich bin so gut durch den Winter gekommen, wie lange nicht mehr. Es ist spannend, denn einerseits darf ich nicht übertreiben, anderseits will ich in meinem letzten Jahr das Maximale rauskitzeln."

Ihre internationale Karriere hatte die gebürtige Rügenerin 1993 bei der WM in Stuttgart mit Platz neun gestartet. Eine solche Platzierung würde sie in Berlin aber nicht zufriedenstellen. "Ich habe schon das Ziel, eine Medaille zu holen." (Diack prophezeit Medaillenregen für DLV)

Das Potenzial ist vorhanden, wie Nerius im Vorjahr bewies, als sie ihre Bestleistung auf 68,34 m steigerte.

Kritik an der Werbung für Berlin

Enttäuschend verliefen für die Diplom-Sportlehrerin dagegen die Olympischen Spiele. Nachdem sie von 2002 bis 2007 von allen internationalen Meisterschaften eine Medaille mit heimgebracht hatte (2002 EM-Silber, 2003, 2005 und 2007 je WM-Bronze, 2004 Olympia-Silber, 2006 EM-Gold) verfehlte sie in Peking die erhoffte Bronzemedaille.

Nerius begrüßte die Erklärung von fünf Leichtathletik-Trainern zu ihrer Vergangenheit im Dopingsystem der DDR. "Grundsätzlich finde ich es richtig und wichtig, um Ruhe reinbringen zu können." (Empörte Dopingopfer: "Politische Perversion")

Zu den Betroffenen gehört auch ihre Bundestrainerin Maria Ritschel (Halle/Saale). Zugleich bemängelte sie, dass die Heim-WM bisher so wenig wahrgenommen werde: "Ich vermisse schon Werbung für Berlin."

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