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Knapp 15 Millionen Euro sollen aus dem Ticketverkauf erlöst werden © getty

Der Etat für die WM 2009 liegt weit über dem der Titelkämpfe 1993. Damals beglichen die Steuerzahler das Millionen-Defizit.

Berlin - Das Organisationskomitee der 12. Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23. August) plant mit einem Etat in Höhe von 44 Millionen Euro.

14,85 Millionen soll der Ticket-Verkauf einbringen, 7,1 Millionen sind als Marketing-Erlöse von Sponsoren sowie aus dem Verkauf der Hospitality-Pakete vorgesehen. Weitere 2,05 Millionen Euro sind sonstige Einnahmen, beispielsweise durch den Souvenirverkauf. 20 Millionen Euro gibt das Land Berlin.

Sollten die Einnahmen in anderen Bereichen höher ausfallen, würde die Beteiligung des Landes sinken.

Sicherheitskonzept aus dem siebenstelligen Bereich

Außerdem stellt das Land zusätzlich 13,3 Millionen für die Herrichtung des Stadions sowie die Infrastruktur bereit. Hinzu kommt ein siebenstelliger, nicht bezifferter, Betrag für ein berlinweites Sicherheitskonzept.

Der Bund gibt 2 Millionen Euro für das Kulturprogramm, das im "Kulturstadion", einem Miniatur-Nachbau des Olympiastadions, am Brandenburger Tor stattfinden wird.

Dieses Geld ist der Erlös aus dem Verkauf einer 10-Euro-Sondermünze.

Berlin teurer als Stuttgart

Die TV-Produktion kostet 10 Millionen Euro und wird von den Fernsehsendern gestemmt. Dafür haben "ARD" und "ZDF" als Host Broadcaster die Firma Berta gegründet.

Die Refinanzierung erfolgt durch die Abnehmer des Bildsignals. Bei der Vermarktung der WM hilft Berlin Partner und lässt sich das rund 500.000 Euro kosten. Die Titelkämpfe in Berlin sind deutlich teurer als die WM 1993 in Stuttgart.

Steuerzahler mussten Defizit begleichen

Dem OK stand vor 15 Jahren ein Etat von 40 Millionen DM (20,5 Millionen Euro) zur Verfügung. Anfangs ging man von einem Defizit von 13 Millionen DM aus (6,6 Millionen Euro).

Am Ende waren es dann 5,886 Millionen DM (3 Millionen Euro), die der Steuerzahler begleichen musste. Die öffentliche Hand kam außerdem wie jetzt wieder in Berlin für die Sanierung des Stadions auf.

DLV-Gewinnsumme bleibt ein Geheimnis

Für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) war die WM trotzdem ein gutes Geschäft. Er erhielt damals noch einen Organisationskostenzuschuss von der IAAF und baute sich davon seine Zentrale in Darmstadt.

Wie hoch der Gewinn auf DLV-Seite war, will Präsident Clemens Prokop jedoch nicht verraten.

Die Finanzplanung der Berliner WM in der Übersicht (Angaben: WM-OK, Berliner Senat, Agentur In.Stuttgart):

44-Millionen-Euro Etat des Berliner WM-OKs:

- 20 Millionen vom Land Berlin (als Bürgschaft, reduziert sich bei zusätzlichen Einnahmen) - 14,85 Millionen Ticketverkauf - 7,1 Millionen Marketing (Wirtschaftspartner, Hospitality) - 2,05 Millionen Sonstiges (u.a. Merchandising)

Weitere Kosten:

- 13,3 Millionen zusätzlich vom Land Berlin für Stadion und Infrastruktur - Siebenstellige Summe für Sicherheitskonzept vom Land Berlin - 2 Millionen vom Bund fürs Kulturprogramm - 10 Millionen Euro für die Produktion der Fernsehbilder vom Host Broadcaster (Refinanzierung über die Fernsehanstalten) - Rund 500.000 Euro für Vermarktung von Berlin-Partner - 585.000 Euro gibt das Außenministerium für Trainingslager von Teams aus Ländern der Dritten Welt

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