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Steffi Nerius holte bei der WM 2007 mit 64,42 m die Bronzemedaille © imago

Mit 37 Jahren peilt die Europameisterin das nächste Edelmetall an. Die Form stimmt - im Gegensatz zu Christina Obergföll.

Leverkusen - Steffi Nerius träumt zwei Wochen vor dem WM-Auftakt in Berlin von ihrer siebten internationalen Speerwurf-Medaille seit 2002.

"Das wäre ein Abschied wie aus dem Bilderbuch. Ich spüre, ich kann in die Nähe der 70 m werfen und versuche im WM-Finale meine optimale Leistung abzurufen", meinte die 37 Jahre alte Leverkusenerin, die am Freitag beim 15. Bayer-Meeting ihres Klubs mit 66,82 m auf Platz fünf der Weltrangliste vorstieß. (zum Zeitplan)

Christina Obergföll, die bei Olympia 2008 in Peking mit Bronze total medaillenlose Spiele der deutschen Leichtathleten verhindert hatte, erlitt dagegen die vierte Niederlage seit den deutschen Meisterschaften in Serie, die dritte gegen Nerius.

"Aber ich bin weiter optimistisch, ich kann mehr", meinte die Offenburgerin.

Obergföll weit hinter Bestform

Mit 68,59 m führt sie weiter die Weltrangliste an, doch mehr als 63,11 m hatte sie in Leverkusen nicht zu bieten.

Die Niederlage kostete zugleich viel Geld: Statt den Jackpot im Wert von 50.000 Euro allein zu gewinnen, muss sie sich nun vielleicht mit drei anderen die reduzierte Summe von 30.000 teilen.

"Christina hat mir nett wie immer gratuliert. Ich weiß nicht, was mit ihr ist, ich kümmere mich um meine Leistung", meinte Nerius, die in den letzten Monaten angesichts persönlicher Bestleistungen im Krafttraining schon mal darüber sinnierte, ob sie bei dieser guten Verfassung wirklich aufhören soll. (Nerius läuft zur Bestform auf)

"Aber es bleibt dabei, es ist mein letztes Jahr. Und mit Helge Zöllkau, dem besten deutschen Speerwurf-Trainer, will ich es optimal gestalten, alles rausholen, was noch im Körper steckt."

Spiegelburg verpasst Rekord knapp

Noch eine zweite Leverkusenerin drückte dem etwas farblosen Meeting vor 3500 Zuschauern den Stempel auf.

Silke Spiegelburg, Zweite der Hallen-EM, scheiterte nach dem Siegsprung über 4,70 m knapp am Versuch, den sieben Jahre alten deutschen Rekord von Annika Becker um einen Zentimeter auf 4,78 m zu steigern.

"Außer Weltrekordlerin Jelena Issinbajewa wäre jede zu schlagen, wenn ich in Berlin meine Bestform erreiche", meinte die deutsche Hallenrekordlerin.

Dagegen riss die ebenfalls im WM-Team stehende Anna Battke im fünften Wettkampf seit der DM in Ulm zum vierten Mal die Anfangshöhe.

Paukenschlag durch Mey

Für einen Höhepunkt sorgte die für die Türkei startende Karin Mey mit regulären 6,87 m im Weitsprung.

Nur auf 6,62 m kam Bianca Kappler als beste Deutsche.

Weil auch die anderen DSV-Springerinnen wenig zeigten ist wohl der Weg zum dritten WM-Ticket frei für die als U23-Europameisterin auf 6,83 m verbesserte Berlinerin Melanie Bauschke.

WM-Normen verpasst

In Leverkusen konnte keiner der fast zehn Kandidaten noch eine verspätete WM-Norm nachreichen.

Auch 800-m-Hoffnung Robin Schembera war als Vierter in 1:46,49 Minuten gut eine Sekunde zu langsam.

Doch er darf ähnlich wie der auch am Sonntag in Wattenscheid nicht mehr startende frühere Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek (16,97 und 16,95 in diesem Jahr) dennoch auf das WM-Ticket hoffen.

Bei der DLV-Gala soll das derzeit 73 Köpfe zählende deutsche Team noch auf rund 85 Athletinnen und Athleten anwachsen.

Es wird am Montag bekannt gegeben.

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