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Jacob Minahs persönliche Bestleistung aus 2007 liegt bei 8099 Punkten © getty

Der Paderborner wirft dem DLV-Präsidenten vor, die Nominierungsregeln "bewusst zu beugen". Gibt's ein juristisches Nachspiel?

Berlin - Die Nachnominierung des Wattenscheider Zehnkämpfers Moritz Cleve für die Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23. August) könnte für den Deutschen Leichtathletik-Verband (DLV) ein juristisches Nachspiel haben. (zum WM-Zeitplan)

Der nicht berücksichtigte Paderborner Jacob Minah lässt nach eigenen Angaben von seinem Göttinger Anwalt Hasso Werk prüfen, ob er gegen den DLV vor Gericht zieht.

Der 27-Jährige wirft DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow eine "bewusste Beugung der Regeln" vor.

Minah, der mit 7991 Punkten die WM-Qualifikation knapp verpasst hatte, hält die Berücksichtigung von Cleve für regelwidrig.

Athleten werden benachteiligt

Der studiert in den USA und erzielte seine 8004 Punkte am 16. Mai in Lubbock/Texas. Dabei wurde der Stabhochsprung in einer Halle ausgetragen.

Außerdem nahm Cleve nicht wie gefordert am Mehrkampf-Meeting in Ratingen teil.

"Es darf nicht sein, dass Athleten, die sich den Nominierungsrichtlinien unterwerfen, benachteiligt werden", ließ Minah in einer Pressemitteilung verlauten.

"Das ist alles Unsinn"

Die birgt weiteren Zündstoff. (Alles zur Leichtathletik-WM)

Denn darin wird der Frankfurter Pascal Behrenbruch mit markigen Worten zitiert: "Es ist unglaublich, wie die Kriterien immer wieder anders ausgelegt werden. (...) Ich kann s nicht verstehen."

Jürgen Mallow sieht die Sache derweil gelassen: "Das ist alles Unsinn."

Es sei sogar schon bei US-Meisterschaften vorgekommen, dass der Stabhochsprung wegen schlechten Wetters in die Halle verlegt worden war.

Auch der fehlende Deutschland-Start von Cleve sei kein Problem.

Minah hat die WM abgeschrieben

"Wir haben entschieden, dass der Wettkampf in Lubbock viel höher einzuschätzen ist als mancher, der in unseren Nominierungsrichtlinien steht. Diese Entscheidungshoheit hat der Bundesausschuss Leistungssport."

Ein WM-Nominierung Minahs ist ohnehin keine Option mehr, weil die Meldefrist beim Weltverband IAAF abgelaufen ist.

Dessen ist sich der Paderborner bewusst: "Ich habe die WM schon seit Ende Juni abgeschrieben."

Ihm ginge es jedoch darum, auf Missstände aufmerksam zu machen.

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