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Robert Harting hat sich mit strittigen Doping-Aussagen keinen Gefallen getan © getty

Für seine brisante Aussagen zur Freigabe von Doping erntet der Diskuswerfer heftige Kritik. Der DLV verurteilt Harting.

Berlin - Clemens Prokop hält die Überlegung von Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting für "blanken Unsinn", die Freigabe von Doping in "irgendeiner Form" in Erwägung zu ziehen.

"Sie steht diametral zu unserer Position als Deutschem Leichtathletik-Verband", sagte der DLV-Präsident.

Er werde die Abteilung Leistungssport bitten, Harting noch einmal die Alternativlosigkeit des Anti-Doping-Kampfes darzulegen.

Der Berliner Harting (Warum Doping nicht erlauben?) hatte eineinhalb Wochen vor der Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23. August) (zum WM-Zeitplan) die Frage aufgeworfen, ob das Verbot von Doping die beste Lösung sei:

"Wo Geld ist, wird gedopt"

"Wo Geld ist, wird gedopt. Eigentlich ist es sinnlos, gegen diese Tatsache anzukämpfen. (...) Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre, Doping in irgendeiner Form zu erlauben, so knallhart sich das auch anhören mag. Dann würde sich zumindest niemand mehr darüber aufregen."

Sport und Doping gehörten zusammen wie Henne und Ei.

Chancengleichheit unmöglich

"Wenn gedopt wird, stellt das den Sport in den Hintergrund - und zwar zurecht. Man darf zwar keinen Generalverdacht aussprechen", meinte Harting.

"Aber das Problem ist, dass Sportler wie ich, die einen Riesenverschleiß am eigenen Körper erzeugen, weil sie nicht dopen, um den Lohn für ihre ehrliche Arbeit gebracht werden."

Aus Sicht von DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow schwingt in den Aussagen des Medaillenkandidaten Resignation mit.

Prokop kompromisslos

"Robert weist darauf hin, dass, so lange dieser Kampf gegen das Doping nicht gewonnen wird, es keine Chancengleichheit gibt", sagte Mallow der "Bild".

Der DLV gilt als vorbildlich im aktuellen Anti-Doping-Kampf. Präsident Prokop hat mehrfach ein strikteres Anti-Doping-Gesetz für Deutschland gefordert.

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