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Die Doping-Affären nehmen auch vor der WM 2009 in Berlin kein Ende © getty

Der brasilianische Trainer gesteht die EPO-Abgabe an seine Sportler. Die Berliner S-Bahn droht mit Streik zur WM. Die Splitter.

München - Nach dem positiven Dopingtest von fünf brasilianischen Leichtathleten aus dem WM-Team für Berlin (15. bis 23. August) hat Trainer Jayme Netto die volle Verantwortung übernommen.

"Ich bin der Schuldige, nicht die Sportler", sagte er brasilianischen Medien.

Zuvor hatten die Sprinter Bruno Tenorio, Olympiavierter mit der Staffel in Peking, Jorge Celio Sena, Josiane Tito und Luciana Franca sowie Siebenkämpferin Lucimara Silvestre die Heimreise aus dem Trainingslager in Königs Wusterhausen bei Berlin angetreten.

Netto berichtete, den Sportlern sei zweimal EPO in den Bauch gespritzt worden.

"Das war ein großer Schock"

Jorge Queiroz de Moraes, Präsident des Leichtathletik-Klubs "Rede Atletismo", bezeichnete die Athleten als Opfer: "Sie wussten nicht, was mit ihnen geschah. Aber zwei Trainer wussten es. Das ist bedauerlich und war ein großer Schock."

Neben Netto soll auch Coach Inaldo Sena an dem Komplott beteiligt gewesen sein. Brasiliens Leichtathletik-Verband CBAt gab bekannt, dass die Athleten die Öffnung der B-Probe beantragt haben.

Tests im Trainingslager durchgeführt

Netto, der die brasilianische 4x100-m-Staffel der Männer 2000 in Sydney zu Olympiasilber geführt hatte, betreute Tenorio, Sena and Silvestre. Die anderen beiden arbeiteten mit Sena ebenfalls im Verein "Rede Atletismo".

Die Dopingtests wurden nach neuesten Angaben von CBAt am 16. Juni in Presidente Prudente während eines Trainingslagers vorgenommen.

Sport1.de hat weitere Nachrichten zur WM zusammengestellt:

S-Bahn droht mit Streik

Die Berliner S-Bahn könnte an mindestens einem Tag der Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23. August) zum Stillstand kommen und damit ein Verkehrschaos auslösen.

Nach einem Bericht des "Tagesspiegel" planen die Mitarbeiter einen Streik und fordern von der neuen Geschäftsführung, sich schnell zu entscheiden, ob der bisher vorgesehene Personalabbau fortgesetzt wird oder ob die Weichen hier neu gestellt werden.

Ohnehin nur verkürzte Züge

Es heißt, die Mitarbeiter wollten vor der Konzernzentrale der Deutschen Bahn am Potsdamer Platz demonstrieren. Dies wäre doppelt peinlich, denn das Unternehmen ist auch ein WM-Sponsor. Während der Protestaktion würden kaum Züge rollen.

Ohnehin fährt die S-Bahn derzeit wegen Sicherheitschecks an ihren Wagen mit verkürzten Zügen, hat aber zugesichert, das Olympiastadion während der WM (zum WM-Zeitplan) verstärkt anzufahren.

Chinas Leichtathleten ohne Liu schwach

Ohne ihren immer noch verletzten Superstar Liu Xiang kommt Chinas Mannschaft mit bescheidenen Zielen zur WM. Ein Ergebnis wie vor zwei Jahren in Osaka mit jeweils einmal Gold, Silber und Bronze scheint ausgeschlossen.

"Damals dachten die Menschen fälschlicherweise, unsere Leichtathletik hätte sich deutlich verbessert. Wir sind aber weiter auf niedrigem Niveau", sagte Cheftrainer Feng Shuyong der Zeitung "China Daily".

Hoffnungen liegen auf Hao und Aimin

Ohne Liu und wegen der Formschwäche zahlreicher gestandener Athleten im 32-köpfigen Team sei die Ausgangslage vor Berlin (15. bis 23. August) sehr schwierig.

Volksheld Liu verpasst die Titelverteidigung, weil er nach seiner Achillessehnen-Verletzung, die schon zum Aus bei Olympia in Peking geführt hatte, immer noch nicht wieder fit ist. Der frühere Weltrekordler hofft allerdings, noch in diesem Jahr auf die Bahn zurückkehren zu können.

Chinas größte Medaillenhoffnungen für Berlin sind Geher Wang Hao über 20 km und Diskuswerferin Song Aimin, die beide als Weltranglisten-Dritte anreisen.

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