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Betty Heidler ist amtierende Weltmeisterin und deutsche Rekordhalterin © getty

Tyson Gay will nichts riskieren und tritt in der Lausitz nicht an. Die deutschen Damen überzeugen bei ihren WM-Generalproben nicht.

Cottbus - Wegen einer zwickenden Leiste verzichtete Sprint-Superstar Tyson Gay eine Woche vor Beginn der Weltmeisterschaft in Berlin (15. bis 23. August) auf seinen Staffel-Start beim Sportfest in Cottbus.

Und so gehörten die Schlagzeilen den US-Frauen, die über 4x100 m in der Besetzung Lauryn Williams, Allyson Felix, Muna Lee und Carmelita Jeter in 41, 58 Sekunden Jahres-Weltbestleistung liefen und den Uralt-Weltrekord einer DDR-Staffel aus dem Jahr 1985 nur um 21 Hundertstelsekunden verfehlten.

Ohne Gay siegte das Männer-Team mit Terrence Trammell, Mike Rodgers, Shawn Crawford und Darvis Patton in 37,85.

Damit erklomm es Platz zwei der Weltrangliste hinter einer Klubmannschaft mit Jamaikas Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt (37,46).

Sprint-Duell im Mittelpunkt

Gay schonte sich einen Tag vor seinem 27. Geburtstag wegen Leistenbeschwerden, versicherte den rund 4000 Zuschauern im Sportzentrum jedoch: "Bis zur WM bin ich wieder 100 Prozent fit. Ich wollte heute kein Risiko eingehen."

Sein mit Spannung erwartetes Sprint-Duell mit Bolt steht beim WM-Auftakt (zum WM-Zeitplan) am kommenden Wochenende im Berliner Olympiastadion im Mittelpunkt. Gay ist in 9,77 und 19,58 Sekunden über 100 und 200 m Weltranglisten-Erster, Bolt in 9,79 und 19,59 jeweils Zweiter.

Heidler fehlt "die Spritzigkeit"

Enttäuschende WM-Generalproben erlebten Hammerwurf-Weltmeisterin Betty Heidler und Speerwurf-Europameisterin Steffi Nerius.

Die Frankfurterin Heidler unterlag mit 73,76 m der Jahres-Weltbestleistung werfenden Polin Anita Wlodarczyk (77,20).

"Ich will gar nicht viel sagen. Man merkt, dass es bei mir nicht flüssig läuft. Die Spritzigkeit fehlt noch", meinte Heidler und gab sich ansonsten wortkarg. Dritte wurde ihre Vereinskollegin Kathrin Klaas, die sich auf 73,75 steigerte.

Nerius ist unzufrieden

Nerius, bei der WM ihren letzten großen Wettkampf bestreiten wird, zog mit 62,21 gegen die Südafrikanerin Sunette Viljoen (63, 02) den Kürzeren.

"Eine perfekte Generalprobe sieht anders aus", erklärte Nerius.

Wegen Formschwäche hatte die Weltranglisten-Erste und Olympiadritte Christina Obergföll (Offenburg) ihre Teilnahme kurzfristig abgesagt und stattdessen eine Trainingseinheit eingeschoben.

Obergföll führt die Jahres-Weltbestenliste mit 68,59 an, Nerius ist mit 66,82 Vierte, gilt aber wie Obergföll als Medaillenkandidatin.

Pech für Hürdenläufer Goller

Die Olympia-Sechste Wlodarczky entwickelt sich für Heidler langsam zu einer Angstgegnerin, denn bei 13 Aufeinandertreffen seit 2006 stehen erst drei Siege zu Buche.

Nach den 77,20 an ihrem 24. Geburtstag ist sie nun WM-Favoritin und zugleich neue Vierte der ewigen Weltbestenliste.

Pech hatte Thomas Goller, der über 400 m Hürden nach wenigen Metern verletzt aufgeben musste.

Ob nun der WM-Start des Wattenscheiders in Gefahr ist, war zunächst nicht klar.

Sprintstaffeln glänzen durch Abwesenheit

Die Veranstalter mussten bei der 20. Auflage der Veranstaltung zahlreiche prominente Absagen verkraften. So fehlten der angekündigte Diskus-Olympiasieger Gerd Kanter wegen Schulterproblemen.

Auch die deutschen Sprintstaffeln verzichteten auf einen Start und verärgerten damit Meetingdirektor Uli Hobeck, der den Wettbewerb auf Wunsch des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) extra ins Programm aufgenommen hatte.

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