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Asafa Powell (r.) und Yohan Blake sorgen für Schlagzeilen im jamaikanischen Team © getty

Vier Hochkaräter des jamaikanischen Sprint-Teams erscheinen nicht zum vorgeschriebenen Trainingslager. Die Konsequenzen sind hart.

Von Matthias Becker

München - Im jamaikanischen Team für die WM in Berlin geht es weiterhin drunter und drüber.

Laut einem Bericht des "Jamaica Observer" hat der Jamaikanische Leichtathletik-Verband (JAAA) Ex-100-m-Weltrekordler Asafa Powell, 100-m-Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser, 400-m-Läuferin Sherika Williams und Hürdensprinterin Brigitte Foster Hylton aus dem Aufgebot für Berlin gestrichen.

Die vier Athleten des Klubs "Maximising Velocity Power" (MVP) sind nicht zu einem verpflichtenden Team-Trainingslager in Herzogenaurach erschienen und hätten damit ihr Startrecht für die WM verwirkt.

Während die JAAA den Vorfall offiziell noch nicht bestätigen wollte, schrieb Williams auf ihrer Seite im Internet-Netzwerk "Facebook": "Die JAAA sagt, wir dürfen nicht laufen, weil wir nicht beim Trainingslager waren."

IAAF wollte Dopingtests machen

Wie der "Jamaica Observer" von einer Quelle aus dem Umfeld der Mannschaft erfahren haben will, legte der Internationale Leichtathletik-Verband (IAAF) Wert darauf, dass alle Athleten am Camp teilnehmen. Unter anderem sollten dort Blut- und Urintestst vorgenommen werden.

Nach Angaben von Powells Agenten Paul Doyle befinde sich der ehemalige Weltrekordler in der Nähe von Florenz, bevor er zum WM-Ort reise.

Warnung vom JAAA-Präsidenten

"Ich habe Doyle geschrieben, was die IAAF vorhat. Als wir uns dann erkundigt haben, wo sich die Athleten aufhalten, hieß es, sie kämen direkt nach Berlin", sagte JAAA-Präsident Howard Aris.

Er habe ihn daraufhin hingewiesen, seine Läufer könnten nicht starten, sollten sie nicht im Camp erscheinen, erklärte Aris weiter.

Doyle dementiert diese Darstellung.

Dopingverdächtige Läufer freigesprochen

Die Verwirrung um die MVP-Athleten ist nicht die erste Negativschlagzeile aus den Reihen der dominierenden Sprint-Nation der Olympischen Spiele 2008 in Peking.

Am Montag wurde auch bekannt, dass vier dopingverdächtige jamaikanische Athleten von der nationalen Anti-Doping-Agentur (JADOC) freigesprochen wurden.

Damit kann das Quartett, zu dem auch Yohan Blake, Weltranglisten-Fünfter über 100 m (9,93 Sekunden) und Trainingspartner von Weltrekordler Bolt, gehört, im Olympiastadion starten. Neben dem 19-jährigen Blake ist in Marvin Anderson (27) ein weiterer Bolt-Kollege aus dem Racers Track Club betroffen.

Außerdem blieben die 400-m-Läufer Lanceford Spence (26) und Allodin Fothergill (22) ohne Strafe, berichten sowohl der "Jamaica Gleaner" wie auch die Internetseite "trackalerts.com".

"Kein Grund, die vier zu verurteilen"

"Nach Prüfung der Beweise gab es für den Ausschuss keinen Grund, die vier zu verurteilen", sagte ein Insider gegenüber dem Internetportal.

Kent Gammon, Vorsitzender des Auschusses, lehnte eine Bestätigung der Meldung bislang jedoch ab.

Sprintfinale am Sonntag

Ob auch Powell und seine Klubkollegen mit Milde rechnen können, ist unklar. Für den Ex-Sprintkönig dürften die nächsten Tage aber zu einem Wettlauf mit der Zeit werden:

Die 100-m-Vorläufe beginnen schon am WM-Auftakttag Samstag (zum Zeitplan). Am Sonntagabend folgt dann das mit Spannung erwartete Finale.

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