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Yohan Blake lief in dieser Saison bereits 9,93 Sekunden über 100 Meter © getty

Das jamaikanische Sprinter-Quintett entgeht einer Sperre durch kuriosen Umstände. Der Anti-Doping Kommission legt EInspruch ein.

Von Rainer Nachtwey

Berlin/Kingston - Nach dem Freispruch vom Dopingverdacht müssen vier jamaikanische Sprinter doch noch um ihren Start bei der am Samstag beginnenden Leichtathletik-WM in Berlin (15. bis 23. August) zittern.

Die jamaikanische Anti-Doping-Kommission (JADOC) will gegen das Urteil in Berufung gehen, schrieb sie in einer Pressemitteilung.

Das gelte auch für die bereits in der vergangenen Woche aufgrund eines Verfahrensfehlers freigesprochene 100-m-Sprinterin Sheri-Ann Brooks (26), Vize-Weltmeisterin mit Jamaikas 4x100-m-Staffel bei der WM 2007 in Osaka.

JADOC begeht Fehler

Den Fehler, der zum Freispruch führte, beging nach Informationen der Nachrichtenagentur "Reuters" die JADOC selbst, indem sie die B-Probe von Brooks öffnen ließ, ohne sich vorher die Genehmigung der Commonwealth-Siegerin von 2006 einzuholen.

In der A-Probe positiv getestete Sportler haben das Recht, der Analyse der B-Probe beizuwohnen.

Keine verbotene Substanz auf der WADA-Liste

Brooks war wie Yohan Blake, Marvin Anderson, Lanceford Spence und Allodin Fothergill positiv auf das Stimulans Methylxanthin getestet worden.

"Wir konnten nicht genau festlegen, ob sich die gefundene Substanz auch auf der WADA-Liste der verbotenen Substanzen befindet", begründete Kent Gammon, der Vorsitzende der JADOC. "Daher hat kein Athlet gegen den Code verstoßen."

Allerdings kann auch die IAAF noch Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof in Lausanne einlegen und eine provisorische Sperre über die vier Athleten verhängen.

Zwei Triningsgefährten von Bolt

Zwei der fünf erwischten Athleten gehören zum Racers Track Club von Sprint-Superstar Usain Bolt.

Der 19 Jahre alte Blake ist Weltranglisten-Fünfter über 100 m und hatte sich diese Saison von 10,20 auf 9,93 Sekunden gesteigert. Anderson (27) hatte mit der jamaikanischen Staffel bei der WM in Osaka 2007 Silber gewonnen.

Außerdem sind die 400-m-Läufer Spence (26), Bronzemedaillengewinner mit der Staffel 2005 in Helsinki, und Fothergill (22) betroffen.

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