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Jelena Issinbajewa schwebt in einsamen Höhen, Silke Spiegelburg (l.) hofft auf Bronze © getty

Spot auf den Disziplinen-Dschungel: Wann fallen große Entscheidungen? Wer greift nach Gold? Wo hoffen Deutsche auf Medaillen?

Von Wolfgang Kleine

Berlin - Die skandinavische Pop-Gruppe "a-ha" stimmt die Athleten, Prominenz und Fans auf die Leichtathletik-WM in Berlin ein. Das größte Sport-Spektakel in diesem Jahr in Deutschland soll auch für die DLV-Stars zum Aha-Erlebnis werden.

92 deutsche Athletinnen und Athleten kämpfen von Samstag an bis zum 23. August gegen die internationale Konkurrenz um Gold, Silber und Bronze. Doch ob Ariane Friedrich und ihre Teamkollegen für ähnliche Knalleffekte sorgen wie die deutschen Schwimmer um Paul Biedermann bei der jüngsten WM in Rom, ist allerdings fraglich.

Die Absage zum Beispiel der wohl einzigen deutschen Medaillen-Kandidatin in den Lauf-Wettbewerben, Irina Mikitenko, ist schwer zu verkraften.

Ein Höhepunkt dieser WM steigt schon am Sonntagabend: Das 100-m-Finale der Männer mit den Superstars Usain Bolt (Jamaika) und Tyson Gay (USA). Aber es gibt noch einige andere Top-Ereignisse bei diesen Titelkämpfen - mit und ohne deutsche Chancen. (Der WM-Zeitplan)

Sport1.de gibt einen Überblick über die Höhepunkte: (Hier geht's gleich zu Teil 2)

Samstag, 15. August

Kugelstoßen Männer:Ralf Bartels will hier wie schon bei einigen großen Wettkämpfen für eine Überraschung sorgen. Aber ob seine Saisonbestleistung von 21,11 Metern zu einer Medaille reichen wird, ist fraglich. Der Pole Tomasz Majewski (21,95 m) könnte dem US-Trio Christian Cantwell, Reese Hoffa und Daniel Taylor den Titel streitig machen.

Siebenkampf Frauen: Die deutschen Frauen Jennifer Oeser, Lilli Schwarzkopf und Julia Mächtig liegen auf der Lauer. Patzt eine der Favoritinnen, ist in der Königsdisziplin eine Medaille möglich. Oeser liegt mit 6442 Punkten auf Rang vier der Weltrangliste. Topfavoritin ist allerdings die Britin Jessica Ennis mit ihren 6558 Punkten. Die Entscheidung fällt am Sonntag mit dem 800-m-Lauf.

Sonntag, 16. August

Kugelstoßen Frauen: An der Neuseeländerin Valerie Vili kommt bei den starken Frauen wohl keine vorbei. Doch Nadine Kleinert, die den Ring aus ihren Trainingstagen in Kienbaum kennt, ist für einen Sprung aufs Treppchen gut. Außerdem sind Denise Hinrichs und Christina Schwanitz am Start. Fraglich ist, ob sich die osteuropäischen Stoßerinnen von Dopingkontrolleuren unbehelligt vorbereiten konnten.

100 m Männer: Das Rennen der Rennen. Teil eins der Bolt-Festspiele. Alle erwarten Olympiasieger Usain Bolt auf dem obersten Treppchen. Doch Tyson Gay will dem Jamaikaner bei der Hatz auf einen neuen Weltrekord in die Suppe spucken. Alle anderen Sprinter einschließlich Asafa Powell (Jamaika) sind bei dieser großen Show nur Statisten. (Bolt und Gay verbal bereits in Hochform)

Montag, 17. August

Stabhochsprung Frauen: Die Ein-Frau-Show der Jelena Issinbajewa soll steigen. 132664(DIASHOW: Rekorde für die Ewigkeit?) Die russische Weltrekordlerin und Grande Dame der Leichtathletik ist nur dann in Gefahr, wenn sie keine Normalform bringt. Von den deutschen Springerinnen hat Silke Spiegelburg (4,75 m in diesem Jahr) noch die besten Chancen.

10.000 m Männer: An Titelverteidigerin Kenenisa Bekele kommt im Kampf der Äthiopier mit den Kenianern wohl keiner vorbei. Allerdings erwarten die Experten keinen Formations-Flug der Äthiopier an der Spitze. So wie es schon bei früheren Titelkämpfen der Fall war. Schärfster Konkurrent von Bekele ist der Kenianer Micah Kogo.

100 m Frauen: Wer ist die schnellste Frau der Welt? Kerron Stewart (10,75 Sekunden) oder die jamaikanische Landsfrau Shelly-Ann Fraser (10,88). Hoffentlich ohne Hilfsmittel nach dem jüngsten Doping-Ärger um die Sprinter aus der Karibik. Verena Sailer und Marion Wagner können in der Liga nicht mitspielen.

Dienstag, 18. August

Speerwurf Frauen: Hier droht ein Vierkampf um Gold. Die deutschen Asse Christina Obergföll und Steffi Nerius sind heiße Kandidatinnen, wenn sie an ihre Saisonbestweiten heranwerfen. Doch zuletzt trumpfte vor allem Olympiasiegerin Barbora Spotakova (Tschechien) auf. Vierte im Bunde: Mariya Abakumowa aus Russland).

>> Hier geht's zu Teil 2: Bayer und die Malaissen, Heidler und die Berüchtigten

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