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Ralf Bartels konnte bei Olympia in Peking wegen einer Verletzung nicht teilnehmen © getty

Kugelstoßer Ralf Bartels holt schon am ersten Tag die erste DLV-Medaille. Die Sprint-Stars Usain Bolt und Tyson Gay überzeugen.

Berlin - Die Bronze-Kugel von Europameister Ralf Bartels war beim Berliner WM-Auftakt für Gastgeber Deutschland Gold wert.

"Ich wollte dem Team wie 2005 mit meiner ersten Medaille von Helsinki die richtige Initialzündung geben. Im dritten Versuch hat dann alles gepasst", kommentierte der Neubrandenburger seine von 35.000 Zuschauern im Olympiastadion lautstark gefeierte Freiluft-Bestmarke von 21,37 m.

"Bronze ist Bronze, ich bin einfach nur überglücklich. Danke Berlin!", rief Bartels dann dem Publikum zu, nachdem er Siebenkämpferin Jennifer Oeser bei einer Umarmung beinahe erdrückt hatte.

"Ich habe gezeigt, dass das Unmögliche möglich ist. Vielleicht schafft das jetzt der ein oder andere im Team auch noch."

Drei ungültige Versuche für Sack

Ralf Bartels, der in Berlin seine vierte Medaille bei EM und WM gewann, konnte einmal mehr im entscheidenden Augenblick alles mobilisieren.

EM-Gold und WM-Bronze 2005 hatte er jeweils im letzten Versuch erkämpft.

Diesmal hätte er die Medaille fast mit dem finalen Stoß von Titelverteidiger Reese Hoffa (USA/21,28) noch verloren. Mitten im deutschen Jubel ging unter, dass der Leipziger Peter Sack mit drei ungültigen Versuchen sang- und klanglos gescheitert war.

Gay hat Schmerzen

Im 20-km-Gehen vollendete der russische Ex-Doper Waleri Bortschin (1:18:41 Stunden) am Brandenburger Tor seinen Triumphmarsch über 20 Kilometer.

Die Sprintshow von Olympiasieger Usain Bolt (Jamaika) und Weltmeister Tyson Gay (USA) überstrahlte beim WM-Auftakt auch den Goldglanz um Kenias 10.000-m-Überraschung Linet Chepkwemoi Masai (30:51,24) und den Amerikaner Christian Cantwell im Kugelstoßen mit der Jahres-Weltbestleistung von 22,03 m.

Nach Leistenschmerzen vom 100-m-Vorlauf sprintete erst der Weltranglisten-Spitzenreiter (9,77) Tyson Gay in 9,98 ins Halbfinale.

Bolt wollte "Kraft sparen"

"Mein Start war schlecht, ich kann es besser", meinte der Titelverteidiger.

Dann trat Weltrekordler Bolt (9,69) im Zwischenlauf schon bei 65 m auf die Bremse, lief in 10,03 lächelnd als Zweiter hinter Daniel Bailey (Antigua/10,02) ins Ziel: "Ich wollte Kraft sparen, am Sonntag gehts um Medaillen", meinte der 22-Jährige.

Guter Tag für Oeser

Eine Kugelstoß-Medaille könnte es am Sonntag auch für Nadine Kleinert (Magdeburg) geben, die in der Form ihres Lebens scheint, vielleicht auch für Siebenkämpferin Jennifer Oeser (Leverkusen), die sich am ersten Tag stark präsentierte.

Denn die Leverkusenerin Oeser liegt bei Halbzeit des Siebenkampfes der WM mit 3814 Punkten auf Rang drei. Auch die Neubrandenburgerin Julia Mächtig liegt als Siebte noch gut im Rennen (3758 Zähler).

Bestleistungen in zwei Disziplinen

Dagegen musste die EM-Dritte Lilli Schwarzkopf (Paderborn) ihre Medaillenträume früh begraben und stieg nach drei Disziplinen wegen einer Fußverletzung aus. Die WM-Vierte und Mitfavoritin Jessica Ennis (Großbritannien) führt mit 4124 Zählern deutlich vor Olympiasiegerin Natalja Dobrynska (Ukraine/3817).

Oeser stellte Bestleistungen über 200 m (24,30) und im Kugelstoßen (14,29) auf. Mächtig schaffte im Hochsprung von ihr vorher nie erreichte 1,83 m.

Stabhochspringerinnen im Finale

Alle drei deutschen Stabhochspringerinnen haben das Finale am Montag erreicht und dürfen von einer Medaille bei der WM träumen.

Die deutsche Meisterin Silke Spiegelburg (Leverkusen) übersprang ebenso 4,55 m wie die Mainzerin Anna Battke. Für Kristina Gadschiew (Zweibrücken) reichten sogar übersprungene 4,50 m und Platz 12 fürs Finale.

Keine Blöße gab sich die Olympiasiegerin und große Favoritin Jelena Issinbajewa. Die 27-jährige Russin, die bei der WM-Generalprobe in London ihrer ersten Niederlage seit 17 Monaten kassiert hatte, machte bei 4,55 m nur einen Sprung und sah dabei sehr souverän aus.

Äthiopische Serie reißt

Über 10.000 m sorgte Linet Chepkwemoi Masai (alle WM-News) für die große Überraschung, als sie nach dem verletzungsbedingten Verzicht von Olympiasiegerin Tirunesh Dibaba deren äthiopische Teamkameradin Meselech Melkamu (30:51,34) vor der Ziellinie abfing.

Damit endete eine Serie von fünf äthiopischen WM-Siegen. Kenias Rivalinnen gewannen zum Silber noch Bronze durch Wude Ayalew (30:51,95).

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