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Robert Harting belegte in Peking 2008 den vierten Platz. © getty

Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting geht bei der WM auf den Verband los: Er nennt zwei Führungskräfte, die überflüssig seien.

Berlin - Diskus-Vizeweltmeister Robert Harting ist kurz vor seiner Qualifikation bei der Leichtathletik-WM in Berlin (Dienstag 10.05 Uhr) mal wieder verbal aus der Rolle gefallen.

Der Lokalmatador attackierte die Führung des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV). Da "arbeitet wohl keiner", sagte er der "Bild am Sonntag". (Der WM-Zeitplan)

Er nahm nur Sportdirektor Jürgen Mallow aus: "Leute wie unseren Präsidenten Clemens Prokop und Generalsekretär Frank Hensel brauchste eigentlich nicht. Die sind seit über fünf Jahren im Amt, passiert ist aber nichts."

"Ich weiß nicht, was Harting will"

Harting vermisst den Teamgedanken. Er wünsche sich, endlich mal Teil einer Mannschaft zu sein. "Aber das spürt man im Verband nicht. Da führt doch keiner. Die sitzen doch nur alle rum."

DLV-Chef Prokop reagierte gelassen. "Ich nehme das alles nicht mehr ernst. Ich weiß nicht, was Robert Harting will. Einfach nur Aufmerksamkeit erregen?"

Kurz vor der WM hatte der 24-Jährige schon für Aufsehen gesorgt, als er erklärte: "Wo Geld ist, wird gedopt. Eigentlich ist es sinnlos, gegen diese Tatsache anzukämpfen."

Rüffel und Rückzieher

"Manchmal frage ich mich, ob es nicht besser wäre, Doping in irgendeiner Form zu erlauben, so knallhart sich das auch anhören mag", fügte Harting hinzu. "Dann würde sich zumindest niemand mehr darüber aufregen."

Damals meinte Prokop: "Das ist blanker Unsinn." Harting ruderte zwei Tage später kleinlaut zurück: "Es ist offensichtlich, dass ich natürlich nicht für Doping stehe."

Er habe lediglich den Sinn des Antidopingkampfes in Relation zu seinem Aufwand und seinem Nutzen bzw. seinem Erfolg gesetzt.

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