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Christina Obergföll stellte ihre Bestweite von 70,20 m im Juni 2007 in München auf © getty

Die DLV-Speerspitzen quälen sich ins Finale, Obergföll verliert eine Bestmarke. Russland holt auch das zweite Gold im Gehen.

Berlin - Deutschlands Speerwerferinnen haben bei der Leichtathletik-WM in ihren Vorkämpfen Schwächen offenbart.

Europameisterin Steffi Nerius (Leverkusen/61,73) machte es schon spannend, die Olympiadritte Christina Obergföll sogar hochspannend mit ihren 60,74, die sie als Siebte ins Finale der besten 12 am Dienstag brachten.

Zuvor verlor die Offenburgerin (68,59) ihre Jahres-Weltbestmarke an die russische Olympiazweite Maria Abakumowa (68,92).

"Was heute war ist wurscht"

Dass es am Dienstag zwei deutsche Medaillen gibt wie bei den Titelkämpfen 2005 und 2007 ist fraglicher denn je.

"Was heute war ist wurscht, nun fängt alles wieder neu an", sagte Obergföll und gab sich damit selbst die Devise für den Kampf um die Medaillen.

Dass alles holprig lief auf dem Weg zu den bescheidenen 60,74 m konnte die ehemalige Europarekordlerin (70,20) dann auch nicht so recht erklären.

Gold und Silber scheinbar vergeben

Dabei glaubte sie ihre Probleme seien überwunden. "Im Trainingslager in Kienbaum flogen die Speere doch wieder ganz ordentlich."

Für Steffi Nerius war Runde eins ebenfalls keine Aktion zum Aufbau von Selbstvertrauen: "Ich wollte gleich eine 63 oder 64 raushauen, dann war ich verkrampft und zu", kommentierte die 37 Jahre alte Leverkusenerin ihre halbwegs verkorksten Würfe.

"67 oder 68 Meter muss man für eine Medaille werfen", glaubt Nerius, die fürchten muss, dass es beim Karriereende nicht zum siebten Edelmetall seit 2002 reichen wird. Hinter Tschechiens Olympiasiegerin und Weltrekordlerin Barbora Spotakova, mit 63,27 m rasch fürs Finale qualifiziert, sowie Abakumowa bleibt nur ein Platz für den Rest der Welt.

Novum in der Gehen-Geschichte

24 Stunden nach dem 20-km-Triumph des russischen Ex-Dopers Waleri Bortschin siegte im Frauengehen wie 2007 in Osaka seine Landsmännin Olga Kaniskina und verteidigte damit als erste Geherin ihren WM-Titel erfolgreich.

Die Olympiasiegerin triumphierte auf dem Kurs am Brandenburger Tor nach 20 Kilometern in 1:28:10 Stunden vor der Irin Olive Loughnane (1:28:58) und der Chinesin Liu Hong (1:29:10).

Vor Tausenden Besuchern an der Strecke auf dem Prachtboulevard Unter den Linden war für Sabine Krantz aus Wattenscheid der Traum von einer Platzierung unter den Top 10 nach 48 Minuten beendet.

Krantz wortlos am Straßenrand

Die 28-Jährige musste ihrem hohen Anfangstempo und der Führung nach Kilometer fünf Tribut zollen und gab entkräftet auf.

Krantz saß nach ihrem Ausstieg zunächst wortlos am Straßenrand, ehe sie in den schattigen Tiergarten flüchtete und zum Ausgehen allein sein wollte. "Wenn man sich 45 Wochen auf einen Wettbewerb vorbereitet, ist ein solches Ende eine große Enttäuschung", sagte ihr Trainer Heiko Schulze.

"Ich glaube nicht, dass ihr das hohe Anfangstempo zum Verhängnis geworden ist", sagte Schulze. Es seien wohl eher die vielen Tempowechsel gewesen: "Damit hatte sie schon immer Probleme."

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