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Savannah Sanitoa lief die dritt-langsamste Zeit der 100m-Vorläufe in Berlin © getty

100m-Läuferin Sanitoa läuft persönliche Bestzeit. Moses Masai hat sich Unmögliches vorgenommen und Bortschin erhält mehr Geld.

Berlin - Als Savannah Sanitoa über 100 m nach 14,23 Sekunden das Ziel erreicht hatte, musste sie zunächst einmal durchschnaufen.

Im Vergleich zu den Top-Sprinterinnen der Welt bringt die Läuferin aus Amerikanisch-Samoa geschätzte 20 Kilogramm mehr auf die Waage. Trotzdem war sie am Ende mindestens genauso glücklich wie ihre großen Vorbilder.

"Das ist meine Bestzeit. Es ist sehr aufregend, zwischen den besten Sprinterinnen der Welt laufen zu dürfen", sagte die 22-Jährige, die bis vor kurzer Zeit in ihrer Heimat noch barfuß gelaufen ist: "Das ist normal bei uns. Leichtathletik ist da nicht die große Nummer."

Katutu war die Langsamste

Eigentlich sei sie Kugelstoßerin und Diskuswerferin, aber in diesen Wettbewerben habe sie sich nicht für Berlin qualifizieren können, sagte die Schülerin: "Also bin ich auf die Bahn und habe da trainiert."

Tioiti Katutu war in 14,38 Sekunden die Langsamste unter allen 61 gestarteten 100-m-Läuferinnen.

Die 19-Jährige kommt aus dem pazifischen Inselstaat Kiribati und durfte nur über die Quotenregelung starten, die jedem Mitgliedsland des Leichtathletik-Weltverbandes IAAF mindestens einen Startplatz sichert.

Sport1.de hat weitere Nachrichten zur WM zusammengestellt:

Prämie für Weltmeister Bortschin

Im Vorjahr erhielt Geher-Weltmeister Waleri Bortschin zum Olympiagold einen BMW von Vater Staat, dieses Mal hat Russlands Premierminister Wladimir Putin allen Weltmeistern von Berlin 7000 Dollar zusätzlich zu den vom Weltverband IAAF versprochenen 60.000 Dollar versprochen.

"Das hatte ich ganz vergessen. Gut, dass Sie mich erinnern", sagte der 22-Jährige im Ziel.

Unlösbare Aufgabe für den Bruder

Da hat sich Moses Masai, der Bruder von 10.000-m-Weltmeisterin Linet Masai, aber etwas vorgenommen.

Als er kurz vor dem WM-Start am Freitag (zum WM-Zeitplan) gefragt wurde, welchen Platz er anstrebe, sprach er davon, besser sein zu wollen als seine Schwester.

Dann rannte die 19-jährige Kenianerin überraschend zu Gold und nun hat Moses (23) ein Problem: "Mach es besser, großer Bruder", forderte Linet Masai von ihm nach dem Rennen am Telefon vor Journalisten.

Beide hatten im Vorjahr bei Olympia in Peking Platz vier belegt.

Das Duell ist nicht vorbei

Auf der Pressekonferenz der Medaillengewinner im Kugelstoßen verlängerten Weltmeister Christian Cantwell und der WM-Zweite Tomasz Majewski ihren Zweikampf.

Der US-Amerikaner Cantwell beschuldigte den Polen Majewski, ihm beim Wettkampf in London kürzlich eine Kugel auf den Fuß geworfen zu haben.

Der Beschuldigte stritt das ab und zog immer wieder Grimassen, wenn Cantwell mit den Journalisten sprach.

Dutch bricht zusammen

Ein übles Bild bot Johnny Dutch nach seinem Vorlauf über 400 m Hürden.

Der US-Boy sank in der Mixed-Zone des Olympiastadions vor den Journalisten zu Boden und blieb dort 20 Minuten stöhnend liegen. Mehrere Helfer bemühten sich um den völlig erschöpften Läufer, doch der ließ sich nicht zum Aufstehen ermutigen und übergab sich stattdessen.

Erst als eine Trage geholt wurde, erhob sich Dutch, der sich für die nächte Runde qualifiziert hatte, und verließ auf Helfer gestützt die Mixed-Zone.

Berlin war in Berlin chancenlos

Der Monegasse Antoine Berlin schied im Vorlauf in der WM-Gastgeberstadt, die 450-mal so groß ist wie das Fürstentum, aus dem er stammt, in 4:27,52 Minuten aus.

Die Zeit hätte nicht einmal gereicht, um 2009 bei den Frauen deutsche Meisterin zu werden. Immerhin: Er führte das Feld 100 m lang an. "Ich habe meine erste Weltmeisterschaft genossen."

Unsichtbares Netz

Es ist da, fällt aber nicht auf. Ein durchsichtiges Netz macht es den Zuschauern möglich, Hammer- und Diskuswerfer in ihrem Käfig fast ohne Sichteinschränkung zu beobachten.

"Wie Sie sehen, sehen Sie nichts", sagt IAAF-Wettkampfdirektor Paul Hardy.

Spiegelburg schminkt sich immer

Auch Leichtathletinnen achten auf ihr Äußeres.

So gestand Stabhochspringerin Silke Spiegelburg, dass sie sich seit ihrer Kindheit schminkt und das auch vor jedem Wettkampf tue.

"Warum sollte ich das hier anders machen?", meinte die Leverkusenerin.

Ein Problem könnte es nur bei einer möglichen tränenreichen Siegerehrung geben: "Die Schminke ist nicht wasserfest."

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