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Nadine Kleinert holte bei Olympischen Spielen eine Silber- und eine Bronzemedaille © getty

Kugelstoßerin Kleinert holt ihr drittes WM-Silber und vergleicht sich mit gutem Wein. Villi ist einfach eine Nummer zu groß.

Berlin - Sie lachte, sie flachste und flog nach dem dritten silbernen Glücksmoment ihrer Karriere zuerst in die Arme von Trainer Klaus Schneider: Das Naturwunder von Kugelstoßerin Nadine Kleinert geht weiter.

Die Magdeburgerin wurde bei der siebten WM-Teilnahme zum dritten Mal Vize-Weltmeisterin. Mit 33 Jahren.

Bei ihrem Auftritt schwappte erstmals die Laola-Welle durchs mit rund 50.000 Zuschauern gefüllte Berliner Olympiastadion. 140874(Die Bilder des zweiten Tages)

"Bei mir ist es wie mit einem guten Wein. Je älter, desto besser", sagte Kleinert.

Die Titelverteidigerin ist nicht zu schlagen

Was sie damit meint, zeigte die Power-Frau ("Ich bin ein Naturwunder") mit der Bestleistung von 20,20 m.

Zwar reichte es nicht ganz zum kurzzeitig möglich scheinenden Überraschungs-Triumph über Olympiasiegerin und Titelverteidigerin Valerie Vili aus Neuseeland, die mit 20,44 vor ihr lag, doch zu Enttäuschung gab es keinen Grund: "Die Zuschauer waren geil. Ich bin auf den Punkt topfit gewesen."

Kleinert liebäugelte mit dem Boxen

"Das war der Wettkampf ihres Lebens. Dass das bei der Heim-WM passiert ist umso besser. Weltmeisterschaften liegen ihr offenbar besser als Olympische Spiele", meinte Trainer Schneider, der seinen Schützling beinahe ans Boxen verloren hatte.

Kleinert entschied sich jedoch trotz des enttäuschenden siebten Platzes im Vorjahr bei den Sommerspielen von Peking gegen den Ringe-Tausch und blieb der Eisenkugel treu.

Fortsetzung von Ralf Bartels

Schon ihr 20,06-m-Stoß im ersten Durchgang wirkte im weiten Rund des erneut nicht bis auf den letzten Platz gefüllten Stadions wie eine Initialzündung.

Plötzlich machte die Laola-Welle die Runde.

"Das ist die Fortsetzung von Ralf Bartels gestern. Besser kann es nicht losgehen. Es ist schon einige Tage her, dass ich mich so gefreut habe", sagte Schneider.

In der dritten Runde ließ Kleinert dann 20,20 folgen und Schneiders Jubelarie ging weiter.

"Ich mag kein Gold"

Die silbernen Ringe und Ohrringe, die Kleinert im Vorfeld von ihrem Freund Timo als Glücksbringer geschenkt bekommen hatte, zahlten sich aus.

"Ich mag kein Gold. Das ist was für die ältere Generation", hatte sie berichtet, allerdings eingeschränkt: "Das gilt nicht für die Farbe der Medaille."

Doch von Gold durfte Kleinert nur wenige Minuten träumen. 120-kg-Koloss Vili konterte nach schwachem Beginn mit 20,25 und 20,44.

Lehrstunde für Schwanitz

Insgesamt war es Kleinerts fünfte internationale Medaille, denn neben WM-Silber 1999 und 2001 holte sie auch WM-Bronze 2007 sowie Olympia-Silber 2004.

Für die anderen beiden deutschen Final-Teilnehmerinnen (alle WM-News) lief es nicht so gut.

Die Hallen-EM-Zweite Denise Hinrichs (Wattenscheid/18, 39) belegte nur Rang elf, ihre Teamkollegin Christina Schwanitz (17, 84) wurde Zwölfte.

"Für mich war das eine Lehrstunde", sagte die Neckarsulmerin.

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