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Weltrekordler Usain Bolt mit seinem gewohnten Jubel © getty

Es war die Show der bisherigen Wettkämpfe - das Finale über die 100 Meter. Im Interview spricht Usain Bolt über das Rennen.

Berlin - Es gab keine Showeinlage wie in Peking. Usain Bolt lief um jede Hundertstel kämpfend über die Ziellinie (140985DIASHOW: Die Bilder vom 100-m-Finale).

Einzig ein kurzer Blick über die Schulter war zu vernehmen. Dann prangte die Zeit auf der Uhr: 9,58 Sekunden - kein Mensch ist jemals schneller die 100 Meter gelaufen.

Dabei war das Primärziel die Goldmedaille: "Ich bin gar nicht auf Weltrekord gelaufen", sagte Bolt nach dem Rennen.

Im Interview spricht der neue Weltmeister über das Rennen, Gegner Tyson Gay und die Atmosphäre im Berliner Olympiastadion.

Frage: Herr Bolt, Sie haben mit Ihrem WM-Sieg in der Fabel-Weltrekordzeit von 9,58 Sekunden erneut Geschichte geschrieben. Wie fühlt man sich als schnellster Mann der Welt?

Usain Bolt: Ich bin gar nicht auf Weltrekord gelaufen. Ich wollte nur rausgehen und gewinnen. Aber ich habe immer gesagt, dass bei mir alles möglich ist. Alles lief perfekt. Das ist ein großer Moment der Geschichte.

Frage: Wie haben Sie die 100 Meter wahrgenommen?

Bolt: Der Start war für meine Verhältnisse gut. Nach 20 Metern war ich mit dabei, danach lief es wie von selbst. Am Ende habe ich über meine Schultern geschaut und gesehen, dass alles klar ist. Es war ziemlich gut.

Frage: Geht es noch schneller für Sie? Wo liegt die Grenze?

Bolt: Ich denke, es wird bei 9,40 aufhören. Aber man weiß nie, alles ist möglich. Wir werden einfach weiter um die Wette laufen.

Frage: Wer war der Bessere: der Usain Bolt von Peking oder der Usain Bolt von Berlin?

Bolt: Ich bin definitiv gut in Form, aber noch nicht in der Form von Peking. Ich habe diese Saison mit dem Training spät angefangen. Außerdem hatte ich zwischendurch einen Autounfall, bei dem ich mich am Fuß verletzt hatte. Aber bei Meisterschaften bin ich immer bereit. Ich liebe es einfach, gegen diese Jungs anzutreten. Es motiviert mich.

Frage: Am Donnerstag wollen Sie über 200 Meter das zweite Gold holen - auch wieder in Bestzeit?

Bolt: Ich denke nicht, dass ich auch über 200 Meter Weltrekord laufen kann. Das Rennen wird sehr schwierig. Tyson Gay ist der 200-Meter-Champion, er wird jetzt sicher nicht mit mir um die Wette lächeln. Es wird ein fantastisches Rennen werden. Die Show geht weiter.

Frage: Was halten Sie von ihrem Dauer-Rivalen?

Bolt: Tyson ist ein großartiger Athlet, er pusht mich auf ein höheres Niveau. Duelle wie die zwischen Tyson und mir helfen der Sportart, locken die Zuschauer ins Stadion. Und sie machen die Leichtathletik auch bei Sponsoren interessant. Dadurch haben wir beide wiederum ein schönes Leben.

Frage: Bei Olympia in Peking haben Sie Hähnchen-Nuggets als ein Erfolgsrezept ausgemacht. Standen die auch in Berlin auf dem Speiseplan?

Bolt: Mein Coach sagte mir, dass es hier keine Nuggets gibt. Aber ich habe sie bei McDonalds gefunden. Ich habe ein paar davon gegessen, das ist gut für mich.

Frage: Vor jedem Rennen schneiden Sie Grimassen, spielen mit der Kamera, posieren vor den Fans. Nehmen Sie den Wettkampf nicht ernst?

Bolt: Ich trainiere das ganze Jahr sehr hart. Wenn ich an den Startblock gehe, dann weiß ich, was zu tun ist. Dann kann ich das Rennen genießen, dann ich mache mir keine Sorgen. Ich weiß, dass ich gut sein werde.

Frage: Wie sehr hat Sie das Publikum beflügelt?

Bolt: Die Zuschauer haben mir sehr viel Energie gegeben. Das werde ich nicht vergessen.

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