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Usain Bolt hält mit 19,30 Sekunden den Weltrekord über die 200 Meter © getty

Der Jamaikaner zieht im 200-m-Zwischenlauf ins Halbfinale ein. Sprinter Robert Hering erreicht die überraschend Vorschlussrunde.

Berlin - Sprint-Superstar Usain Bolt lässt an seinem anvisierten WM-Double nicht den geringsten Zweifel aufkommen.

Zwei Tage nach seinem phänomenalen Weltrekord-Lauf140985(die Bilder) beherrschte der dreimalige Olympiasieger bei seinem Zwischenlaufsieg über 200 m die Konkurrenz nach Belieben.

Der Jamaikaner zog in locker herausgelaufenen 20,41 Sekunden ins Halbfinale am Mittwochabend (19.25 Uhr) ein. Einen Tag später (20.35 Uhr) findet das Finale statt.

Dort will Bolt die Konkurrenz erneut schocken und die Welt wieder in Staunen versetzen.

Gay verzichtet auf Start

"Ich werde da rausgehen und mir das Herz aus dem Leib rennen. Es wird bestimmt viel Spaß machen", sagte der dreimalige Olympiasieger, der auch in Berlin das Triple aus 100, 200 und 4x100 m anstrebt: "Die Show hat erst begonnen."

Sein größter Rivale Tyson Gay (USA) hatte am Montagabend 141213(die Bilder des dritten Tages) seinen Start im Vorlauf wegen Leistenbeschwerden abgesagt.

"Ich glaube, dass ich mich dadurch am besten für die Staffel vorbereiten kann. Ich will meinem Team so gut ich kann helfen", sagte der Jahresweltbeste (19,58 Sekunden), der damit auf jeden Fall auch den zweiten seiner drei WM-Titel von Osaka verlieren wird.

Hering weiter, Menga scheitert

Etwas überraschend erreichte auch der deutsche Meister Robert Hering die Vorschlussrunde.

Der Jenaer, der im Vorlauf sogar um sechs Hundertstel schneller war als Superstar Bolt, wurde in 20,58 Sekunden Dritter seines Laufs und bedankte sich anschließend beim Publikum für die Unterstützung: "Das ist eine absolut geile Stimmung hier!"

Knapp ausgeschieden ist dagegen der Leverkusener Aleixo-Platini Menga in 20,68 Sekunden. Für den Wattenscheider Alexander Kosenkow (20,99) war bereits im Vorlauf Endstation gewesen.

Nytra im Halbfinale

Hürdensprinterin Carolin Nytra ist ihrem Ziel Finalteilnahme einen Schritt näher gekommen.

Die Bremerin qualifizierte sich als Dritte ihres Vorlaufs in 13,03 Sekunden für die Vorschlussrunde am Mittwochabend (18.45 Uhr). Insgesamt wurde die deutsche Meisterin Vorlauf-17.

Dabei behielt die Freundin von Weitsprung-Halleneuropameister Sebastian Bayer nach einem von ihr verursachten Fehlstart die Nerven und fand nach anfänglichen Schwierigkeiten schnell ihren Rhythmus.

Weltspitze bereits in Topform

"Ich war ein bisschen aufgeregt, deswegen auch der Fehlstart. Aber das Publikum hat mich ins Ziel getragen", sagte Nytra: "Ich bin zufrieden, auch im Vergleich zu den anderen. Da ist noch was drin."

Die absolute Weltspitze präsentierte sich in Top-Form.

Die kanadische Olympia-Dritte Priscilla Lopes-Schliep war in starken 12, 56 Sekunden Vorlaufbeste, die US-amerikanische Olympiasiegerin Dawn Harper stand ihr mit 12,70 Sekunden kaum nach.

Friedrich sicher im Finale

Die Hochsprung-Favoritinnen Ariane Friedrich und Blanka Vlasic erreichten souverän das Finale am Donnerstag.

Bei 1,95 m stieg die Deutsche ein, nahm die Höhe im ersten Versuch, dann packte die Weltranglisten-Erste (2,06 m) ihre Siebensachen: "Ich bin in guter Form und ich werde hoffentlich gewinnen - Tschüss bis Donnerstag", war die Botschaft der 25-Jährigen.

Kopfverletzung bei Vlasic

Auch Rivalin Blanka Vlasic kam mit nur einem Sprung ins Finale, aber nach einem Malheur am Morgen nicht am Krankenhaus vorbei.

"Es war alles voller Blut, ich musste mit sechs Stichen am Kopf genäht werden", klärte die Weltmeisterin auf. Die 1,92 m lange Olympiazweite hatte sich nach Frühstück und Stretching beim Verlassen des Hotelzimmers am Türrahmen eine böse Wunde geholt.

"Ich war geschockt, doch zum Glück war es kein wirkliches Handicap", sagte die Friedrich-Gegenspielerin. "Wenn Kopfverletzungen solche Folgen haben, sollte man sich öfter mal stoßen", flachste Friedrich-Trainer Günter Eisinger angesichts "dieser mysteriösen Geschichte" und Vlasics Super-Vorstellung Stunden später im Olympiastadion.

Harting souverän ins Diskus-Finale

Robert Harting hat im Schnelldurchgang das Diskus-Finale erreicht. Der Berliner Lokalmatador übertraf in der Qualifikation mit guten 66,81 m gleich im ersten Wurf die geforderte Weite von 64,50.

Der Vize-Weltmeister kam dabei bereits in die Nähe seiner deutschen Jahresbestleistung (68,10). Zuvor hatte sich auch Olympiasieger Gerd Kanter (Estland) mit 66,73 m ähnlich überzeugend für den Endkampf am Mittwoch qualifiziert. (zum WM-Zeitplan)

Kanter ist seit 13 Monaten in 28 Wettkämpfen ungeschlagen und gilt als Favorit. Markus Münch startet in der zweiten Qualifikations-Runde.

Marathonläuferin Kraus sagt WM-Start ab

Die Leverkusenerin Melanie Kraus ist der zweite verletzungsbedingte Ausfall im durch die Absage von Goldfavoritin Irina Mikitenko bereits stark geschwächten deutschen Marathonteam bei der WM.

Kraus könne wegen massiver Rückenbeschwerden nicht an den Start des 42,195-km-Rennens am Sonntag gehen, sagte DLV-Cheftrainer Track, Rüdiger Harksen.

Die 34-Jährige ist der zweite Ausfall nach Mikitenko, die wegen des Todes ihres Vaters auf einen Start verzichtet. Für sie war Europameisterin Ulrike Maisch nachgerückt. Kraus' Platz bleibt unbesetzt. Damit reduziert sich die deutsche Mannschaft auf 89 Athleten.

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