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Das Motto von Raul Spank lautet: "Fliegen ist wie Naschen" © getty

Raul Spank landet mit 2,32 Meter auf dem geteilten dritten Rang. Auch der Goldmedaillen-Gewinner kommt nicht höher.

Berlin -Dem Sprung in den Hochsprung-Himmel folgte der Sprint auf die Ehrenrunde: Als Raul Spank bei der WM in Berlin wie tags zuvor Ariane Friedrich Bronze (Alle News) sicher hatte, ließ sich der Dresdner zuerst die Deutschlandfahne reichen und stürmte die Zielgerade herunter.

Der Puma mit dem Killerinstinkt hatte zugeschlagen.

"Super, gigantisch, perfekt. Bronze ist phantastisch bei all diesen Bedingungen mit der langen Aufwärmzeit. Beim letzten Anlauf hatte ich einen kleinen Stolperer, sonst wäre das eine Granate geworden", sagte Raul Spank und gab gleich seine neuen Ziele aus: "Olympiasieg und 2,40 m."

Spank mag ein "bisschen mehr Bambule"

Acht Jahre nach dem einzigen deutschen WM-Gold im Hochsprung durch Martin Buss kam wieder ein deutscher Springer aufs Podest.

Nach der Bronzemedaille von Ariane Friedrich tags zuvor holte der DLV damit erstmals eine Hochsprung-Medaille sowohl bei den Mänenrn als auch bei den Frauen.

Mit 2,32 stellte der Dresdener seine Bestleistung ein und teilte sich den dritten Rang mit dem Polen Sylwester Bednarek. Auch Sieger Jaroslaw Rybakow (Russland) und der Zypriote Ioannou Kyriakos kamen nicht höher.

"Ich mag ein bisschen mehr Bambule. Je mehr Fans da sind, desto besser läuft es bei mir", sagte Spank im Vorfeld.

"Du musst wie ein Puma sein"

42.378 Fans jubelten ihm im Olympiastadion zu.

"Als Hochspringer musst du wie ein Puma sein: den ganzen Tag rumliegen und dich ausruhen und dann wenn es drauf ankommt aufspringen und zubeißen." Für die deutsche Mannschaft war es die siebte WM-Medaille in Berlin.

"Wie Fitness-Studio und Pilates"

Dabei hatte Spank vor der WM Verletzungssorgen. Eine Bänderdehnung, die er Ende Juni bei der Team-EM im portugiesischen Leiria im linken Sprungfuss erlitt, plagte ihn.

Als er dann noch mit dem Wäschesack in der Hand zu Hause ausglitt und sich erneut den Fuß vertrat, war die WM für den Lieblingsschüler von DLV-Sportdirektor Jürgen Mallow kurzzeitig sogar in Gefahr.

Doch Spank hielt sich mit allgemeinem Training fit. "Das war wie ins Fitness-Studio gehen und Pilates-Kurse machen", sagte der 21-Jährige.

Spank auf Tränhardts Spuren

In den WM-Wettkampf startete er nach langer Wartezeit wegen einer über einstündigen Regenunterbrechung in langer Hose über 2, 18. Dann zeigte er Bein und nach zwei Fehlversuchen über 2,28 Nervenstärke.

Spank ist ein Newcomer mit Starpotenzial, immer mit einem kecken Spruch auf den Lippen, ohne Scheu vor großen Höhen und großen Namen.

Seit er als Nobody bei den Olympischen Spielen in Peking mit der Bestleistung von 2,32 m Fünfter geworden war, wird er als potenzieller Nachfolger von deutschen Hochsprung-Assen wie Gerd Wessig, Dietmar Mögenburg oder Carlo Thränhardt gehandelt.

Der Peking-Ärger ist verflogen

Der ehemalige Fußballer von Dynamo Dresden, der zwar 1999 mit der Leichtathletik begann, jedoch erst 2005 dem Fußball endgültig abschwor, fällt nicht nur durch seine sportliche Leistung auf, sondern auch durch seine Ecken und Kanten.

Dass er nach Peking den Leichtathletik-Kollegen fehlenden Ehrgeiz unterstellte, brachte ihm böse Anrufe ein.

"Da geht es vielen zu gut", sagte Spank damals. Der Ärger ist längst verflogen: "Ich denke, der eine oder andere hat sich an die Nase gefasst und gibt jetzt ein bisschen mehr Gas."

"Fliegen ist wie Naschen"

Kecke Sprüche sind Spanks Ding.

"Fliegen ist wie Naschen. Ein Stück Schokolade zu sehen und es dann in sich hineinzustecken. So ist Fliegen", erklärte er jüngst im Sportstudio.

Vor einem Jahr mussten ihm die Funktionäre fürs Olympia-Ticket noch einen Vorschuss auf sein Talent gewähren und ihn trotz nicht komplett erfüllter Norm nominieren. Diesen zahlte er schon damals mit Zinsen zurück und ist in Berlin endgültig in der Weltspitze gelandet.

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