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Raul Spank hat bei einer Körpergröße von 1,91 m ein Wettkampfgewicht von 78 kg © imago

Nach dem Bronze-Flop peilt Raul Spank neue Höhen an. Er spricht über seine mentale Stärke, Schmerzen und den Regen in Berlin.

München - Er ist ein Typ, wie ihn der Sport braucht, einer den die Leichtathletik bitter nötig hat: Cool in Stresssituationen, mit guten Sprüchen in allen Lebenslagen und leistungsstark wenn es drauf ankommt - wie bei seinem Bronze-Flop über 2,32 m bei der WM in Berlin .

Ähnlich wie Disziplinkollegin Ariane Friedrich pflegt Spank vor jedem Wettkampf ein Ritual. Am Abend vorher muss es bei ihm Pizza geben. "Pizza Salami, die präferierte ich."

Diese kann ruhig fettig sein.

Sein "Kampfgewicht" ist ihm egal. "Bei mir ist es wichtig, dass das Essen schmeckt. Hungern gibt es bei mir überhaupt nie."

Frage: "Herr Spank, Gratulation zu Bronze, sind Sie zufrieden?"

Spank: "Ja, das ist der größe Erfolg meiner Karriere. Ich wollte mich unbedingt steigern im Vergleich zu Olympia und auf keinen Fall Vierter werden. In Peking war ich Fünfter, nun Dritter - wunderbar. Außerdem habe ich meine Bestleistung von 2,32 m eingestellt."

Frage: "Wie haben Sie den dramatischen Wettkampf erlebt?"

Spank: "Das war ein sehr verzwickter Wettkampf. Die lange Wartezeit wegen des Regens, viele Unterbrechungen. Insgesamt waren wir fünfeinhalb Stunden im Einsatz. Dann hatte ich mit einigen Blessuren zu tun. Alles tat mir weh, die Beine, die Hüfte, der Hals, nur mein Kopf war okay. Aber die Zuschauer haben mich super unterstützt."

Frage: "Wie haben Sie die rund einstündige Pause verbracht?"

Spank: "Ich habe mich behandeln lassen. Es ist wichtig, dass man in dieser Phase die Spannung halten kann. Diejenigen, die das am besten beherrschten, lagen am Ende vorne."

Frage: "Haben Sie sich über den Regen geärgert?"

Spank: "Nein, ich bin gern nach dem Regen gesprungen. Meine neuen Spikes haben mir den nötigen Halt gegeben. Während es bei der Konkurrenz unter den Schuhen gequietscht hat, waren meine Spikes ein Glücksfall. Sie sind spitz und haben sich tief in den Boden gebohrt, so konnte ich meine Stärke nutzen und die Rückenlage extremer halten."

Frage: "Waren Sie nicht nervös vor so vielen Zuschauern?"

Spank: "Nein, meine Einstellung war sehr gut, ich war mental stark, auch wenn ich das Gefühl hatte, nie richtig in den Wettkampf gekommen zu sein. Ich habe mich geärgert, dass ich die 2,28 m erst im letzten Versuch genommen habe. Das hätte ich eher schaffen können."

Frage: "Der Pole Sylwester Bednarek, mit dem Sie Bronze teilen, hätte Sie noch aus den Medaillenrängen drängen können. Haben Sie bei seinem letzten Versuch über 2,35 m gezittert?"

Spank: "Nein, da hatte ich keine Befürchtungen. Als er anlief, konnte man schon sehen, dass er nach dem langen Wettkampf auch keine Lust mehr hatte."

Frage: "Mit 21 Jahren liegt die Zukunft im Sport noch vor Ihnen. Was soll nach WM-Bronze (Alle Leichtathletik-News) kommen?"

Spank: "In der Tat habe ich noch viel vor. Ich will den deutschen Rekord verbessern, 2,40 m springen und 2012 in London Olympiasieger werden. Die geraden Jahre sind meine Jahre. 2009 ist ein Übergangsjahr. Dafür war ein dritter Platz bei der WM aber sehr gut."

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