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Kenenisa Bekele hat bei einer Körpergröße von 1,60 m ein Wettkampfgewicht von 54 kg © getty

Äthiopiens Wunderläufer Kenenisa Bekele triumphiert auch über die kürzere Distanz. Die deutsche 4x400-m-Staffel wird Fünfter.

Berlin - Beim Finale der Weltmeisterschaft in Berlin hat Äthiopiens Wunderläufer Kenenisa Bekele ein Jahr nach seinen beiden olympischen Triumphen in Peking das erste goldene WM-Double auf den Langstrecken perfekt gemacht.

Sechs Tage nach seinem Sieg über 10.000 m sicherte sich der 27-Jährige auch den Titel über 5000 m.

Er war damit neben Jamaikas Wunderläufer Usain Bolt, der über 100 m in 9,58 und 200m in 19,19 Sekunden gewann, der einzige der 1984 WM-Teilnehmer aus 201 Ländern, der im Olympiastadion auf einer Einzeldistanz zwei Titel gewann.

Speerwerfer Frank auf Rang acht

Vor 50.754 Zuschauern im nicht ganz ausverkauften Olympiastadion gab es für den erfolgreichen Gastgeber Deutschland in den letzten acht Entscheidungen wie erwartet nichts mehr zu gewinnen.

Die beste Finalplatzierung erreichte die 4x400-m-Staffel der Frauen als Fünfte in 3:27,61 Minuten.

Auf Platz acht landete Speerwerfer Mark Frank mit 81,32 m. Vor 450.000 Zuschauern entlang der Marathonstrecke hatte zum Auftakt des Tages Sabrina Mockenhaupt in 2:30:07 Stunden den 17. Platz belegt.

Deutschland auf Sechs

Nach drei weiteren Titeln am Schlusstag (Alle Leichtathletik-News) über 4x400 m der Männer und Frauen sowie durch Weitspringerin Brittney Reese (7,10) beherrschten die USA mit zehnmal Gold zum neunten Mal bei einer WM den Medaillenspiegel.

Dahinter folgten Jamaika (7), Kenia und Russland (je 4). Vor Deutschland (2-3-4) lag ansonsten nur noch Polen (2-4-2) mit einmal Silber mehr und zweimal Bronze weniger.

Mulaudzi holt 800m-Gold

Bekele setzte sich in einem packenden Schlussspurt in 13:17,09 Minuten gegen Titelverteidiger Bernard Lagat aus den USA durch, der in 13:17,33 gestoppt wurde.

Bronze holte sich James Kwalia C'Kurui aus Katar in 13:17,88 Minuten.

Mit einem Start-Ziel-Sieg hat Mbulaeni Mulaudzi aus Südafrika das zweite 800-m-Gold für Südafrika gewonnen.

In 1:45,29 Minuten triumphierte er mit sechs Hundertstelsekunden Vorsprung vor Kenias Titelverteidiger Alfred Kirwa Yego. Zeitgleich mit Yego belegte 1500-m-Weltmeister Yusuf Saad Kamel aus dem Königreich Bahrain den dritten Platz.

Rowbury rückt auf Bronzerang nach

Weil die spanische Siegerin Natalia Rodriguez nach einem Schubser gegen die äthiopische Hallen-Weltmeisterin Gelete Burka disqualifiziert wurde, hat Maryam Yusuf Jamal aus dem Königreich Bahrain ihren 1500-m-Titel erfolgreich verteidigt.

Die gebürtige Äthiopierin siegte in 4:03,74 Minuten, nachdem sie 0,38 Sekunden hinter Rodriguez die Ziellinie überquert hatte.

Silber ging in 4:03, 75 Minuten an die Britin Lisa Dobriskey, auf den Bronzerang rückte die Amerikanerin Shannon Rowbury in 4:04,18.

Drei Doping-Fälle in Berlin

Nicht starten durfte Mariem Alaoui Selsouli (Marokko), die als dritte WM-Teilnehmerin positiv getestet worden war.

In Marokkos Team war zuvor Hindernisläufer Jamal Chatbi (25) mit Spuren von Clenbuterol aufgefallen. Außerdem wurde bei Nigerias Langsprinterin Amaka Ogoebunam das anabole Steroid Metenolon entdeckt.

Zweimal Jahres-Weltbestzeit

Beim erneuten 4x400-m-Sieg der USA-Frauen holte Sanya Richards nach dem 400-m-Gold ihren zweiten Titel in Berlin.

Das Quartett lief Jahres-Weltbestzeit in 3:17,84 Minuten und siegte vor Jamaika und Großbritannien.

Das deutsche Quartett mit Fabienne Kohlmann, Sorina Nwachukwu, Esther Cremer und Claudia Hoffmann belegte in 3: 27,61 Minuten den fünften Rang.

Jahres-Weltbestzeit liefen auch die USA-Männer in 2:57,86. Die Staffel des Titelverteidigers mit Einzel-Weltmeister LaShawn Merritt siegte vor Großbritannien und Australien. Das deutsche Quartett hatte das Finale verpasst.

Wieder ist Thorkildsen top

Brittney Reese holte sich mit Jahres-Weltbestleistung von 7,10 Weitsprung-Gold vor Russlands Titelverteidigerin Tatjana Lebedewa (6,97). Bronze ging mit 6,80 an die Türkin Karin Mey Melis.

Norwegens Speerwurf-Olympiasieger Andreas Thorkildsen siegte wie erwartet mit 89,59.

Doch an Stelle des Weltranglistenersten Vadims Vasilevskis (Lettland/4.) oder des Titelverteidigers Tero Pitkämäki (Finnland/5.) holten der Kubaner Guillermo Martinez mit 86,41 m Silber und der Japaner Yukifumi Murakami mit 82,97 Bronze.

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