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MATTHIAS GINTER (ab 90.): Kommt für seinen verletzten Dortmunder Teamkollegen noch zu einem Kurzeinsatz. Ohne Bewertung
Die Diskussionen um Semenya Casters Geschlecht reißen nicht ab © getty

Die Südafrikanerin wird schon vorm WM-Sieg auf ihr Geschlecht überprüft - und gesagt, es handele sich um eine Dopingkontrolle.

München - Das war bislang nicht bekannt:

Der Sex-Test bei Südafrikas "Golden Girl" Caster Semenya, mit dem ihr Geschlecht bestimmt werden soll, hat bereits vor ihrem überraschenden 800-m-Triumph bei der Leichtathletik-WM in Berlin begonnen.

Allerdings: Die Funktionäre des nationalen Verbandes ASA haben der 18 Jahre alten Aufsteigerin offenbar nie gesagt, weshalb sie in eine Klinik nach Pretoria zu Blut- und Urintests musste.

"Die Tests wurden ihr nicht vernünftig erklärt", sagte der ehemalige südafrikanische Nationaltrainer Wilfred Daniels.

Stattdessen sei Semenya im Glauben gelassen worden, es handele sich um standardmäßige Dopingkontrollen.

"Mein Gewissen hat mich geplagt"

Daniels hatte seinen Posten in der vergangenen Woche wegen der Kontroverse um Semenya aufgegeben: "Ich musste gehen. Ich habe mich selbst angeschaut und nicht gemocht, was ich da sah."

Daniels weiter: "Ich habe mich gefragt, ob ich mein Leben so weiter genießen könnte. Mein Gewissen hat mich geplagt."

Schon während der WM hatte die Schweizer Zeitung "Blick" berichtet, die Tests hätten ergeben, dass Semenya nachweislich ein Zwitter sei mit der Chromosomen-Kombination XY - ein sogenannter Hermaphrodit.

Miserables Management

Coach Daniels berichtete, mit den Tests sei begonnen worden, nachdem Semenya Ende Juli aus dem Nichts heraus in Bambous/Mauritius in 1:56,72 Minuten eine Weltklassezeit gelaufen war. (Alle Medaillengewinnerinnen von Berlin)

Bei der WM (143495DIASHOW: Die Tops und Flops von Berlin) ließ sie dann sogar 1:55,45 folgen. Daniels sagte, IAAF und ASA hätten die Situation total vergeigt. Das Management sei miserabel gewesen.

Der vom Weltverband IAAF in Berlin wenige Stunden vor dem 800-m-Finale eingeräumte Sex-Test bei Semenya hatte ihren WM-Sieg (1:55,45 Minuten) überschattet und in Südafrika eine Welle des Protests losgetreten.

Rassismus-Vorwurf gegen die IAAF

Der IAAF wurde Rassismus vorgeworfen. Südafrika kündigte an, sich bei der Menschenrechtskommission der Vereinten Nationen zu beschweren.

Wie es nun weitergeht, ist völlig offen.

Selbst wenn sich herausstellen sollte, dass Semenya ein Zwitter ist, heißt das laut IAAF nicht, dass ihr automatisch die Goldmedaille aberkannt wird und Titelverteidigerin Janeth Jepkosgei (Kenia) nachrücken würde.

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