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Robert Harting gewann bei der WM 2009 in Berlin die Goldmedaille © getty

Der Weltmeister beschwert sich über die mangelnde Unterstützung und kündigt an, künftig Lokale zerlegen zu wollen.

Daegu - Der für seine gelegentlichen verbalen Entgleisungen bekannte Diskus-Weltmeister Robert Harting hat im Vorfeld der am Samstag beginnenden Weltmeisterschaften im südkoreanischen Daegu (27. August bis 4. September) seinem Ärger wieder einmal lauthals Luft gemacht.

Der Berliner kritisierte im Gespräch mit "Sport Bild" den Stellenwert der Leichtathletik in Deutschland.

"Ein polnischer Olympiasieger kriegt nach Karriereende 2000 Euro monatlich bis ans Lebensende. Da braucht man in Polen gar nicht mehr arbeiten zu gehen. Wir kriegen als Olympiasieger eine Kiste Bier - ein Jahr lang. Wie behämmert ist das?", sagte Harting.

"So was Profanes"

Der 26-Jährige, der trotz einer schmerzhaften Knieverletzung seinen Titel in Daegu erfolgreich verteidigen will, sparte nicht mit Kritik: "Das muss man sich einmal reinziehen: Der DOSB lässt sich das Sponsoring teuer bezahlen, und wir kriegen dann eine Kiste Bier. Super. Bier. So etwas Profanes. Oder fünf Prozent auf Reiseangebote. Fünf Prozent. Das sind fünf Euro von 100."

Und weiter: "Das ist total lächerlich. Da müsste man sich lieber etwas einfallen lassen, wie man Olympiasieger besser absichern kann."

Unterstützung mangelhaft

Harting sieht die deutsche Leichtathletik im Vergleich mit der Konkurrenz im Hintertreffen: "Wir Deutschen machen zum Beispiel die Vorbereitung noch viel zu schlecht. Da agieren wir teilweise wie Anfänger. Das sieht man dann auch an der Ausbeute der Medaillen." (434833Der DLV-Kader für die WM)

"Zum Beispiel sind die Polen schlechter als wir. Aber die haben in der Leichtathletik schon 14 Wochen Trainingslager gehabt. Das war voll finanziert. Da steht eine ganze Nation dahinter. In Deutschland lässt das sehr zu wünschen übrig", ärgert sich der 26-Jährige.

"Mache, was ich will"

Keine Kompromisse macht Harting in seinem Privatleben.

"Jetzt mache ich einfach, was ich will. Ich kann nicht mein ganzes Leben nach dem Werfen umstellen. Mal einen Donnerstagabend mit Freunden rumhängen, in eine Bar gehen, sich danebenbenehmen, die Bedienung bequatschen, das Lokal zerlegen und dann wieder gehen."

"Ich fühle mich wieder viel dynamischer. Ich glaube, dass ich so noch mehr Leistung bei der WM herausholen kann", sagte Harting 444023(DIASHOW: Die fehlenden Stars der WM).

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