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Usain Bolt lief bei der WM 2009 in Berlin Weltrekorde über die 100 m und 200 m © getty

In Daegu hat die große Usain-Bolt-Show begonnen. Der schnellste Mann der Welt singt und bastelt an seinem Legendenstatus.

Daegu - Als alles gesagt war, schnappte sich der Supersprinter das Mikrofon und brachte der versammelten Presseschar ein Ständchen:

Jamaikas Dreifach-Olympiasieger Usain Bolt war bei seinem ersten großen Auftritt in der WM-Stadt Daegu einfach nur gut drauf.

Der schnellste Mann der Welt ist zwar nicht in "Tip-Top-Form", bastelt aber fleißig daran, "eine Legende" zu werden.

Auf dem Weg dahin will Bolt seine drei WM-Titel von Berlin 2009 erfolgreich verteidigen. Das dürfte nach dem Ausfall des Weltjahresbesten Asafa Powell über 100 m noch ein bisschen einfacher werden.

War Bolt in Bestform stets konkurrenzlos, ist er bei den am Samstag beginnenden Titelkämpfen in der südkoreanischen Millionenstadt schlicht ohne Konkurrenz.

Wegen Dopings fehlen bereits Steve Mullings (Jamaika) und Mike Rodgers, wegen Verletzung Ex-Weltmeister Tyson Gay (ebenfalls USA).

Nun musste Bolts Landsmann Powell, mit 9,78 Sekunden über die 100 Meter in dieser Saison das Maß aller Dinge, wegen Leistenproblemen auf seinen Start verzichten (BERICHT: Die Leiste zwickt: WM ohne Powell).

"Ich bin noch keine Legende"

Bolt war von Powells Aus überrascht ("Ich höre zum ersten Mal, dass er nicht laufen soll"), aber wirklich wichtig ist es für den 25-Jährigen nicht, wen er auf dem Weg zum Titel schlägt.

"Für mich ist es eine Comeback-Saison. Ich bin nicht in einer 9,5-Form, aber ich bin schnell", sagte Bolt. Er hat in dieser Saison zwar nur 9,88 Sekunden als Bestzeit zu Buche stehen, ist aber noch ungeschlagen.

Überhaupt zählen für den Weltrekordler (9,58) nur noch Titel: "Mir ist es sehr wichtig, meine Titel zu verteidigen. Ich will zur Legende werden. Daegu ist dafür nur der erste Schritt, der zweite wird London sein."

Dort strebt der Jamaikaner 2012 wie schon vor drei Jahren in Peking drei olympische Goldmedaillen an: "Das nach vier Jahren zu wiederholen, haben nur wenige geschafft. Ich bin noch keine Legende, aber ich arbeite dran."

"Die Fans lieben meine Show"

An seinem Image als Showman muss Bolt nicht mehr arbeiten. Cool wie ein Rapper enterte er gekleidet in seine Landesfarben und mit einem Basecap auf dem Kopf die Bühne im Daedeok Culture Center.

Jede Geste, jede Veränderung der Lage seiner Kopfbedeckung löste ein Blitzlichtgewitter der Fotografen unter den mehreren hundert Journalisten aus.

"Die Fans lieben meine Show. So bin ich", sagte Bolt.

Bolt zu ManUnited?

Allerdings betont der Auto-Narr ("Ich habe schon ein paar"), trotz des großen Rummels um seine Person auf dem Teppich geblieben zu sein: "Wenn nicht, würden mich meine Eltern töten."

Tiefere Einblicke in sein Privatleben ließ Bolt aber nicht zu, schon gar nicht auf die Frage, ob bald eine Hochzeit mit seiner langjährigen Lebensgefährtin Mitzy Evans ins Haus steht. Mehr als ein verlegenes Lachen brachte Bolt als Antwort nicht zustande.

Dafür hat Bolt für die Zukunft weiter eine Karriere als Profifußballer im Auge. "Wenn ich mit 28 den Anruf von Manchester United bekommen, dann werde ich das Angebot annehmen", sagte Bolt, der ein großer Fan des englischen Rekordmeisters ist.

"Ich will nur für mich gewinnen"

Bevor es dazu kommt, ist Bolt weiter die größte Attraktion der Leichtathletik und steht entsprechend im Mittelpunkt.

"Ich habe damit kein Problem. Der Druck war immer da. Ich konzentriere mich aufs Gewinnen. Ich will nur für mich gewinnen", sagte Bolt. Eine große Bolt-Show in Daegu wäre aber auch ein Gewinn für die gesamte olympische Kernsportart.

Die sonnt sich nämlich gern im Glanz des Glamour-Boys. Und der ist einfach nur gut drauf.

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