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Pascal Behrenbruch startet für die LG Eintracht Frankfurt © getty

Pascal Behrenbruch steigert sich am zweiten Tag des WM-Zehnkampfes und landet in den Top Ten, sein Vereinskamerad patzt.

Daegu - Es ging nicht um Edelmetall, aber um die Ehre:

Auf den letzten Metern hat Pascal Behrenbruch den Vereinskameraden Jan-Felix Knobel noch abgefangen und wurde bei der erfolgreichen Titelverteidigung des Amerikaners Trey Hardee (8607 Punkte) als Siebter bester Deutscher im WM-Zehnkampf von Daegu. (SERVICE: Zeitplan der WM).

Ganze elf Punkte lag Behrenbruch (8211) am Ende vor Knobel (8200), der als Achter mit fünf Bestleistungen trotzdem eine starke WM-Premiere feierte.

Viel Pech hatte dagegen Debütant Rico Freimuth aus Halle an der Saale mit drei ungültigen Versuchen im Weitsprung und einer Knieverletzung.

"Wollte es allen zeigen"

"Ich bin so glücklich, dass ich bester Deutscher bin. Nach dem schwachen ersten Tag wollte ich es allen zeigen", sagte Behrenbruch.

Bereits vor zwei Jahren in Berlin hatt er als WM-Sechster die deutschen Farben hochgehalten.

"Das ist eine tolle Ausgangsposition für Olympia im nächsten Jahr", sagte Zehnkampf-Bundestrainer Rainer Pottel. (Bericht: "JFK" knackt Bestmarken)

Doppelsieg für USA

Der nicht immer ganz pflegeleichte Behrenbruch hatte sich erst mit einem Kraftakt beim Meeting in Ratingen für Daegu qualifiziert.

Und auch in Südkorea zog sich der 1,96-m-Mann an den eigenen Haaren aus der Krise. (BERICHT: Bolt-Show platzt)

Hinter Hardee machte Ashton Eaton (8505) den US-Doppelsieg perfekt, hauchdünn vor dem WM-Zweiten von Berlin, Leonel Suarez aus Kuba (8501).

Knobel patzt

Knobel patzte auf dem Weg zu einer neuen Bestleistung jenseits der 8300 Punkte im Stabhochsprung. Der Frankfurter musste sich mit 4,70 m begnügen.

Dagegen setzte Behrenbruch mit dem Stab seine Aufholjagd fort und schaffte mit 4,90 m eine neue Bestleistung.

"Ich freue mich riesig. Der Wettkampf hat unglaublich Spass gemacht. Achter Platz bei der ersten WM, das ist super", sagte Knobel.

Freimuth mit Knieverletzung

"Bei Jan-Felix lief alles toll, der Stab passt da leider nicht rein. Da fehlen jetzt sehr viele Punkte", sagte Chefcoach Pottel und ergänzte: 434833(Der DLV-Kader für die WM).

"Aber ihm und Pascal hat es gut getan, am Ende des ersten Tages über 400 m ihre Läufe zu gewinnen. Das hat noch einmal einen Schub gegeben."

Derweil hat Freimuth die erste Enttäuschung über sein vorzeitiges Aus überwunden: "Er ist darüber hinweg, mit dem Knie hätte er sowieso nicht weitermachen können", sagte Pottel.

Der 23 Jahre alte Modell-Athlet brach nach seinem Weitsprung-Desaster und der Knieverletzung nach dem ersten Versuch im Kugelstoßen den Wettkampf ab.

Knobel zunächst im Aufwind

Knobel, der sich am ersten Tag nach guten 11,18 Sekunden über 100 m im Weitsprung auf 7,30 und im Kugelstoßen auf 16,06 m gesteigert und im Hochsprung seine Bestmarke von 1,96 m eingestellt hatte, war beflügelt vom Sieg über 400 m in 49,46 Sekunden.

Dann startete er mit guten 14,92 über die 110 m Hürden in den Sonntag gestartet. Es folgte die vierte Bestleistung mit 47,93 m im Diskuswurf, bevor der Patzer mit dem Stab passierte.

Der 4,96-m-Springer ließ rund 80 Punkte liegen, als für ihn bei 4,70 m Schluss war.

68,42 m mit dem Speer und Bestzeit mit 4:43,12 Minuten über die 1500 m reichten am Ende nicht, um Behrenbruch auf Distanz zu halten.

Behrenbruch steigert sich

Behrenbruch brach nach seinem Sprung über die 4,90 m in einen Jubelschrei aus.

Nach durchwachsenen Leistungen am ersten Tag (11, 08/6,80/16,01/1,93/49,90) startete der 26-Jährige mit 14,33 über die Hürden und 48,56 im Diskuswurf mit zwei Saisonbestleistungen in den zweiten Tag.

Mit dem Speer ließ er gute 66,50 m folgen und lief zum Abschluss 4:36,64 über die 1500 m.

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